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Kein Steinpilz, keine Fische, keine... *PIC*

Ingo, (vor 6346 Tagen)

Hallo in die Runde,

zuerst mal einen Dank für die gute Resonanz auf meinen Beitrag aus der Vorwoche. Nicht der sparsamen
Rückmeldungen wegen. Vielmehr überrascht mich die überdurchschnittliche Anzahl der Aufrufe des
Beitrags. Das spricht irgendwie dafür, dass sich eine gewisse Anzahl von Leuten schon für Pilze, bzw. die
saisonalen Vorkommen interessieren.

Im Vergleich zu den Vorjahren gibt es ja auch welche – und nicht wenige. Allerdings kaum Spektakuläres.
Wem wir das zu verdanken haben, kann man den Wetterstatistiken entnehmen. Die Wassersäule
scheint zur Zeit rekordverdächtige Werte anzunehmen. Genau in diesem Moment läuft auch schon wieder
der Springbrunnen vor dem Fenster im Dauerbetrieb.

Wäre es nur noch ein kleines Bisschen wärmer und weniger windig gewesen....
Imho weiß ich nicht wirklich, was gerade in meinen Revieren los ist, denn ich hatte vergangenes
Wochenende so gut wie keine Gelegenheit, mich darum zu kümmern.
Genau eine Stunde konnte ich abzwacken, um wenigstens unserem Campingplatz mit meiner
Knipse ab zu laufen.

Ich mache es deshalb mal kurz, denn das Gefundene gibt nicht wirklich was her.

Die Körnchenröhrlinge
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gab es ja schon vor zwei Wochen. Nur noch nie auf dem Gelände vom Campingplatz.

Gemeine Birkenpilze wie diesen hier

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hatte ich auch schon mal Ende Mai 2006 gesehen. Damals war es aber nur einer. Insgesamt
8 Exemplare konnte ich aufstöbern.

So auch diesen Vertreter auf einer kurzgeschorenen, ca. 120 m² messenden Wiese:

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In der Nähe eine Birke, ein Ahorn und ein paar Vogelbeerbäume (Ebereschen?).

Auf der selben Wiese tummelten sich noch diverse Risspilze, Fälblinge, Behangene Faserlinge:

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Kahle Kremplinge und

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diese leicht mehlig riechenden Erdritterlinge, die irgendwann mal Tendenz zum Gilben aufweisen sollten.

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Soweit zur Wiese.
Ganz toll auch – in Nähe einer Birke dieser Täubling hier:
[image]
[image]

Allerdings befand sich die nächste Kiefer auch nicht weit weg. Vom ersten Anschein her dachte ich an
einen arg verfrühten Blutroten (R. s). Leider passten da einige Merkmale nicht zusammen. Zwar war der Hut
fast typisch gezeichnet, aber die Lammellen waren ganz untypisch. Erschwerend kam noch hinzu, dass
das Teil, leider ein sehr einsames Exemplar, nahezu mild anmutete. Aber nicht wirklich angenehm.
Irgendwo war da ein ganz leicht unangenehmer Nachgeschmack – irgendwo zwischen scharf und
bitter. Vielleicht hat wer eine Ahnung, in welche Schublade der gehört.

Andere Vertreter sind da einfacher. Dass es auf dem Platz reichlich Parasol gibt, hatte ich ja schon
mal gemeldet. Die Teile nehmen öfters ganz lustige Formen an:

[image]
[image]

.....

Andere Schirmlingsvertreter erscheinen etwas schwieriger:

[image]

Könnte das möglicherweise Leucoagaricus serenus sein? Die dunklere Hutscheibe könnte aber auch
auf etwas Andere hinweisen. Vorkommen: Wegrand im Gras in Nähe von Laubbaumgebüschen.
Geruch – Geschmack undefinierbar.

