Hi Uschi,
Dein Fund bereitet ernsthaft Kopfzerbrechen... Ganoderma lucidum wächst zwar durchaus auf Fichte, aber das ist eine einjährige Art (wie auch G. carnosum). Da Du vier Röhrenschichten zählst, kann man sie also ausschließen (zwei sind o.k. - z.B. trockener Sommer, dann kann es passieren, dass eine zweite Lage wächst). Ich habe G. lucidum auch noch nie sitzend gefunden. Die Trama ist auch sehr hell für G. lucidum (kenne ich mit einem Purpurreflex im Braun der Trama).
G. carnosum wäre auch einjährig - zudem sieht die Art völlig anders aus (Krustenfarbe dunkler, wie schon erwähnt wurde).
G. valesiacum hätte die helle Trama - und ist makroskopisch nicht leicht von G. lucidum unterscheidbar, kann auch sitzende Fruchtkörper haben, wächst aber anscheinend nur auf Lärche. Bester Unterschied: die cremefarbene Trama! Dein Fund würde also ganz gut passen passen (die Trama müsste auch relativ weich sein). Mikroskopie: sehr ählich wie G. lucidum. Aber: auch G. valesiacum ist nur einjährig.
Und da liegt der Hase im Pfeffer... Du beschreibst vier Schichten (ich sehe zumindest drei auf dem Deitalfoto). Insofern passt das nicht.
Die mehrjährigen Arten... was bleibt da übrig? G. applanatum können wir getrost ausschließen. Bleiben G. australe, G. pfeifferi und G. resinaceum...
G. australe... Sporenbreite würde ganz gut passen, aber die Kruste müsste dick sein und im Querschnitt fast schwarz sein, die Hutfarbe dunkel braun... passt gar nicht!
G. pfeifferi... Hutfarbe rot bis rotbraun wäre o.k., aber die Sporen müssten breiter sein (bis 9 µm), die Trama dunkelbraun und es ist eine wärmeliebende Laubholzart... *ähem*
G. resinaceum... alte FK sehen anders aus (extrem dicke Lackschicht), aber junge bis mittelalte FK sind schön rot bis rotbraun. Was gut passt, ist die etwas blassere Trama (im Vergleich zu den anderen Arten außer G. valesiacum) und die dunklere Zone über den Röhren. Die Röhrenschichten sind auch nicht deutlich abgegrenzt (wie bei dir zu sehen, keine Tramaschicht eingezogen).
Problem: Die Art wächst an fast allem (meist an Eiche), aber nicht an Nadelholz! Die Sporen wären auch schmaler (nur 4,5-7 µm breit) und kürzer.
Und schon sind wir am Ende... Insofern würde ich die Kollektion als Ganoderma aff. resinaceum zwischenspeichern.
Oder kennt jemand aus den wärmeren Gefilden Ganoderma lucidum ausnahmsweise mehrjährig und zudem völlig (!) ungestielt?
Ich habe G. lucidum noch nicht so oft gefunden, aber sie war immer einjährig. G. carnosum habe ich des öfteren in der hand gehabt, auch immer einjährig. G. valesiacum hatte ich noch nicht in Händen. Falls man die Mehrjährigkeit außer Acht ließe, wäre das am ehesten mein Tipp. Warum statt Lärche nicht auch mal Fichte.
Schöner wären kleinere Sporen (= G. resinaceum).
Insofern ist mein Latein am Ende.
LG
Christoph
und an Fichte sind makroskopischen Merkmale die man im Gelände sofort bei dem
nachfolgenden Pilz erkennt.
Hallo und guten Tag liebe Pilzler,
ein Lackporlingsfund bereitet mir Kopfzerbrechen. In der mir zur Verfügung
stehenden Literatur ist einfach nichts „Passendes“ zu finden.
Zunächst einmal die Beschreibung.
Frkp.:
Durchmesser ca. 20cm, 10-15mm dick, wellig, rotbraun (mahagonifarben),
gezont. Porenschicht braun, ca. 5 Poren pro mm. Stiel nicht vorhanden.
Anwachsstelle dunkelbraun.
Fundort: Fichtenwald, dicht über dem Boden an einem Stubben angewachsen, 400m
üNN.
Mikroskopische Merkmale:
Sporen hellbraun, isoliert feinwarzig, deutlicher Keimporus, 10,5-13 x
6-7,5µm. Harzschicht aus etwa 20µm langen, dicht stehenden etwas keuligen
Elementen. Schnitt durch den Frkp. ergibt 4 Schichten. Unter der dünnen
Harzschicht, eine gelbliche Schicht, danach eine mittelbraune und die
Röhrenschicht.
Bei Ganoderma lucidum passt das Substrat und der Stiel nicht, G. pfeifferi
kommt an Laubholz vor, G. resinaceum hat schmalere Sporen und soll nur an
Eiche beheimatet sein und G. carnosum passt auch nicht so recht.
Über Hilfe bei dieser Bestimmung würde ich mich freuen.
Eine gute Osterzeit
Gelbfieber & Co