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Paradiesische Lausitznachlese *1 (12 Pics) *PIC*

Kattugla, (vor 6597 Tagen)

Guten Tag Forum!

In der letzten Woche habe ich mich nach 15jähriger Abwesenheit endlich dazu entschlossen, nicht nur meiner Muter sondern auch meinen alten Pilzrevieren in der Niederlausitz einen Besuch abzustatten.

Ich kann mich noch gut erinnern, dass wir mitunter - bei Lust drauf - im Herbst vor dem Abendessen kurz in Latschen und mit Schüssel in der Hand fix zum Garten hintenraus ins Wäldchen geflitzt sind, um ein paar Pfiffis für die Pfanne zu sammeln.

Ganz solche paradiesischen Zustände erwartete ich nun nicht mehr, nahm mir aber dennoch ein wenig Zeit, um altbekannte Waldstückchen zu besuchen.

Es sind irre viele Bilder geworden, daher zwei Threads.

Zum Wald: Kiefernheide, sandiger Boden (mal mit der Schuhspitze die Nadelstreu beiseite gekratzt staubte ein bisschen tiefer der Sandboden noch imer knockentrocken), Gebiet zwischen verlandeten Karpfenteichen und einer aufgelassenen Sandgrube, etwas südlich der großen Tagebaue, ergo mit arg abgesacktem Grundwasserspiegel.

Was mir fast penetrant auffiel, waren die enormen Täublingsmengen, die- in Abwechslung mit gelben und grünen Knollis fast rasendicht aus der Erde sprossen:

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Beide nebeneinander in friedlicher Eintracht - man konnte kaum treten, so viele waren das.

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Die meisten der Tauben waren fleischrosa, mit leicht rosa angehauchtem Stiel, erst spät brutzelig auf der Zunge - bei den Mengen geht einem irgendwie der Jagdtrieb ab. Ich war nicht mehr motiviert, dazwischen nach ein paar essbaren zu suchen...

In fast ebensolchen Mengen wuchsen Schmerlinge - zumindest vermute ich, dass es welche sind. Meine Mutter sammelt sie immer als Schmierlinge, ich kenne sie noch aus meiner Kinderzeit als Butterpilze, Kuhpilze auch, wir haben bei den wabbeligen, schmierigen Gesellen nie groß zwischen Kuh und Butter unterschieden.
Einigermassen genießbar fand ich immer nur die kleinen Exemplare.

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Acuh die hier wuchsen - im Gegensatz zu meinen heimischen (hessischen) Stammrevieren in diesem Jahr - in rauhen Mengen:

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Aber ich war - Kiefern sei dank - auf anderes aus.

Die Pfifferlinge ließen mich schließlich doch nicht im Stich:

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Und während ich noch die enorme Größe eines Erdschiebers gleich neben einem großen Feld Preiselbeeren an einer Waldweggabelung bewunderte

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und mir Gedanken über den hier machte (bin dankbar für Hinweise!):

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stolperte ich fast - wie es eben so geht - rückwärts über etwas, von dem ich bislang glaubte, dass es das nur in Büchern gibt.
Nein, es gibt sie tatsächlich!

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In größer und kleiner:
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Alle Habichte fand ich übrigens in unmittelbarer Nachbarschaft von Preiselbeersträuchern - nie direkt dazwischen - eher ein bis zwei Meter vom "Feld" entfernt, das aber zuverlässig. Da gibt es wohl einen Zusammenhang mit den Wurzeln der Preiselbeeren?
Meine Mutter meinte, dass sie Habichtspilze bei ihren Spaziergängen häufig findet - ich fand das, nun ja - irgendwie ungerecht. Ich will hier in Hessen sowas auch! ;-)

Und vor dem Threadwechsel dazu gleich noch eine Frage.
Ganz ohne Preiselbeeren und mit etwas sonnigerem Standort präsentierte sich mir ebenso häufig ein Habichtsverwandter, wie es aussieht:

[image]

Keine Schuppen, gleiche Größe, scharfer weißer Hutrand und ansonsten im Habitus dem Habicht ganz ähnlich.
Also wohl schon Sarcodon, aber welcher? Mangels passender Habitate kenne ich sowas aus Hessen nicht...

Mehr gleich im nächsten Thread!

