Pilze Pilze Forum
Erweitert

Lachnum cf. subvirgineum *PIC*

Ingo Wagner, (vor 6411 Tagen)

Hallo!

Vielfach fallen Pilze an, die man nicht eindeutig zuordnen kann, deshalb heute mal wieder so einer. Sicherlich langweilig für die meisten, da wieder weiß und haarig:

[image]
In meinem Heimatkreis bisher noch nicht gefunden, nur einmal auswärts letztes Jahr in Hütten bei Pößneck (Erinnerst du dich noch, Andreas?). Die Mikros ähneln sich wie ein Ei dem anderen. Der wunde Punkt sind die zu kurzen Haare.

[image]
Gefunden habe ich ihn an einem relativ offen liegenden, 3cm starken Haselast, nicht morsch, zusammen mit Capitotricha bicolor.
Es handelt sich um eine mittelgroße (ca. bis 1mm) Lachnum-Art mit gut sichtbaren Haaren, verfärbt nicht (maximal die Stielbasis kann etwas gelb sein).

[image]
Auffällig die wenig spindeligen, schon mehr zylindrischen Sporen....

[image]
...die jung sehr schmalen Paraphysen, welche erst im Alter in der Spitze und als "Ölgürtel" etwas Öl haben können...

[image]
......und die allermeist keuligen Haare.

Am nächsten, denke ich, kommt Lachnum subvirgineum. Diese besitzt aber längere Haare. Mir würde, um ihn sicher auszuschließen, eine Beschreibung dieser Art weiterhelfen. Falls jemand die "Bausteine einer Askomyzetenflora" von 1985 besitzt, da müsste was über subvirgineum drinstehen. Über eine Ablichtung dieser Passage wäre ich dankbar.

Ich hätte das Werk ja schon längere Zeit gern selbst, ist aber nicht mehr ranzukommen (falls es jemand übrig hat, bei mir wäre es ganz sicher sehr gut aufgehoben!!)

VG Ingo W

Eintrag gesperrt
6 Aufrufe

das langweilt überhaupt nicht! *oT*

HARZPILZCHEN, (vor 6411 Tagen) @ Ingo Wagner

- kein Text -

Eintrag gesperrt
11 Aufrufe

Literatur-Status

Ingo Wagner, (vor 6411 Tagen) @ Ingo Wagner

Hallo!

Dirk W hat mir die Textstelle aus den "Bausteinen" zugemailt! Ist jetzt eigentlich nichts, was mich sonderlich weiter bringt.

Weiß jemand, ob und wo die Art gültig beschrieben ist?

VG Ingo W

Eintrag gesperrt
8 Aufrufe

Re: Literatur-Status

DirkW, (vor 6411 Tagen) @ Ingo Wagner

Hallo!
Dirk W hat mir die Textstelle aus den "Bausteinen" zugemailt! Ist
jetzt eigentlich nichts, was mich sonderlich weiter bringt.
Weiß jemand, ob und wo die Art gültig beschrieben ist?
VG Ingo W

hallo ingo,

ich glaube, die art ist nirgendwo gültig publiziert. wenn ich es richtig verstanden habe, sind die keulig verdickten haare charakteristisch. kann ich bei den anderen weißen langhaarigen so nicht wiederfinden ...
viele grüße
dirk

Eintrag gesperrt
7 Aufrufe

Re: Lachnum cf. subvirgineum *PIC*

Gernot, (vor 6411 Tagen) @ Ingo Wagner

Hallo Ingo,

dein Beitrag hat mich an eine Kollektion von mir erinnert, die ich hier glaube ich schon gezeigt habe:

Standort: Auf morschem, dicken Laubholzast an wegstehendem Aststück (Substrat also eher dünn), zwar in feuchtem Schluchtwald aber trotzdem exponiert gelegen, das Holz war auch ziemlich trocken.
Fruchtkörper: Bis 5 mm hoch und 1,5 mm breit, Aussenseite rein weiss, Fruchtschicht minimal dunkler (ockerlich).
Sporen: 10 x 2 µm, länglich elliptisch, ohne Inhalt, bei toten Sporen an den Polen einige Tröpfchen.
Haare: Vom Apothezienrand: Teilweise septiert, dünnwandig, hyalin, inkrustiert, meist kopig verdickt, 70-95 x 4-5 µm (Breite apikal gemessen).

[image]

[image]

Vom Standort und von den Mikromerkmalen her gleichen sich unsere Kollektionen ja ziemlich, vielleicht handelt es sich um die gleiche Art. Mit dem Schlüssel auf Zottos DVD komme ich jedenfalls ohne große Probleme zu L. subvirgineum.
Wenn du deine Kollektion als L. subvirgineum ablegst, benenne ich meine auch so ;).

