Re: Grünlingsgift
Es heisst korrekt Rhabdomyolyse, und bezeichnet die Lyse, also die Auflösung quergestreifter Muskelfasern (Rhabdo = stab, daher wohl gestreift, und Myo = muskel).
Dieses Phenomen wird als neue Vergiftungserscheinung für die Todesfälle bei den Grünlingsvergiftungen, bei denen in allen Fällen grosse Mengen Grünling verspeist wurden, verantwortlich gemacht.
Bei den in diesem Artikel erwähnten japanischen Russulas treten die gleichen Syndrome auf, und es wurde jetzt nachgewiesen, das sie dort durch den publizierten Kohlenwasserstoff ausgelöst werden. Die Vermutung ist also naheliegend, das in anderen Pilzen ähnliche oder gleiche Substanzen diese Erkrankung auslösen.
Interessant ist auch noch, das in Versuchen mit getrockneten Pilzen an Mäusen durchaus gute und verbreitete Speisepilze wie Steinpilze, Pfifferlinge und Täublinge Rhabdomyolyse auslösen konnten. allerdings nur nach mehreren wochen eines Konsums von 9 g pro Tag und Kilo Gewicht, was bei einem Menschen von 60 kg 540 g Trockenpilze pro Tag bedeuten würde. (Suspected myotoxicity of edible wild mushrooms.Exp Biol Med (Maywood). 2006 Feb;231(2):221-8.)
Erste Versuche mit frischen, bzw eingefrorenen Pilzen wurden letztes Jahr für den Grünling publiziert und weisen auch Rhabdomyolyse bei hohem Pilzkonsum nach.
(Indications of hepatic and cardiac toxicity caused by subchronic Tricholoma flavovirens consumption.Food Chem Toxicol. 2008 Feb;46(2):781-6. Epub 2007 Oct 25.)
Es bleibt also abzuwarten in welchen Pilzen und in welcher Konzentration das oben von Martl schon wiedergegebene Molekül nachgewiesen werden kann.
Liebe Grüsse
Kristian