Re: Buntes an Flieder
Hallo Andreas!
Stimme Dir voll und ganz zu - die "chemische Keule" - nicht nur KOH
sondern auch Färbemittel und andere Reagenzien können Mikromerkmale
verändern - kann man später immer noch auspacken.
Ich arbeite ja beim Mikroskopieren recht eigenwillig, sicherlich nach sauberer Mikroskopier-Lehre z.T. kritikwürdig, aber das ist ein anderes Thema...
Um zum Bsp. einen Überblick zu erhalten, wie der Pilz original und von KOH angegriffen aussieht, kann man so ähnlich arbeiten, wie wenn man bei Ascos eine rb-Ascus-Reaktion (Reaktion des Ascus-Porus von Rot nach Blau je nach Einwirkzeit und Dosis des IKI) überprüfen will. Man zieht also das KOH durch und ist gewissermaßen beim Einwirkvorgang live am Mikroskop dabei und kann, bevor das ganze Präparat der Chemie ganz zum Opfer fällt, noch rechtzeitig mit einer Wasserspülung bremsen.
Oft sind die Mikrostrukturen von Zystidenrindenpilzen durch "braunes
Zeug" verklebt, sodass man diese erst mit Salzsäure freilegen muss.
Oder kriegst Du das auch mit Aufweich- und Quetschorgien hin?
Ja, ich benutze da nur verschieden starkes KOH. Je nach Auflöseverhalten der Strukturen verdünne ich mit Wasser.
VG Ingo W