Re: Porling an Esche, 2.Versuch
Hallo Christoph,
Vielen Dank für Deine ausführlichen Hinweise! Jetzt kann ich ihn doch noch nicht zu den "Akten mit Wiedervorlage" legen...
Ich muß allerdings noch warten bis endlich mein Objektmikrometer da ist, daß ich die angegebenen Maße überhaupt prüfen kann.
Ich werde Dir aber gerne eine schöne Scheibe herausschneiden (muß ich da auch auf etwas achten?) und versuchen sie auf dem Dörrex zu trocknen. Im ganzen würde das wohl nicht gelingen, da er sehr mit Wasser vollgesogen ist. Wenn Du mir an obige email-Adresse Deine Anschrift schickst, liegt die Probe bald in Deinem Briefkasten.
Viele Grüße, Martin
Hallo Martin,
ich würde eher auf Tyromyces fissilis tippen. Die beiden lassen sich auch
ohne Sporen gut mikroskopisch trennen. Ich mag Porlinge deshalb sehr gerne
- sie haben so viele Merkmale
Tyromyces fissilis: Hyphensystem monomitisch (alle Hyphen sind septiert, auch
die dickwandigen, skelettisierten) mit Schnallen (macht das Finder der
Septen leichter); Hyphen des Fleisches und der Röhren(!) dünn- bis
dickwandig(!) - viele, deutlich dickwandige Elemente, die lose in Form von
Bündeln auftreten; Hyphen 3-6 µm dick; zudem Fleisch mit dickwandigen
Chlamydosporen (sollten in dem Stadium vorhanden sein; Größe: 4-10 µm
lang, oval bis fast kugelig)
Spongipellis spumeus: auch monomitisch mit Schnallen, aber in den Röhren
ptraktisch nur dünnwandig - im Fleisch sind Wandverstärkungen häufiger,
aber die Wände sind nur bis 0,5 µ dick; Hyphen im Fleisch 4-9 µm dick (in
den Röhren nur 2-4,5 µm dick, also hier deutlich unterschiedlich
untereinander...); keine Chlamydosporen
Beide Arten wachsen auch an Esche. Ich empfinde Sp. spumeus als deutlicher
haarig an der Hutoberfläche. In dem Alter fällt der Haarfilz aber in sich
zusammen (beide haben Huthaare).
Schau dir also einfach mal das Fleich an - wegen dickwandiger Sporen - und
die Röhren wegen der Dickwandigkeit der Hyphen bzw. auch die Hyphenmaße...
und noch was... Sp. spumeus hat auffallend große Schnallen
Beide Arten sind selten, deshalb wäre eine genaue Bestimmung schön für die
Kartierung... wenn du den Pilz trocknest, kann ich ihn mir im Winter gerne
auch selber mal vornehmen und reinmirkoskopieren.
Liebe Grüße
Christoph
Ach ja, Tyromyces fissilis hat gerne kleine, farblose bis blass gelbliche
Kristalle im Fleisch/den Röhren. Wenn die auffallen, wäre das auch ein
Hinweis