In der Nähe fand ich auch noch dieses Einzelexemplar einer Amanita:

[image]

Von der Statur her dachte ich zuerst an A. vaginata. Auch der gestreifte Hutrand und die Farbe passten
dazu. Wäre da bloß nicht der Ring gewesen. Beim Nachgraben habe ich leider dass, was sich unter der
Erde befand, nicht sichern können. Eigentlich hätte da ein "Söckchen" sein sollen. Auch der im Alter
geriefte Hutrand passt zum Pantherpilz. Was mich neben der Zerbrechlichkeit ein wenig verwundert,
ist die Stielzeichnung unterhalb des Ringes. Gibt es da vielleicht etwas, was ich übersehen habe?

Ansonsten scheint klimatisch immer noch Frühjahr zu sein. Ständig Regen, Nachttemperaturen oft
unter 10°C und immer wieder:

[image]

frische Maipilze!
Vielleicht sollte ich nächste Woche noch mal meine Morchelstellen frequentieren.

Eine schöne Restwoche noch und Grüßlis – Ingo

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Re: Kein Steinpilz, keine Fische, keine...

Thüringer-Holz, (vor 6345 Tagen) @ Ingo

Hallo Ingo,

wie gefällt dir R.exalbicans? Der grauende Stiel besonders bei Nässe und
im Alter ist typisch. Birke, pikant bis schärflich - sehe da keine Probleme!

LG Felix

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Re: Kein Steinpilz, keine Fische, keine...

Lothar, (vor 6345 Tagen) @ Ingo

Hallo Ingo,
das war doch eine ganze Ecke!

Kahle Kremplinge

Was waren denn da für Bäume - Linden z.B.? Und der Boden ist eher basenhaltig? Der kurze, gedrungene Stiel spricht m.E. für Paxillus validus C. Hahn, der erst seit einigen Jahren von P. involutus unterschieden wird.

Könnte das möglicherweise Leucoagaricus serenus sein?

Zumindest denke ich auch, es sollte ein Sericeomyces (Leucoagaricus Subgen.) sein. Welche Art, wirst Du nur mit dem Mikroskop herausfinden können.

passt zum Pantherpilz.

zumindest hätte ich auch auf den Pantherpilz getippt. Aber wer weiß, vielleicht ist das ja (doch) noch eine Sammelart. Man sollte immer "am Ball bleiben".

frische Maipilze!

wow - wobei es nicht ungewöhnlich ist, dass die noch im Juni auftreten. Ich kann mich sogar an Zeiten erinnern, wo mein Vater und ich (und andere) C. gambosa nur mäßig spaßhaft Juniritteling genannt haben. Die Zeiten scheinen eher vorbei zu sein (... vor allem in die Zukunft extrapoliert).

Vielleicht sollte ich nächste Woche noch mal meine Morchelstellen
frequentieren.

Glaube nicht, dass das Erfolg verspricht. Aber nix genaues weiß man nie ...

LG von Lothar

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Re: Ahorn

Ingo, (vor 6345 Tagen) @ Lothar

Was waren denn da für Bäume - Linden z.B.? Und der Boden ist eher
basenhaltig? Der kurze, gedrungene Stiel spricht m.E. für Paxillus validus
C. Hahn, der erst seit einigen Jahren von P. involutus unterschieden wird.

Hallo Lothar,

ich hatte tatsächlich Ahorn geschrieben - oh weh! Als geneigter Leser findet
man zwar schnell mal einen Rechtschreibfehler. Inhaltliche Fehler wohl
eher seltener und wenn, dann nur von absoluten Experten.

Kurzum - den Ahorn sollte man besser durch die tatsächlich anwesende Linde
ersetzen. Ahörner stehen da nämlich nicht. ;-))

Von P. validus höre ich allerdings zum ersten mal. Kommt man irgenwie an die
entsprechende Arbeit (von Christoph Hahn??) heran? Solche Teile fand ich
bereits des Öfteren.

wow - wobei es nicht ungewöhnlich ist, dass die noch im Juni auftreten. Ich
kann mich sogar an Zeiten erinnern, wo mein Vater und ich (und andere) C.
gambosa nur mäßig spaßhaft Juniritteling genannt haben. Die Zeiten
scheinen eher vorbei zu sein (... vor allem in die Zukunft extrapoliert).

