Re: Mykodiesel
Da brechen "goldene Zeiten" für PSV an, ich sehe schon wie die Mineralölgesellschaften bei uns Schlange stehen und nicht die Frage stellen:
"Kann man den Essen?", Die werden uns fragen: "Kann man den Tanken?"
Mit freundlichen Grüßen
Joachim
Moin zusammen, gerade frisch aus der "Wissenschaft online" gezogen:
Besonders den Begriff "Mykodiesel" finde ich sehr gelungen und
schon fast marktreif.
Pilz macht Diesel aus Pflanzenresten
"Im südamerikanischen Regenwald haben US-Forscher einen Pilz entdeckt,
der einen dieselähnlichen Treibstoff herstellt. Der Pilz namens
Gliocladium roseum produziert aus Pflanzenresten ein Gemisch von
Kohlenwasserstoffen, wie die Forschergruppe um den Botaniker Gary Strobel
von der Montana State University in Bozeman berichtet. Der neu entdeckte
Pilz sei damit eine vielversprechende Quelle für Biotreibstoffe aus
nicht-fossilen Energiequellen, so die Biologen.
Entdeckt haben die Forscher den Treibstoffproduzenten in einer Chilenischen
Scheinulme ( Eucryphia cordifolia ), einer Baumart, die in den gemäßigten
Regenwäldern im Süden des Landes wächst. Zwar sind Mikroorganismen, die
Kohlenwasserstoffe produzieren, nichts Neues. Doch Gliocladiums
Verbindungsmix sei dem handelsüblichen Diesel viel ähnlicher, als man
bisher bei anderen Pilzen und Bakterien beobachtet habe, berichtet
Strobels Gruppe. Die Wissenschaftler nannten das neue Treibstoffgemisch
daher Mykodiesel, nach dem griechischen Wort myces für Pilz.
"Gliocladium roseum macht Kohlenwasserstoffe direkt aus Zellulose, der
Hauptkomponente in Pflanzen und Papier", betonte Strobel. Damit
verdaue der Pilz auch Stängel und Sägemehl. Fast 430 Millionen Tonnen
Pflanzenabfall entstünden jedes Jahr in der Landwirtschaft. Andere
Mikroben könnten daraus nur dann Treibstoff produzieren, wenn ein weiterer
Verarbeitungsschritt zwischengeschaltet würde. Gliocladium könne die
Produktion von Biotreibstoffen also stark vereinfachen.
Strobel, G. et al.: The production of myco-diesel hydrocarbons and their
derivatives by the endophytic fungus Gliocladium roseum (NRRL 50072). In:
Microbiology 154, S. 3319-3328, 2008."
Grüßlis
Thomas