Schöne Grüße
Gernot

Eintrag gesperrt
9 Aufrufe

Re: Lachnum cf. subvirgineum

MartinB, (vor 6411 Tagen) @ Ingo Wagner

Hallo Ingo,

die Bilder in der Datenbank von Ascofrance zeigen eher kürzere Haare als bei Dir. Oder täusche ich mich?

Viele Grüße, Martin

Hallo!
Vielfach fallen Pilze an, die man nicht eindeutig zuordnen kann, deshalb
heute mal wieder so einer. Sicherlich langweilig für die meisten, da
wieder weiß und haarig:
In meinem Heimatkreis bisher noch nicht gefunden, nur einmal auswärts letztes
Jahr in Hütten bei Pößneck (Erinnerst du dich noch, Andreas?). Die Mikros
ähneln sich wie ein Ei dem anderen. Der wunde Punkt sind die zu kurzen
Haare.

Gefunden habe ich ihn an einem relativ offen liegenden, 3cm starken Haselast,
nicht morsch, zusammen mit Capitotricha bicolor.
Es handelt sich um eine mittelgroße (ca. bis 1mm) Lachnum-Art mit gut
sichtbaren Haaren, verfärbt nicht (maximal die Stielbasis kann etwas gelb
sein).

Auffällig die wenig spindeligen, schon mehr zylindrischen Sporen....

...die jung sehr schmalen Paraphysen, welche erst im Alter in der Spitze und
als "Ölgürtel" etwas Öl haben können...

......und die allermeist keuligen Haare.
Am nächsten, denke ich, kommt Lachnum subvirgineum. Diese besitzt aber
längere Haare. Mir würde, um ihn sicher auszuschließen, eine Beschreibung
dieser Art weiterhelfen. Falls jemand die "Bausteine einer
Askomyzetenflora" von 1985 besitzt, da müsste was über subvirgineum
drinstehen. Über eine Ablichtung dieser Passage wäre ich dankbar.
Ich hätte das Werk ja schon längere Zeit gern selbst, ist aber nicht mehr
ranzukommen (falls es jemand übrig hat, bei mir wäre es ganz sicher sehr
gut aufgehoben!!)
VG Ingo W

Eintrag gesperrt
6 Aufrufe

Re: Lachnum cf. subvirgineum

Andreas ⌂, (vor 6411 Tagen) @ Ingo Wagner

Hallo Ingo,

Vielfach fallen Pilze an, die man nicht eindeutig zuordnen kann, deshalb
heute mal wieder so einer. Sicherlich langweilig für die meisten, da
wieder weiß und haarig:
In meinem Heimatkreis bisher noch nicht gefunden, nur einmal auswärts letztes
Jahr in Hütten bei Pößneck (Erinnerst du dich noch, Andreas?). Die Mikros
ähneln sich wie ein Ei dem anderen. Der wunde Punkt sind die zu kurzen
Haare.

Ja, klar erinnere ich mich.
Die Art ist nie publiziert worden, Zotto ist sich nicht ganz sicher über den Rang dieser Sippe (Art oder Varietät?)

...die jung sehr schmalen Paraphysen, welche erst im Alter in der Spitze und
als "Ölgürtel" etwas Öl haben können...

Das finde ich aber auch für virgineum typisch. Wenig Öl, so dass man oft gar nicht so ganz sicher ist, ob man bei den "öligen" oder den "nicht-öligen" schauen muss ....

......und die allermeist keuligen Haare.

Die sind schon recht typisch für subvirgineum.
Eigentlich kommt subvirgineum generell etwas später als virgineum und löst diese sozusagen ab. Mitte Mai bis Ende Juni ist eigentlich die typische Zeit.

Ich hätte das Werk ja schon längere Zeit gern selbst, ist aber nicht mehr
ranzukommen (falls es jemand übrig hat, bei mir wäre es ganz sicher sehr
gut aufgehoben!!)

Ich hab Dir eines, kostet Dich aber 12 Euro (+ Büchersendungs-Porto, wenn Du nicht bis zum nächsten Treffen warten willst).

beste Grüße,
Andreas

Eintrag gesperrt
6 Aufrufe

Re: Lachnum cf. subvirgineum

Ingo Wagner, (vor 6410 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas!

Ja, klar erinnere ich mich.
Die Art ist nie publiziert worden, Zotto ist sich nicht ganz sicher über den
Rang dieser Sippe (Art oder Varietät?)

