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Fund bei Trockenheit *PIC*

Harald Andres Schmid, (vor 6359 Tagen)

Hallo,
[image]
Im Moment ist bei uns alles knockentrocken.
Die Bise (kühler Nordostwind im Schweizer Mittelland bei Hochdrucklagen) hat in den letzten Tagen alles ausgetrocknet.
Die Wälder sind ziemlich leer.
Ein paar schöne Exemplare auf einem vermoderten Strunk habe ich aber gefunden:

Lentinus torulosus - Laubholz-Knäueling

[image]

Weiss jemand, warum der auch Birkenknäueling genannt wird?
Auf Birke habe ich den noch nie gesehen..

Gruß, Harald Andres

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Re: Fund bei Trockenheit

Lothar, (vor 6359 Tagen) @ Harald Andres Schmid

Hallo Harald Andres,:

Weiss jemand, warum der auch Birkenknäueling genannt wird?

.. aus dem gleichen Grund wie der Birkenblättling (Lenzites betulinus). Weil er mal an Birke vorkommt, aber meistens nicht :-)
(wobei ich den Namen Birken-Knäueling nie gehört habe, sondern nur Buchen-Knäueling).
Und aus dem gleichen Grund, warum der Rotrandige Baumschwamm Fomitopsis pinicola heißt. Hin und wieder kann der sogar auch mal an Kiefer wachsen ...

Auf Birke habe ich den noch nie gesehen..

Ich schon! Auch Lenzites betulinus. ...

LG von Lothar

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Re: Fund bei Trockenheit

Pilzmann, (vor 6358 Tagen) @ Lothar

Hallo Lothar,

würde mir nie erlauben, dich fachlich eines Besseren belehren zu wollen. Aber der Name "Birken-Knäueling" ist u. a. im "Großen Gerhardt" fest gehalten. Ich persönlich halte es inzwischen, analog Bollmann et al., mit der Bezeichnung "Laubholz-Knäueling", da ich ihn auch schon auf anderen Laubholzstümpfen, vorwiegend Buche, aber auch schon auf Eiche, gefunden habe.

Etwas untergegangen ist bei deiner Antwort vielleicht auch, dass es Fomitopsis pinicola, jenseits der Nadelbäume, "mit fast jedem / jeder treibt": Birke, Buche, Eiche. Insofern ist es für mich einfach der "Rotrandige Baumschwamm" und nicht der Fichten-Porling.

Ich bitte dich insofern, meine kleine "Sprachentwicklungshilfe an Baden-Württemberg "Wir können alles, außer Hochdeutsch", nicht übel zu nehmen ;-).

Mit p(v)ersönlichem Gruß, Peter!

Hallo Harald Andres,: .. aus dem gleichen Grund wie der Birkenblättling
(Lenzites betulinus). Weil er mal an Birke vorkommt, aber meistens nicht

-)

(wobei ich den Namen Birken-Knäueling nie gehört habe, sondern nur
Buchen-Knäueling).
Und aus dem gleichen Grund, warum der Rotrandige Baumschwamm Fomitopsis
pinicola heißt. Hin und wieder kann der sogar auch mal an Kiefer wachsen
...
Ich schon! Auch Lenzites betulinus. ...
LG von Lothar

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Re: Fund bei Trockenheit

Lothar, (vor 6357 Tagen) @ Pilzmann

Hallo Peter,

oh - also im "Großen Gerhardt" steht Birkenknäueling. Womöglich auch noch in anderen Büchern. Meine aber auch Buchenknäueling zumindest schon öfter gehört zu haben. Auf eine Recherche in weiteren Büchern verzichte ich.

Apropos: ich finde "Laubholzknäueling" auch nicht viel besser - immerhin wachsen auch z.B. L. cyathiformis und L. tigrinus an Laubholz. Und wer weiß, wann ihn nicht mal wer an Tanne oder Fichte findet (wenn das nicht schon längst geschehen ist, auch hier: jetzt keine Recherche meinerseits). Warum nicht "Wulstiger Knäueling" (Übersetzugn von L. torulosus)?

