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Cheilymenia und Coprotus spec. *PIC*

Gunnar, (vor 6376 Tagen)

Hallo zusammen,

von der LFA-Exkursion am Kyffhäuserrand noch eine kleine Ergänzung. Auf den Kirschplantagen wurden Kühe geweidet. Auf den unüblicherweise mal nicht gepladderten Haufen, die eher denen von Elefanten glichen, war so Einiges zu finden. Neben Peziza fimeti ss. Donadini/Gamundi, die im Bild zu sehenden Cheilymenia stercorea und die kleine weißen - ja genau (ich habe sie auch erst beim Fotografieren entdeckt). Kann jemand etwas zu den Coprotus sagen?
Coprotus leucopocillum scheidet aus, da die Sporen kleiner sind. Passen würde von der Sporengröße C. disculus 12-13µ (Asci um 80µ). Mikrobild in nachfolgend.

Gruß Gunnar

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Coprotus spec.

Nobi, (vor 6375 Tagen) @ Gunnar

Hallo Gunnar,

Arten der Gattung Coprotus findet man recht häufig an Dung. Leider werden sie auf Grund ihrer Kleinheit oft übersehen, so dass nur wenig zu deren Vorkommen und Verbreitung bekannt ist.

Nach meinen und Peter Welts Beobachtungen sind C. leucopocillum, C. ochraceus und C. sexdecimsporus weit verbreitet, während C. glaucellus, C. granuliformis, C. lacteus und die vielsporigen C. niveus sowie C. winteri neben einigen weiteren Arten eher selten sind.

Coprotus disculus habe ich noch nie gesehen, ich kenne auch keine deutschen Funde. Das wäre schon eine Überraschung.

Deine (sehr gelungenen) Mikrobilder zeigen mehrheitlich biseriate Asci, wie ich sie von C. leucopocillum kenne. Bei C. disculus sind diese der Literatur nach meist uniseriat. Ich halte dieses Merkmal für nicht unwesentlich. Möglicherweise waren die Pilzchen noch nicht ausgereift?

Untersuche doch bitte nochmal mehrere Apothecien und teile ein paar mehr Mikromerkmale mit: Sporen- sowie Ascuslänge und -breite, Anordnung der Sporen im Ascus, Breite der Paraphysen-Endzellen.

Vielleicht lässt sich die Art doch noch benennen.

Beste Grüße vom Nobi

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Re: Coprotus spec.

Gunnar, (vor 6374 Tagen) @ Nobi

Hallo Gunnar,
Arten der Gattung Coprotus findet man recht häufig an Dung. Leider werden sie
auf Grund ihrer Kleinheit oft übersehen, so dass nur wenig zu deren
Vorkommen und Verbreitung bekannt ist.
Nach meinen und Peter Welts Beobachtungen sind C. leucopocillum, C. ochraceus
und C. sexdecimsporus weit verbreitet, während C. glaucellus, C.
granuliformis, C. lacteus und die vielsporigen C. niveus sowie C. winteri
neben einigen weiteren Arten eher selten sind.
Coprotus disculus habe ich noch nie gesehen, ich kenne auch keine deutschen
Funde. Das wäre schon eine Überraschung.
Deine (sehr gelungenen) Mikrobilder zeigen mehrheitlich biseriate Asci, wie
ich sie von C. leucopocillum kenne. Bei C. disculus sind diese der
Literatur nach meist uniseriat. Ich halte dieses Merkmal für nicht
unwesentlich. Möglicherweise waren die Pilzchen noch nicht ausgereift?
Untersuche doch bitte nochmal mehrere Apothecien und teile ein paar mehr
Mikromerkmale mit: Sporen- sowie Ascuslänge und -breite, Anordnung der
Sporen im Ascus, Breite der Paraphysen-Endzellen.
Vielleicht lässt sich die Art doch noch benennen.
Beste Grüße vom Nobi

Hallo Norbert,

herzlichen Dank für die Zeilen. Ich sage nur - man soll nicht mehr so spät am Computer sitzen. Ich habe doch hier auf den falschen Notizzettel geschaut. Mein Freund Wolfgang hatte nämlich auch so einen Teilhaufen mitgenommen und ganz andere Sporenmaße notiert. Und die passen mehr zu Coprotus disculus. (Du kannst ja mal mit ihm direkt sprechen, vor ihm ist kein Sch-haufen sicher ;-) Die Sporen meiner Aufsammlung messen so um die 14,7-15,7 x 7,8-8,8µ, haben einen Zellkern und liegen in Schläuchen um die 100 x 24µ. Die gebogenen Paraphysen sind apikal ca. 4µ dick. Deinen Zeilen folgend würde ich also denken, C. leucopocillum untersucht zu haben. Kannst Du da jetzt mitgehen?

Gruß Gunnar

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Re: Coprotus spec.

Nobi, (vor 6374 Tagen) @ Gunnar

Hallo Gunnar,

da kann ich nicht nur mitgehen, sondern endlich wieder ruhig schlafen. Die Maße passen perfekt zu Coprotus leucopocillum.

Ein schöner Fund!

Beste Grüße vom Nobi