Gut, die Info hilft erst mal. Wird wohl sicher mal als eigenständige Art publiziert werden, denke ich.

Die sind schon recht typisch für subvirgineum.
Eigentlich kommt subvirgineum generell etwas später als virgineum und löst
diese sozusagen ab. Mitte Mai bis Ende Juni ist eigentlich die typische
Zeit.

Ja, diese Aussage habe ich auch in der Substratliste (Zotto-DVD) für subvirgineum gefunden. Kann ich jetzt so für diesen Fund hier nicht bestätigen, denn mein cf. subvirgineum ist reif und sämtliche virgineum an Fichten-, Lärchen-, Erlenzapfen und Buchencupulen sind bei mir momentan alle noch sehr winzig.

Ich hab Dir eines, kostet Dich aber 12 Euro (+ Büchersendungs-Porto, wenn Du
nicht bis zum nächsten Treffen warten willst).

Fein, ist gebongt, ich melde mich aber privat nochmal, da kommt dann noch was dazu, damit sich das Porto lohnt.

VG Ingo W

Eintrag gesperrt
8 Aufrufe

Re: Lachnum cf. subvirgineum

Ingo Wagner, (vor 6410 Tagen) @ MartinB

Hallo Martin!

die Bilder in der Datenbank von Ascofrance zeigen eher kürzere Haare als bei
Dir. Oder täusche ich mich?

Ich werde nochmal genau bei Asco-France stöbern, aber was ich bisher sah, sind zwar Lachnum-Arten mit kopfig-keuligen Haaren, aber irgendwie fehlen genaue Werte.
Danke für den Link, hätte ich auch selber drauf kommen können.

VG Ingo W

Eintrag gesperrt
8 Aufrufe

Re: Lachnum cf. subvirgineum

Ingo Wagner, (vor 6410 Tagen) @ Gernot

Hallo Gernot!

Vom Standort und von den Mikromerkmalen her gleichen sich unsere Kollektionen
ja ziemlich, vielleicht handelt es sich um die gleiche Art. Mit dem
Schlüssel auf Zottos DVD komme ich jedenfalls ohne große Probleme zu L.
subvirgineum.
Wenn du deine Kollektion als L. subvirgineum ablegst, benenne ich meine auch
so ;).

Da bleibe ich erst mal vorsichtig. Er wird weiterhin erst mal cf. subvirgineum heißen, bis ich ihn noch öfter gefunden habe.

Deine Makro- und Mikrobilder könnte man auch anders interpretieren.
Ich denke auf deinen Mikrobildern Paraphysen zu erkennen, die feinguttuligen Inhalt haben. Wenn man das bei der Kleinheit der Bildchen so erkennt, könnte es sich um lichtbrechende Vakuolenguttulen handeln.
Mit dem Wissen der Hakenverhältnisse käme man vielleicht ebenfalls in einen Teilschlüssel mit lignicolen Lachnum-Arten mit keuligen Haaren.

Kurz: ich weiß nicht, ob´s das gleiche ist.

VG Ingo W

Eintrag gesperrt
8 Aufrufe

Re: Lachnum cf. subvirgineum

Gernot, (vor 6410 Tagen) @ Ingo Wagner

Hallo Ingo,

Da bleibe ich erst mal vorsichtig. Er wird weiterhin erst mal cf.
subvirgineum heißen, bis ich ihn noch öfter gefunden habe.

meine Kollektion würde ich ja auch nicht als subvirgineum ablegen, da mein Fund von letztem Jahr ist und ich da zugegebenermaßen noch nicht auf alles geachtet habe, worauf ich heute achten würde.

Deine Makro- und Mikrobilder könnte man auch anders interpretieren.
Ich denke auf deinen Mikrobildern Paraphysen zu erkennen, die feinguttuligen
Inhalt haben. Wenn man das bei der Kleinheit der Bildchen so erkennt,
könnte es sich um lichtbrechende Vakuolenguttulen handeln.

Die Paraphysen waren meist fast leer mit ganz wenigen, einzelnen Guttulen. Es gab aber auch Paraphysen mit dem, was ich mir als "Ölgürtel" vorstellen würde. Das Hakenvehältnis hatte ich damals leider nicht geprüft.
Eigentlich wollte ich nur eine Kollektion zeigen, die deiner recht ähnlich war, aber es scheint ja dann doch Unterschiede zu geben. Wer weiß, vielleicht finde ich sie ja wieder, dann werde ich sie gewiss genauer betrachten.

