Re: Grandinia barba-jovis?
Hallo Leute, ich hab von Martin einen Pilz bekommen, der auf einem Ästchen
wuchs und auf dem Boden lag. Makroskopisch hätte ich auf den Bärtigen
Zähnchenrindenpilz getippt: Die Stächelchen sind ca. 0,5-1 mm lang und
fransen oben ein wenig aus.Es erinnert mich zwar nicht gerade an einen
Pinsel (wie es im PdS heißt), aber auf dem Bild dort sieht es auch nicht
so aus. Weiß, weich, vom Substrat ablösbar, aber eng anliegend.
Leptozystiden lang und dünn, oben stumpf, Hyphen mit Schnallen (siehe
Foto); soweit ich das beurteilen kann, monomitisch; Sporen: glatt,
oval-rundlich, hyalin mit Tropfen (der wird aber in PdS nicht erwähnt),
inamyloid. Länge: 4,3-5,4 Breite: 3,2-4,3 µm. Form und Größe würden zu
G.b. passen.
Ist es denn Grandinia barba-jovis?
Hallo Ditte,
das sieht schon stark nach dem Bärtigen Zähnchenrindenpilz (Hyphodóntia barba-jóvis) aus. Die Länge der Zähnchen würde jedoch besser zum Spitzstacheligen Zähnchenrindenpilz (Hyphodóntia argúta) passen; die Sporengröße ist für beide fast gleich. In PdS ist bei H. argúta bei 1 Spore sogar ein Tropfen angedeutet. Da die Mikrozeichnungen in PdS alle von Exsikkaten (also totem Material) angefertigt wurden, ist dem Fehlen von Tropfen keine allzu große Bedeutung beizumessen. Die Form der Leptozystiden sollte eine Entscheidung für eine der beiden Arten erlauben. Die Lagenozystiden sind nur zur Unterscheidung geeignet, wenn sie gefunden werden; wenn nicht, heißt das keinesfalls, dass keine vorhanden sind.
Was diese beiden Kullern im Mikrobild sind, weiß ich nicht.
Ich halte sie für leere Sporenhüllen dieses Pilzes oder auch Sporen eines anderen Pilzes.
Gruß - Schnuffel