Re: Prunus laurocerasus
"Immer wenn in einem Präparat vor allem ganz massenhaft Sporen zu sehen
sind und sonst relativ wenig, drängt sich der Verdacht massiv auf, dass es
ein imperfekter Pilz sein müsste." (Lothar)
Das kam mir in den Sinn, als ich das Stöckchen unter dem Mikroskop hatte.
Heute bei meinem Mittagsspaziergang kam ich an einem Kirschlorbeer vorbei mit
einigen trocken Ästchen. Einer davon zeigte orangefarbigen Pusteln:
cinnabarea, dachte ich, brach es ab, damit ich heut Abend was anzuschauen
habe.
Aber schon unter der Lupe war klar, daß es das nicht ist.Auffällig ist, daß es an dem Stöckchen mehrfach umlaufende Querrisse in der
Rinde gibt, in denen der Pilz fruktifiziert:
Unter dem Mikroskop zeigten sich die eingangs zitierten Unmengen von kleinen
Sporen (überwiegend 7x3 µm, manche größer), dazwischen Hyphen(?) mit
Schnallen(?), bei denen ich den Eindruck habe, daß an deren Enden die
Sporen saßen:Ist das also schon wieder so ein "imperfekter"?
Viele Grüße, Martin
Hallo Martin
nach dem Aussehen Deiner Bilder scheint dies wirklich ein "Imperfekter" zu sein (wenn auch der Name hier nicht ganz passend ist). Denn es handelt sich um Tubercularia vulgaris, Nebenfruchtform von Nectria cinnabarina (Tode) Fr., der zugehörigen Hauptfruchtform (Ascosporenform). Die Sporenmaße passen gut, und bei den Hyphen handelt es sich um die Konidienträger, an denen sowohl seitlich als auch an der Spitze die Konidien gebildet werden. Der Pilz ist sehr häufig, vor allen Dingen im Winterhalbjahr. Die Pathologen bescheinigen ihm eher saprophytische Eigenschaften. Wo der Pilz auftritt ist sowieso nichts mehr zu retten.
Gruß aus Wolfenbüttel, Heinz