Schöne Grüße
Gernot

Eintrag gesperrt
8 Aufrufe

Re: Lachnum cf. subvirgineum

Ingo Wagner, (vor 6410 Tagen) @ Gernot

Hallo Ingo,
meine Kollektion würde ich ja auch nicht als subvirgineum ablegen, da mein
Fund von letztem Jahr ist und ich da zugegebenermaßen noch nicht auf alles
geachtet habe, worauf ich heute achten würde.
Die Paraphysen waren meist fast leer mit ganz wenigen, einzelnen Guttulen. Es
gab aber auch Paraphysen mit dem, was ich mir als "Ölgürtel"
vorstellen würde. Das Hakenvehältnis hatte ich damals leider nicht
geprüft.
Eigentlich wollte ich nur eine Kollektion zeigen, die deiner recht ähnlich
war, aber es scheint ja dann doch Unterschiede zu geben. Wer weiß,
vielleicht finde ich sie ja wieder, dann werde ich sie gewiss genauer
betrachten.
Schöne Grüße
Gernot

Hallo Gernot!

Ok, so weiße Becherchen gibt´s ja auch genug.
Übrigens sind in meinen Beschreibungen so selbstkreierten Worte wie "Ölgürtel", "Hyalinblasen" oder "diffusguttulat" natürlich nicht fachgerecht, mir fällt da bloß meist kein besseres Wort dafür ein.

VG Ingo W

Eintrag gesperrt
8 Aufrufe

Re: Lachnum cf. subvirgineum *PIC*

Gernot, (vor 6351 Tagen) @ Ingo Wagner

Hallo Ingo,

ich wollte dir bloß mittelien, dass ich letztens eine Kollektion auf feuchtem Krautstängel gefunden habe, die ich vorsichtig als Lachnum subvirgineum bestimmt habe, was mir Zotto bestätigt hat. Auffällig: Die Randhaare gingen bei meiner Kollektion auch nur bis 90 µm. Vielleicht hilft dir das etwas weiter.

Hier noch meine Kollektion:

Substrat: Alter, feucht liegender Krautstängel (leider nicht näher bestimmbar).
Asci: IKI bb, bis 43 x 5 µm, Haken +.
Paraphysen: Bis 6 µm breit, Asci bis 27 µm überragend, ohne lichtbrechende VBs.
Sporen: 9-10 x 2-2,5 µm, OCI = 0-1.
Haare: Bis 90 x 6,5 µm (apikal), apikal deutlich kopfig.

[image]

[image]
Von links nach recht: Hymenium, Haare, Sporen

Da ich jetzt den Vergleich einer tatsächlichen Lachnum subvirgineum habe, glaube ich nun auch nicht mehr daran, dass meine hier schon vorgestellte Kollektion eine ist.

Schöne Grüße
Gernot

Eintrag gesperrt
8 Aufrufe

Re: Lachnum cf. subvirgineum

Ingo Wagner, (vor 6351 Tagen) @ Gernot

Hallo Gernot!

Hier noch meine Kollektion: Substrat: Alter, feucht liegender Krautstängel
(leider nicht näher bestimmbar).
Asci: IKI bb, bis 43 x 5 µm, Haken +.
Paraphysen: Bis 6 µm breit, Asci bis 27 µm überragend, ohne lichtbrechende
VBs.
Sporen: 9-10 x 2-2,5 µm, OCI = 0-1.
Haare: Bis 90 x 6,5 µm (apikal), apikal deutlich kopfig.

Solche Rückmeldungen sind nach natürlich schön.
Frage noch: Hat Zotto deinen Fund untersucht oder war´s eine Bestätigung nach deinen Mikrobildern?

Eintrag gesperrt
8 Aufrufe

Re: Lachnum cf. subvirgineum

Gernot, (vor 6351 Tagen) @ Ingo Wagner

Hallo Ingo,

es war eine Bestätigung nach meinen Daten, er hat den Fund nicht selber gesehen. Zumindest aber scheinen ihn die kurze Haare nicht gestört zu haben.

Schöne Grüße
Gernot

Eintrag gesperrt
8 Aufrufe

Re: Lachnum cf. subvirgineum

Ingo Wagner, (vor 6350 Tagen) @ Gernot

Hallo Ingo,
es war eine Bestätigung nach meinen Daten, er hat den Fund nicht selber
gesehen. Zumindest aber scheinen ihn die kurze Haare nicht gestört zu
haben.
Schöne Grüße
Gernot

Hallo Gernot!

Alles klar! Schade, dass das Substrat unbekannt bleibt.

VG Ingo W