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Herbst im Münsterland

Markus, (vor 9249 Tagen)

Hallo!

Im letzten Jahr war ich Ende Oktober im Münsterland (Lüdinghausen) und konnte meinen Augen kaum trauen. Riesige Mengen von großen Maronen, Rotkappen etc. aber auch...
Knollenblätterpilze. Gelbe, weiße und grüne Knollenblätterpilze zu tausenden. Da ich um diese Zeit dort noch nie danach gesucht habe, weiß ich immer noch nicht, ob das Normal oder eine Außnahme war. Kommt das häufiger vor in Deutschland?
Hier in Tirol sind diese Pilze eher selten, den grünen Knollenblätterpilz kenne ich sonst nur aus Büchern.

Alles Gute

Markus

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Raufüße, Knollis & Co.

Thomas Pruß, (vor 9249 Tagen) @ Markus

Moin Markus,
ich muss staunen: normalerweise hätte ich den größeren Pilzbestand in Tirol vermutet.
Dass Rotkappen, Maronen und Knollis so häufig sind, ist eigenmtlich normal. Das Münsterland besitzt einen leichten Sandboden, der etwas sauer ist, was die Pilze sehr goutieren. In Tirol, so meine ich, habt ihr Dolomit als Grundgestein, und der ist wohl eher basisch. Knollis finde ich auch in meiner Heimat der Vor-Eifel zur Haupt-Wachstumszeit mehr als reichlich. Hier ist das Grundgestein Buntsandstein, und der reagiert auch leicht sauer. Wiederum findet man alle Arten von Raufußröhrlingen (nach neuer deutscher Rechtschreibung ohne „h“) bei uns in Nordfriesland (das ist da oben, zwischen Nord- und Ostsee) auch in rauen Mengen. Und zwar vornehmlich auf den Geestrücken. Das sind niedrige sandige Erhebungen in der Marsch (Westküste), die man hier in maßloser Übertreibung „Berge“ nennt. Das nur, damit du als „Bergländler“ keinen Lachanfall bekommst.
Noch’n Grund: Nordfriesland ist zwar sehr waldarm, doch kommen Birken und Pappeln reichlich vor, was die Raufüße auch mögen.
Grüsslis
Thomas

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Re: Raufüße, Knollis & Co.

Markus, (vor 9249 Tagen) @ Thomas Pruß

Moin Thomas

Damit keine falschen Vorstellungen aufkommen. Ich bin geborener Münsterländer. Seit 10 Jahren in Tirol, habe aber hier erst mit dem Pilzesammlen angefangen.
Hier ist zwar allgemein viel los mit Pilzen, aber was ich im letzten Herbst in der Nähe Lüdinghausen gefunden habe war ein Vielfaches von dem, was ich in Tirol je gesehen habe. Natürlich keine Pfifferlinge und nur einen Steinpilz, aber sonst Pilze bis zum Abwinken.
Am interessantesten fande ich die Schmarotzerröhrlinge.
Auf der Reise war ich auch in Oldenburg und besuchte einen Freund. Dort waren die Wälder voll mit Maronen und vor allem Kahler Krempling.

Alles Gute

Markus

Moin Markus,
ich muss staunen: normalerweise hätte ich den größeren Pilzbestand in Tirol
vermutet.
Dass Rotkappen, Maronen und Knollis so häufig sind, ist eigenmtlich normal.
Das Münsterland besitzt einen leichten Sandboden, der etwas sauer ist, was
die Pilze sehr goutieren. In Tirol, so meine ich, habt ihr Dolomit als
Grundgestein, und der ist wohl eher basisch. Knollis finde ich auch in
meiner Heimat der Vor-Eifel zur Haupt-Wachstumszeit mehr als reichlich.
Hier ist das Grundgestein Buntsandstein, und der reagiert auch leicht
sauer. Wiederum findet man alle Arten von Raufußröhrlingen (nach neuer
deutscher Rechtschreibung ohne „h“) bei uns in Nordfriesland (das ist da
oben, zwischen Nord- und Ostsee) auch in rauen Mengen. Und zwar
vornehmlich auf den Geestrücken. Das sind niedrige sandige Erhebungen in
der Marsch (Westküste), die man hier in maßloser Übertreibung „Berge“
nennt. Das nur, damit du als „Bergländler“ keinen Lachanfall bekommst.
Noch’n Grund: Nordfriesland ist zwar sehr waldarm, doch kommen Birken und
Pappeln reichlich vor, was die Raufüße auch mögen.
Grüsslis
Thomas