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Re: Paradiesische Lausitznachlese *1 (12 Pics)

Christoph G, (vor 6597 Tagen) @ Kattugla

Hallo Kattluga,

Guten Tag Forum!
In der letzten Woche habe ich mich nach 15jähriger Abwesenheit endlich dazu
entschlossen, nicht nur meiner Muter sondern auch meinen alten
Pilzrevieren in der Niederlausitz einen Besuch abzustatten.
Ich kann mich noch gut erinnern, dass wir mitunter - bei Lust drauf - im
Herbst vor dem Abendessen kurz in Latschen und mit Schüssel in der Hand
fix zum Garten hintenraus ins Wäldchen geflitzt sind, um ein paar Pfiffis
für die Pfanne zu sammeln.
Ganz solche paradiesischen Zustände erwartete ich nun nicht mehr, nahm mir
aber dennoch ein wenig Zeit, um altbekannte Waldstückchen zu besuchen.
Es sind irre viele Bilder geworden, daher zwei Threads.
Zum Wald: Kiefernheide, sandiger Boden (mal mit der Schuhspitze die
Nadelstreu beiseite gekratzt staubte ein bisschen tiefer der Sandboden
noch imer knockentrocken), Gebiet zwischen verlandeten Karpfenteichen und
einer aufgelassenen Sandgrube, etwas südlich der großen Tagebaue, ergo mit
arg abgesacktem Grundwasserspiegel.
Was mir fast penetrant auffiel, waren die enormen Täublingsmengen, die- in
Abwechslung mit gelben und grünen Knollis fast rasendicht aus der Erde
sprossen:
Beide nebeneinander in friedlicher Eintracht - man konnte kaum treten, so
viele waren das.

Die meisten der Tauben waren fleischrosa, mit leicht rosa angehauchtem Stiel,
erst spät brutzelig auf der Zunge - bei den Mengen geht einem irgendwie
der Jagdtrieb ab. Ich war nicht mehr motiviert, dazwischen nach ein paar
essbaren zu suchen...
In fast ebensolchen Mengen wuchsen Schmerlinge - zumindest vermute ich, dass
es welche sind. Meine Mutter sammelt sie immer als Schmierlinge, ich kenne
sie noch aus meiner Kinderzeit als Butterpilze, Kuhpilze auch, wir haben
bei den wabbeligen, schmierigen Gesellen nie groß zwischen Kuh und Butter
unterschieden.
Einigermassen genießbar fand ich immer nur die kleinen Exemplare.

Ja sind Kuhröhrlinge (S. bovinus) Schmerling hab ich auch schon für den Körnchenröhrling gehört...wird aber wahrscheinlich auch für andere Schmier(röhr)linge verwendet.


Acuh die hier wuchsen - im Gegensatz zu meinen heimischen (hessischen)
Stammrevieren in diesem Jahr - in rauhen Mengen:
Aber ich war - Kiefern sei dank - auf anderes aus.
Die Pfifferlinge ließen mich schließlich doch nicht im Stich:
Und während ich noch die enorme Größe eines Erdschiebers gleich neben einem
großen Feld Preiselbeeren an einer Waldweggabelung bewunderte

und mir Gedanken über den hier machte (bin dankbar für Hinweise!):

Das ist der Heide Schleimfuß (C. mucosus)

stolperte ich fast - wie es eben so geht - rückwärts über etwas, von dem ich
bislang glaubte, dass es das nur in Büchern gibt.
Nein, es gibt sie tatsächlich!

In größer und kleiner:


Alle Habichte fand ich übrigens in unmittelbarer Nachbarschaft von
Preiselbeersträuchern - nie direkt dazwischen - eher ein bis zwei Meter
vom "Feld" entfernt, das aber zuverlässig. Da gibt es wohl einen
Zusammenhang mit den Wurzeln der Preiselbeeren?
Meine Mutter meinte, dass sie Habichtspilze bei ihren Spaziergängen häufig
findet - ich fand das, nun ja - irgendwie ungerecht. Ich will hier in
Hessen sowas auch! ;-)
Und vor dem Threadwechsel dazu gleich noch eine Frage.
Ganz ohne Preiselbeeren und mit etwas sonnigerem Standort präsentierte sich
mir ebenso häufig ein Habichtsverwandter, wie es aussieht:
Keine Schuppen, gleiche Größe, scharfer weißer Hutrand und ansonsten im
Habitus dem Habicht ganz ähnlich.
Also wohl schon Sarcodon, aber welcher? Mangels passender Habitate kenne ich
sowas aus Hessen nicht...

