Ritterling? *PIC*
Hallo,
dies ist wohl ein Ritterling? Wenn ja, welcher?
Spp weiß, Huthaut leicht radial filzig.
Durchmesser des Hutes 7 cm, kein Ring am Stiel.
Viele Grüße und vielen Dank im Voraus
Anke
![[image]](/archiv/forum/webbbs/userpics/pic160964.jpg)
Anek, (vor 6366 Tagen)
Hallo,
dies ist wohl ein Ritterling? Wenn ja, welcher?
Spp weiß, Huthaut leicht radial filzig.
Durchmesser des Hutes 7 cm, kein Ring am Stiel.
Viele Grüße und vielen Dank im Voraus
Anke
![[image]](/archiv/forum/webbbs/userpics/pic160964.jpg)
Harald Andres Schmid, (vor 6366 Tagen) @ Anek
Hallo,
dies ist wohl ein Ritterling? Wenn ja, welcher?
Spp weiß, Huthaut leicht radial filzig.
Durchmesser des Hutes 7 cm, kein Ring am Stiel.
Viele Grüße und vielen Dank im Voraus
Anke
Hallo, Anke
Das sieht mir nach einem Breitblättrigen Rübling (Oudemansiella/Xerula/Megacollybia platyphylla) aus.
Die Exemplare im Frühjahr sind bei uns meist wie auf Deinem Foto hellgrau bis fast weisslich, im Herbst dunkler.
Schneide mal ein Exemplar quer durch. Du wirst feststellen, dass praktisch kein Hutfleisch vorhanden ist, nur über dem Stiel ganz wenig.
Darum auch "breitblättriger" Rübling. Das "Breit" bezieht sich auf die Ausdehnung der Lamellen senkrecht von der Schneide aufwärts bis zur Huthaut.
Darum auch das überraschend leichte Gewicht, wenn man den Pilz aufnimmt.
Er wird als essbar angegeben.
Auf der Kontrolle rate ich meist ab, wenn ihn jemand probieren will, weise ich darauf hin, dass das Zurüsten nicht so einfach ist:
Den Stiel kann man wegschmeissen, der ist zäh.
Dann bleibt die Wahl, ob man die Huthaut abzieht und die Lamellen ist, oder die Lamellen entfernt und die Huthaut isst. 
Lieben Gruss, Harald Andres
Violet, (vor 6366 Tagen) @ Harald Andres Schmid
Hallo, Anke
Das sieht mir nach einem Breitblättrigen Rübling
(Oudemansiella/Xerula/Megacollybia platyphylla) aus.
Die Exemplare im Frühjahr sind bei uns meist wie auf Deinem Foto hellgrau bis
fast weisslich, im Herbst dunkler.
Schneide mal ein Exemplar quer durch. Du wirst feststellen, dass praktisch
kein Hutfleisch vorhanden ist, nur über dem Stiel ganz wenig.
Darum auch "breitblättriger" Rübling. Das "Breit" bezieht
sich auf die Ausdehnung der Lamellen senkrecht von der Schneide aufwärts
bis zur Huthaut.
Darum auch das überraschend leichte Gewicht, wenn man den Pilz aufnimmt.
Er wird als essbar angegeben.
Auf der Kontrolle rate ich meist ab, wenn ihn jemand probieren will, weise
ich darauf hin, dass das Zurüsten nicht so einfach ist: Den Stiel kann man
wegschmeissen, der ist zäh.
Dann bleibt die Wahl, ob man die Huthaut abzieht und die Lamellen ist, oder
die Lamellen entfernt und die Huthaut isst.
Lieben Gruss, Harald Andres
Das hast du aber schön erklärt, lieber Harald Andres!
Liebe Grüße
Ditte
Anek, (vor 6364 Tagen) @ Harald Andres Schmid
Lieber Harald,
vielen Dank für die Bestimmung und Erklärung.
Könnte tatsächlich hinkommen...
Dabei dachte ich doch, Rüblinge hätten diesen gummischlauchartigen Stiel (silikonschlauchartig, schweinsohrartig....)...das hatte dieser aber, meine ich nicht, doch eher faserig.....
allerdings steht dieser Breitblättrige Rübling auch in meinen Büchern nicht bei den anderen Rüblingen, vielleicht eben doch eine andere Gattung.....