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Re: Herbst im Münsterland

Dirk, (vor 9249 Tagen) @ Markus

Hallo!
Im letzten Jahr war ich Ende Oktober im Münsterland (Lüdinghausen) und konnte
meinen Augen kaum trauen. Riesige Mengen von großen Maronen, Rotkappen
etc. aber auch...
Knollenblätterpilze. Gelbe, weiße und grüne Knollenblätterpilze zu tausenden.
Da ich um diese Zeit dort noch nie danach gesucht habe, weiß ich immer
noch nicht, ob das Normal oder eine Außnahme war. Kommt das häufiger vor
in Deutschland?
Hier in Tirol sind diese Pilze eher selten, den grünen Knollenblätterpilz
kenne ich sonst nur aus Büchern.
Alles Gute
Markus

hallo markus,

maronen, kahle kremplinge und gelbe knollenblätterpilze sind in unseren breiten (münsterland/sauerland) sicher die absoluten massenpilze. erst recht im letzten jahr. aber weiße und grüne in solchen mengen? bist du sicher? das ist ein ding. mir ist überhaupt nur eine stelle bekannt, wo ich regelmäßig grüne knollenblätterpilze finde, weiße überhaupt nie - sonst nur auf urlaub in den alpen. da werd ich meine fahrradausflüge um haltern wohl mal richtung osten ausdehnen müssen.
gruß
dirk

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Re: Herbst im Münsterland

Markus, (vor 9248 Tagen) @ Dirk

Hallo Dirk
Mit den Knollenblätterpilzen bin ich mir (Tod)-Sicher. Zur Bestätigung meiner Meinung habe ich auch noch einen lokalen Pilzfachmann zu Rate gezogen, von einer Verkostung habe ich jedoch abgesehen. Meine Mutter hat auf diesen Ausflügen viele Fotos davon gemacht, jedoch sind diese so schlecht, das sie kaum aussagekräftig sind.
Haupsächlicher Fundort der grünen Knollenblätterpilze waren die Wälder nördlich von Ascheberg (Nähe Ottmarsbochold, Dortmund Ems Kanal.
Ich werde mal nächste Woche nachfragen, wie dieses Gebiet genau heißt.
Die weißen (und natürlich auch die gelben) fand ich in der Nähe der sogenannten Sandberge (ein Heidegebiet hinter Seppenrade in Richtung Haltern).

Alles Gute

Markus Evertz

hallo markus,
maronen, kahle kremplinge und gelbe knollenblätterpilze sind in unseren
breiten (münsterland/sauerland) sicher die absoluten massenpilze. erst
recht im letzten jahr. aber weiße und grüne in solchen mengen? bist du
sicher? das ist ein ding. mir ist überhaupt nur eine stelle bekannt, wo
ich regelmäßig grüne knollenblätterpilze finde, weiße überhaupt nie -
sonst nur auf urlaub in den alpen. da werd ich meine fahrradausflüge um
haltern wohl mal richtung osten ausdehnen müssen.
gruß
dirk

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Münsterland-Namen

Thomas Pruß, (vor 9248 Tagen) @ Markus

Hallo Markus,
die gegend um Ottmarsbochold hat m. W. keinen besonderen Namen. Etwa 12 km weiter östlich (Luftlinie) liegt aber das Gebiet „Hohe Ward“, das auch sehr waldreich ist.
Grüsslis
Thomas

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Re: Herbst im Münsterland

Klaus, (vor 9248 Tagen) @ Markus

Hallo!
Im letzten Jahr war ich Ende Oktober im Münsterland (Lüdinghausen) und konnte
meinen Augen kaum trauen. Riesige Mengen von großen Maronen, Rotkappen
etc. aber auch...
Knollenblätterpilze. Gelbe, weiße und grüne Knollenblätterpilze zu tausenden.
Da ich um diese Zeit dort noch nie danach gesucht habe, weiß ich immer
noch nicht, ob das Normal oder eine Außnahme war. Kommt das häufiger vor
in Deutschland?
Hier in Tirol sind diese Pilze eher selten, den grünen Knollenblätterpilz
kenne ich sonst nur aus Büchern.
Alles Gute
Markus

Hallo Markus,
schöne Grüße aus dem westlichen Münsterland (Velen-Gescher-Ahaus-Stadtlohn). Das letzte Jahr war mit Sicherheit kein Maßstab. Ich würde jedenfalls lieber in Tirol suchen (besonders Ascomyzeten). Die weißen Knollenblätterpilze gehörten mit Sicherheit zur weißen Abart des Gelben Kn. (Amanita citrina). Den Grünen Kn. kann man gelegentlich tatsächlich in Mssen auftreten, allerdings ausschließlich auf Mergel- o. Kalkböden, die es hier durchaus gibt; immer allerdings in Eichen- oder Buchen-Beständen. Nie auf Sand.Also: um einen realistischen Eindruck zu bekommen, suchst du am besten im kommenden Herbst nochmal an den entsprechenden Stellen.
Ciao
Klaus

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Münsterland-Pilzflora

Klaus Siepe, (vor 9247 Tagen) @ Markus

Hallo zusammen!
Mir fällt gerade noch ein, dass es für alle, die sich über die 'Pilz-Diaspora' Münsterland vor einem etwaigen Beusch informieren wollen, sehr detaillierte Literatur gibt. Beides erschienen innerhalb der 'Abhandlungen aus dem Landesmuseum für Naturkunde zu Münster in Westfalen':
Annemarie Runge: Die Pilzflora Westfalens; 43.Jg. 1981, Heft 1: 1-135
sowie
Annemarie Runge: Neue Beiträge zur Pilzflora Westfalen; 48. Jg. 1986, Heft 1: 1-99.
Beides sehr empfehlenswerte für Leute, die sich in diesen Breitengraden hier näher mit Pilzen beschäftigen (wollen).
Klaus