Re: Unbekannter Erdstern
Hallo Pilzfreunde,
diesen alten Erdstern habe ich heute (11.02.09) in einem Laubwaldstück mit
Pappeln und Holunder gefunden. Ich hielt ihn erst für einen alten
Stäubling, da die Endoperidie genauso aussieht. Die vier Sternenlappen
waren erst nicht zu sehen.
Der Erdstern ist natürlich schon ziemlich vergammelt, so dass das
makroskopische Erscheinungsbild vielleicht nicht mehr so aussagekräftig
ist. Der Durchmesser der Endoperidie beträgt ca. 4 cm und die Sternlappen
sind ca. 8 cm lang.
Ich habe den Erdstern mikroskopiert. Die Sporen sind rund und warzig. Der
Durchmesser ohne Warzen liegt zwischen 2,6 und 3,3 µ. Die Länge der Warzen
beträgt 0,5-0,8µ. Basidien habe ich keine gefunden. Die Capillitium-Fasern
sind dickwandig, braun und ohne Septen.
Hallo Rita,
dein Erdstern ist mit einem Endoperidien-Durchmesser von ca. 4 cm, falls der stimmt, ein ziemlicher "Oschie".
In dieser Größe gibt es Geastrum fornicatum (Großer Nesterdstern). Dessen Exoperidie ist durchaus vierlappig, er bleibt lt. Großpilze BW unreif im Boden stecken und hat sehr lange haltbare Basidiocarpien. Allerdings ist er kurz gestielt und seine Sporen seien "feinwarzig", während die von dir geschilderten Sporen eher grobwarzig daherkommen.
Bei Geastrum rufescens (Rötender Erdstern) passt mir in der Großpilze-BW-Beschreibung nicht die Angabe "mit ca. 0,3 my hohen Warzen". Du sprichst von ca. 0,5 bis 0,8 my hohen Warzen.
Und für Geastrum triplex fehlt mir der "Stehkragen" der Exoperidie.
Alle drei Arten haben lt. Großpilze BW "fein inkrustierte" Capillitiumhyphen. Vielleicht sollte man das mal testen, um zu sehen, ob es zumindest eine dieser Arten ist. Auch sollte man vielleicht nachforschen, ob es nicht doch ein kleines Stielchen unter der Endoperidie gibt. Dem Peristom und seiner Gestalt würde ich nach einer mutmaßlich langen Freilagerdauer nicht mehr trauen.