Re: Paradiesische Lausitznachlese *1 (12 Pics)
Hallo Kattluga,
Guten Tag Forum!
In der letzten Woche habe ich mich nach 15jähriger Abwesenheit endlich dazu
entschlossen, nicht nur meiner Muter sondern auch meinen alten
Pilzrevieren in der Niederlausitz einen Besuch abzustatten.
Ich kann mich noch gut erinnern, dass wir mitunter - bei Lust drauf - im
Herbst vor dem Abendessen kurz in Latschen und mit Schüssel in der Hand
fix zum Garten hintenraus ins Wäldchen geflitzt sind, um ein paar Pfiffis
für die Pfanne zu sammeln.
Ganz solche paradiesischen Zustände erwartete ich nun nicht mehr, nahm mir
aber dennoch ein wenig Zeit, um altbekannte Waldstückchen zu besuchen.
Es sind irre viele Bilder geworden, daher zwei Threads.
Zum Wald: Kiefernheide, sandiger Boden (mal mit der Schuhspitze die
Nadelstreu beiseite gekratzt staubte ein bisschen tiefer der Sandboden
noch imer knockentrocken), Gebiet zwischen verlandeten Karpfenteichen und
einer aufgelassenen Sandgrube, etwas südlich der großen Tagebaue, ergo mit
arg abgesacktem Grundwasserspiegel.
Was mir fast penetrant auffiel, waren die enormen Täublingsmengen, die- in
Abwechslung mit gelben und grünen Knollis fast rasendicht aus der Erde
sprossen:
Beide nebeneinander in friedlicher Eintracht - man konnte kaum treten, so
viele waren das.Die meisten der Tauben waren fleischrosa, mit leicht rosa angehauchtem Stiel,
erst spät brutzelig auf der Zunge - bei den Mengen geht einem irgendwie
der Jagdtrieb ab. Ich war nicht mehr motiviert, dazwischen nach ein paar
essbaren zu suchen...
In fast ebensolchen Mengen wuchsen Schmerlinge - zumindest vermute ich, dass
es welche sind. Meine Mutter sammelt sie immer als Schmierlinge, ich kenne
sie noch aus meiner Kinderzeit als Butterpilze, Kuhpilze auch, wir haben
bei den wabbeligen, schmierigen Gesellen nie groß zwischen Kuh und Butter
unterschieden.
Einigermassen genießbar fand ich immer nur die kleinen Exemplare.
Ja sind Kuhröhrlinge (S. bovinus) Schmerling hab ich auch schon für den Körnchenröhrling gehört...wird aber wahrscheinlich auch für andere Schmier(röhr)linge verwendet.
Acuh die hier wuchsen - im Gegensatz zu meinen heimischen (hessischen)
Stammrevieren in diesem Jahr - in rauhen Mengen:
Aber ich war - Kiefern sei dank - auf anderes aus.
Die Pfifferlinge ließen mich schließlich doch nicht im Stich:
Und während ich noch die enorme Größe eines Erdschiebers gleich neben einem
großen Feld Preiselbeeren an einer Waldweggabelung bewunderteund mir Gedanken über den hier machte (bin dankbar für Hinweise!):
Das ist der Heide Schleimfuß (C. mucosus)
stolperte ich fast - wie es eben so geht - rückwärts über etwas, von dem ich
bislang glaubte, dass es das nur in Büchern gibt.
Nein, es gibt sie tatsächlich!In größer und kleiner:
Alle Habichte fand ich übrigens in unmittelbarer Nachbarschaft von
Preiselbeersträuchern - nie direkt dazwischen - eher ein bis zwei Meter
vom "Feld" entfernt, das aber zuverlässig. Da gibt es wohl einen
Zusammenhang mit den Wurzeln der Preiselbeeren?
Meine Mutter meinte, dass sie Habichtspilze bei ihren Spaziergängen häufig
findet - ich fand das, nun ja - irgendwie ungerecht. Ich will hier in
Hessen sowas auch!
Und vor dem Threadwechsel dazu gleich noch eine Frage.
Ganz ohne Preiselbeeren und mit etwas sonnigerem Standort präsentierte sich
mir ebenso häufig ein Habichtsverwandter, wie es aussieht:
Keine Schuppen, gleiche Größe, scharfer weißer Hutrand und ansonsten im
Habitus dem Habicht ganz ähnlich.
Also wohl schon Sarcodon, aber welcher? Mangels passender Habitate kenne ich
sowas aus Hessen nicht...
Stachelingsarten kenn ich leider so gut wie gar nicht...
(
Mehr gleich im nächsten Thread !