Stachelingsarten kenn ich leider so gut wie gar nicht...:-((

Mehr gleich im nächsten Thread !

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Re: Paradiesische Lausitznachlese *1 (12 Pics)

Thomas Pruß, (vor 6597 Tagen) @ Kattugla

Moin Kattugla,
im höchsten Maße beeindruckend. Vor allem das erste Bild ist der Hammer: Man scrollt langsam nach unten, und der Pilze werden es immer mehr! Dramaturgisch geschickt gemacht!!
Aber ein Frage habe ich: Wieso bist du unglücklich darüber, dass man die Tagebaurestlöcher volllaufen lässt? Wenn die voll Wasser sind, steigt der Grundwasserspiegel doch automatisch mit an. Und damit dürften auch die Kleinstgewässer – so sie nicht sowieso temporär sind in dieser sandigen Gegend– auch wieder eine Chance haben.
Grüßlis
Thomas

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Re: Paradiesische Lausitznachlese *1 (12 Pics)

Kattugla, (vor 6597 Tagen) @ Thomas Pruß

: Moin Kattugla,
[quote]im höchsten Maße beeindruckend. Vor allem das erste Bild ist der Hammer: Man
scrollt langsam nach unten, und der Pilze werden es immer mehr!
Dramaturgisch geschickt gemacht!!
[/quote]

Nix gemacht, ist so geworden. Was blieb mir auch anderes übrig? :-D

: Aber ein Frage habe ich: Wieso bist du unglücklich darüber, dass man die
[quote]Tagebaurestlöcher volllaufen lässt? Wenn die voll Wasser sind, steigt der
Grundwasserspiegel doch automatisch mit an. Und damit dürften auch die
Kleinstgewässer – so sie nicht sowieso temporär sind in dieser sandigen
Gegend– auch wieder eine Chance haben.
[/quote]

Hast ja recht.
Ich kenne die Gegend nur nicht anders als mit ständig absackendem Wasser, ich kann mich düster erinnern, dass ich noch zu DDR-Zeiten die Vokabel "Versteppung" gelernt habe.
Im Grunde kann man ja mit den Riesenlöchern wirklich nix anderes machen als sie voll Wasser laufen zu lassen.
Das Problem, was sich da derzeit auftut, ist, dass von oben immer weniger Wasser nachkommt. Meine Mutter hat mir von den übereinstimmenden Beobachtungen der Leute vor Ort erzählt, dass sie das Klima subjektiv in den letzten fünf Jahren als immer trockener empfinden.
Die Teiche rund um das Dorf sind zum Teil künstlich und schon recht alt, das Verlanden ist nur zum Teil auf die fehlende Bewirtschaftung zurückzuführen, viele der reichlichen Quellen dort in der Gegend sind versiegt.

Naja, und mich hat wirklich die verbliebene Pfütze verschreckt, die von meiner Lieblingsbadesandgrube übriggeblieben ist. ;-)

Dafür überwintern dort jetzt Kraniche. Sowas geht dann halt auch.

herzliche Grüße bäck
Kattugla

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Re: Paradiesische Lausitznachlese *1 (12 Pics)

Ingo, (vor 6597 Tagen) @ Kattugla

Hallo Kattugla,

bist du jetzt traurig, daß du deine Kindheitsgefilde wieder verlassen hast, oder froh, endlich wieder im Taunus zu sitzen?
Deine Stachelinge sind ja regional typisch und auch nicht weiter schwierig.
Lies mal hier, und du kannst ihnen einen Namen geben.

Sehr selten zwar, aber in unseren Kiefernwäldern doch immer wieder mal anzutreffen.

LG Ingo

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Re: Paradiesische Lausitznachlese *1 (12 Pics)

Kattugla, (vor 6597 Tagen) @ Ingo

Hallo Ingo,

: bist du jetzt traurig, daß du deine Kindheitsgefilde wieder verlassen hast,
Wegen der Pilze: jo.

: oder froh, endlich wieder im Taunus zu sitzen?
Auch wegen der Pilze *grins*: auch jo.

: Deine Stachelinge sind ja regional typisch und auch nicht weiter schwierig.
[quote]Lies mal hier , und du kannst ihnen einen Namen geben.
Sehr selten zwar, aber in unseren Kiefernwäldern doch immer wieder mal
anzutreffen.
[/quote]
Ha! Danke! Ich wußte doch, dass ich dazu hier schon was gelesen hatte.

auch liebe Grüße bäck
Kattugla