Re: Fund bei Trockenheit
Hallo Lothar,
ein pilzberühmter deiner Vorfahren schrieb zu L. torulosus, gefunden 2 x auf Picea abies. Insofern hattest du mit deiner Vermutung recht, dass der Name Laubholz-Knäueling vielleicht auch nicht so recht zutreffend sein könnte; zumal er auch noch einen mir nicht näher bekannten Herrn Pegler zitiert, der nämlichen Pilz auch auf ebenfalls Picea, daneben aber auch auf Abies, Pinus und Taxus gefunden haben will.
In einer, wie wir Juristen sagen, sogenannten Vereinigungstheorie bezeichnet er den Pilz nichtsdestotrotz als „Laubholz-Knäueling“. Aber Namen sind Schall und Rauch. So wird der heutige „Krause Adernzähling“ (Plicatura crispa“), vormals „Buchen-A.“ und zwischenzeitlich „Laubholz-A.“ getauft, in meiner Vorstellung immer als „Buchen-Adernzähling“ verhaftet bleiben. Für einen Beutepreußen wie mich haben deutsche Namen eben immer noch eine große Bedeutung, nachdem auch die wissenschaftlichen Namen, trotz Kyoto-Protokoll und Nachfolgern immer noch zu alternieren scheinen (selbst der von mir präferierte „Index fungorum“ bietet da manchmal keinen sicheren Anhalt). Nimmt man dann noch die ganzen Gattungsneuordnungen (Collybia, Stropharia, Psilocybe etc.) sowie die taxonomischen Unklarheiten (Melanoleuca Morchella, u. v. a. m.; die Auflösung der Gasteromycetes und die taxonomischen Revolutionen durch die Gen-Analysen hinzu; freut man sich einfach über die relative Sicherheit der Muttersprache = Hessisch (in z. B. Sachsen heißen die ja alle wieder anders). Im Anklang an deinen Namensvorschlag für L. torulosus würde ich ihn in vollem (geschätzte 1,2 Promille) Ernst „Frühvioletten Knubbel-Knäueling“ nennen.
Mit „voll“ ernst gemeintem Gruß 
Peter!
Hallo Peter,
oh - also im "Großen Gerhardt" steht Birkenknäueling. Womöglich
auch noch in anderen Büchern. Meine aber auch Buchenknäueling zumindest
schon öfter gehört zu haben. Auf eine Recherche in weiteren Büchern
verzichte ich.
Apropos: ich finde "Laubholzknäueling" auch nicht viel besser -
immerhin wachsen auch z.B. L. cyathiformis und L. tigrinus an Laubholz.
Und wer weiß, wann ihn nicht mal wer an Tanne oder Fichte findet (wenn das
nicht schon längst geschehen ist, auch hier: jetzt keine Recherche
meinerseits). Warum nicht "Wulstiger Knäueling" (Übersetzugn von
L. torulosus)?
Die Entwicklungshilfe nehme ich als sprachbehinderter, nördlich der Mainlinie
völlig unbeholfener Süd-Dialektler natürlich gerne an. Sicher habe ich sie
sehr nötig
Ja, Buche ist sicherlich das "Lieblings-Substrat" von L. torulosus.
Mit durchaus humorvollem Gruß,
Lothar
