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Re: Neue Folge: Täubling der Woche #28

Jochen Girwert ⌂, (vor 6632 Tagen) 582 Beiträge @ Thüringer-Holz

Ich kenne den Pilz ja nur als Exsikkat. Eine sehr schöne Zusammenstellung. Lob!!
Aber 3.30 Uhr!? Ich hätte die Gala auch einen Tag später mit Freude studiert.

Jochen.

heute: Russula parazurea Jul. Schäffer 1931 - Blaugrüner Reif-Täubling


Da ich in letzter Zeit sehr häufig folgende Zeilen lese: „…außerdem gab es
viele unbestimmte Täublinge…“
ist es mal wieder an der Zeit euch etwas auf die Sprünge zu helfen. Hier nun
ein Vertreter aus der schwierigen
Untersektion „Griseinae“

Russula parazurea ist im Raum Hannover einer der häufigsten Täublinge in
diesem Jahr, dennoch macht die
Variabilität dieser Art die Bestimmung nicht einfach.
Im Folgenden seien nur typische, zweifelsfreie Kollektionen abgebildet.

Hauptkennzeichen: mittelgroßer milder Täubling, mit schieferblauem,
blaugrünem, graugrünem oder blaugrauem
Hut, der trocken wie bepudert oder bereift ist.

Hut: trüb und dunkel blaugrün bis grünblau, schiefergrau, ultramarin, oft
ganz bleigrau oder mit türkisem Anteil,
lange gewölbt, dann leicht trichterförmig, Mitte genabelt, Rand meist glatt
oder kurz und schwach gerieft.
Bei Trockenheit wie schimmelig bereift, bei Nässe glänzend.

Lamellen: erst blass, dann deutlich creme bis margarinenfarben, meist ohne
Zwischenlamellen und sehr
homogen angeordnet, brüchig

Stiel: rein weiß, niemals rot überhaucht, die Basis oft verjüngt, im Alter
mit gelbbraunen Flecken

Fleisch: weiß, mild, jung selten in den Lamellen schärflich, ohne Geruch


Vorkommen: Juni bis Ende September meist unter Eiche, Linde und Birke in
Parks, auf Friedhöfen und im
Laubwald auf saurem Boden. Bevorzugt sandige Untergründe des Flachlandes und
ist im Norden D häufiger
als im Süden. Im Raum Erfurt z.B. fehlt er meines Wissens.


Die Abgrenzung zu den nahe Verwandten wie R.ionochlora oder R.columbicolor
sowie ähnlichen Arten
aus der Untersektion ist schwierig und selbst mikroskopisch nur mit viel
Erfahrung erfolgreich.
Was die Abtrennung neuer Arten angeht ist bestimmt auch hier das letzte Wort
noch nicht gesprochen.

Wert: da mild: zum Verzehr geeignet und bei Massenaufkommen sogar lohnend.

Sporenstaub: creme (IIb) bis dunkel creme (IIc-d)
Sporen nach MHK: blass, rundlich oder länglich 6-9 x 5-8 µm, punktiert bis
kleinwarzig mit netzigen dünnen Graten

Typisches Merkmal der HDS sind die langen "peitschenartigen"
Endzellen
der Haare, die leider nicht immer so ausfallen wie hier:

Bis zum nächsten mal
Euer Felix

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