Dann hätte ich im Schlüssel "wächst auf Holz" sagen müssen.....?
(Hatte wohl nicht tief genug gebuddelt).
Vielen Dank für die Bestimmung und die ausführliche Beschreibung
Anke
Hallo, Anke
Das sieht mir nach einem Breitblättrigen Rübling
(Oudemansiella/Xerula/Megacollybia platyphylla) aus.
Die Exemplare im Frühjahr sind bei uns meist wie auf Deinem Foto hellgrau bis
fast weisslich, im Herbst dunkler.
Schneide mal ein Exemplar quer durch. Du wirst feststellen, dass praktisch
kein Hutfleisch vorhanden ist, nur über dem Stiel ganz wenig.
Darum auch "breitblättriger" Rübling. Das "Breit" bezieht
sich auf die Ausdehnung der Lamellen senkrecht von der Schneide aufwärts
bis zur Huthaut.
Darum auch das überraschend leichte Gewicht, wenn man den Pilz aufnimmt.
Er wird als essbar angegeben.
Auf der Kontrolle rate ich meist ab, wenn ihn jemand probieren will, weise
ich darauf hin, dass das Zurüsten nicht so einfach ist: Den Stiel kann man
wegschmeissen, der ist zäh.
Dann bleibt die Wahl, ob man die Huthaut abzieht und die Lamellen ist, oder
die Lamellen entfernt und die Huthaut isst.
Lieben Gruss, Harald Andres
Hallo Anke,
Rüblinge sowie den Rüblingen ähnliche Gattungen (und dazu kann man den Breitblättrigen zählen) sind die hellsporigen Blätterpilze mit den am stärksten faserigen Stielen. Der Breitblättrige wächst immmer auf Holz - dieses ist jedoch ganz oft im Boden vergraben. Auch die Rüblinge im engern Sinne (heute Gymnopus) sind ja Saprophyten, die aber meist in der Laub- und Nadelstreu, seltener direkt aur Borke oder Holz (z.B. durchaus auch auf Rindenmulch), anzutreffen sind. Der Breitblättrige ist, was die Einordnung in eine Gattung betrifft, ein ganz schwieriger Geselle. In den letzten Jahrzehnten wechselte er von Oudemansiella ("Filzrübling") über phasenweise Tricholomopsis ("Holzritterling" - so bei Singer)zu Megacollybia (monotypische Gattung), bis ihn Erhard Ludwig zu Clitocybula ("Holztrichterling") stellte - letzteres wird (noch) nicht von jedem akzeptiert, ich finde es aber ziemlich passend.
Man könnte da noch manches erzählen, aber Du siehst, das Ganze ist relativ kompliziert ...
Liebe Grüße sendet Lothar
Liebe Anke,
den Erklärungen meiner gelehrten Vorgängern (z. B. Lothar) habe ich nur wenig hinzu zu fügen. Was dich anfangs etwas verwirrt haben dürfte, ist der Grundsatz: Wenn man den Stiel eines Blätterpilzes knickt und den Kopf mit der die Basis haltendenden Hand nach oben schnellt, sieht er fast "wie neu aus"; d.h. er steht wieder (Nein, Lothar, bitte keine freud'sche Fehlleistung mehr - Rüblinge haben keinen Tripper und machen auch alles Weitere ohne "Pimmelchen"!) - also ist es ein Rübling.
Diese "Rüblingsregel" gilt leider nicht unbeschränkt. Dasselbe kann einem bei dickstieligen Helmlingen ebenso passieren wie bei etlichen anderen, mit langen Hyphenzellen versehenen, blättrigen Pilzen, ist also nur ein erstes Anscheinskriterium bei Hellsporern. Die sogenannte Rüblingsregel gilt also leider nicht universell. Warum sollte die Pilzkunde auch einfacher sein als andere Naturwissenschaften, die die Natur bis hin zur vielgesuchten Weltformel berechenbar machen wollen?
Mit liebem Gruß, Peter!