Die Entwicklungshilfe nehme ich als sprachbehinderter, nördlich der Mainlinie völlig unbeholfener Süd-Dialektler natürlich gerne an. Sicher habe ich sie sehr nötig :-)

auf anderen Laubholzstümpfen, vorwiegend Buche, aber auch schon auf Eiche, gefunden habe.

Ja, Buche ist sicherlich das "Lieblings-Substrat" von L. torulosus.

Mit durchaus humorvollem Gruß,
Lothar

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Re: Fund bei Trockenheit

Pilzmann, (vor 6357 Tagen) @ Lothar

Hallo Lothar,

ein pilzberühmter deiner Vorfahren schrieb zu L. torulosus, gefunden 2 x auf Picea abies. Insofern hattest du mit deiner Vermutung recht, dass der Name Laubholz-Knäueling vielleicht auch nicht so recht zutreffend sein könnte; zumal er auch noch einen mir nicht näher bekannten Herrn Pegler zitiert, der nämlichen Pilz auch auf ebenfalls Picea, daneben aber auch auf Abies, Pinus und Taxus gefunden haben will.

In einer, wie wir Juristen sagen, sogenannten Vereinigungstheorie bezeichnet er den Pilz nichtsdestotrotz als „Laubholz-Knäueling“. Aber Namen sind Schall und Rauch. So wird der heutige „Krause Adernzähling“ (Plicatura crispa“), vormals „Buchen-A.“ und zwischenzeitlich „Laubholz-A.“ getauft, in meiner Vorstellung immer als „Buchen-Adernzähling“ verhaftet bleiben. Für einen Beutepreußen wie mich haben deutsche Namen eben immer noch eine große Bedeutung, nachdem auch die wissenschaftlichen Namen, trotz Kyoto-Protokoll und Nachfolgern immer noch zu alternieren scheinen (selbst der von mir präferierte „Index fungorum“ bietet da manchmal keinen sicheren Anhalt). Nimmt man dann noch die ganzen Gattungsneuordnungen (Collybia, Stropharia, Psilocybe etc.) sowie die taxonomischen Unklarheiten (Melanoleuca Morchella, u. v. a. m.; die Auflösung der Gasteromycetes und die taxonomischen Revolutionen durch die Gen-Analysen hinzu; freut man sich einfach über die relative Sicherheit der Muttersprache = Hessisch (in z. B. Sachsen heißen die ja alle wieder anders). Im Anklang an deinen Namensvorschlag für L. torulosus würde ich ihn in vollem (geschätzte 1,2 Promille) Ernst „Frühvioletten Knubbel-Knäueling“ nennen.

Mit „voll“ ernst gemeintem Gruß ;-)
Peter!

Hallo Peter,
oh - also im "Großen Gerhardt" steht Birkenknäueling. Womöglich
auch noch in anderen Büchern. Meine aber auch Buchenknäueling zumindest
schon öfter gehört zu haben. Auf eine Recherche in weiteren Büchern
verzichte ich.
Apropos: ich finde "Laubholzknäueling" auch nicht viel besser -
immerhin wachsen auch z.B. L. cyathiformis und L. tigrinus an Laubholz.
Und wer weiß, wann ihn nicht mal wer an Tanne oder Fichte findet (wenn das
nicht schon längst geschehen ist, auch hier: jetzt keine Recherche
meinerseits). Warum nicht "Wulstiger Knäueling" (Übersetzugn von
L. torulosus)?
Die Entwicklungshilfe nehme ich als sprachbehinderter, nördlich der Mainlinie
völlig unbeholfener Süd-Dialektler natürlich gerne an. Sicher habe ich sie
sehr nötig :-)
Ja, Buche ist sicherlich das "Lieblings-Substrat" von L. torulosus.
Mit durchaus humorvollem Gruß,
Lothar