Ist ja auch nicht wirklich ungewöhnlich. Vor allem nach einem trockenen Frühjahr
erscheien C. g. oft erst, nach dem es wieder Regen gab. Ich glaub', 2005 war
das hier auch erst Anfang Juni. Sonst hätten sie ausfallen müssen. Allerdings
hält sich die Art in diesem Jahr stellenweise seit Anfang Mai. Das ist schon
ungewöhnlich. Irgendwer hatte aber auch schon Exemplare aus dem Spätherbst
berichtet. Mairitterlinge sind halt keine Morcheln.

Grüßlis Ingo

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Re: Kein Steinpilz, keine Fische, keine...

Ingo, (vor 6345 Tagen) @ Thüringer-Holz

Hallo Ingo,
wie gefällt dir R.exalbicans? Der grauende Stiel besonders bei Nässe und
im Alter ist typisch. Birke, pikant bis schärflich - sehe da keine Probleme!

Hi Felix,

der gefällt mir sogar ausgezeichnet. Du erwähnst sogar Merkmale, die ich gar nicht
beschrieben habe, aber in der Tat da waren. Leicht rötliche Flecken, das Grauen
am Stiel auch. Kein Wunder - hatte ich doch eine kleine Regenpause für mein
Fotoshooting genutzt.

Aber - ehrlich gesagt hatte ich mir keine Hoffnung gemacht, dass die Art so
einfach zu entlarven wäre. Ist halt ein Roter! Dabei steht der sogar beim Jahn
in der Liste der regional üblichen Täublinge, die ich hier mal vorgeschoben hatte.

Es scheint aber so zu sein, dass die Teile Wasser ohne Ende brauchen, denn bislang
hatte ich an der Stelle (un diese Jahreszeit) noch nie irgendwelche Tauben fliegen sehen.

Was übrig bleibt - der früheste Täubling ever. An einem 11. Juni!

Danke - Ingo

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Re: Ahorn

Lothar, (vor 6345 Tagen) @ Ingo

Hallo Ingo,
ich bin grade nicht sicher, ob das in Mycol. Bav. oder in der Z. Mykol. publiziert wurde. Sicher weiß einer der anderen Genaueres. C. Hahn hat auch noch eine dritte Art, P. obscurosporus, beschrieben, die ebenfalls massive Fruchtkörper ausbildet.
... Ahorn ist kein Ektomykorrhizabaum. Da wachsen auch keine Kremplinge drunter.
LG, Lothar

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Re: Ahorn

Ingo, (vor 6345 Tagen) @ Lothar

... Ahorn ist kein Ektomykorrhizabaum. Da wachsen auch keine Kremplinge
drunter.

Das habe ich auch schon registriert. Da wächst rein nichts!

Danke für's erste und eine schöne Gute Nacht - Ingo

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Re: Ahorn

AK_CCM, (vor 6345 Tagen) @ Lothar

Hallo Lothar, hallo Ingo,

ich bin grade nicht sicher, ob das in Mycol. Bav. oder in der Z. Mykol.
publiziert wurde. Sicher weiß einer der anderen Genaueres. C. Hahn hat
auch noch eine dritte Art, P. obscurosporus, beschrieben, die ebenfalls
massive Fruchtkörper ausbildet.

zu dem Thema hat Christoph vor einigen Jahren einen Beitrag im DGfM-Forum geschrieben:
http://forum.dgfm-ev.de/01/index.php?page=Thread&postID=381

Gruß, Andreas

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Re: Ahorn

Ingo, (vor 6344 Tagen) @ AK_CCM

Hallo Andreas,

danke für den Link. Ich denke, mit dem Schlüssel komme ich weiter.
Seit Gestern weiß ich nun, dass der Kahle Krempling als solcher
mehrere Arten beinhaltet. Hoch lebe der Erfahrungsaustausch hier im Forum.

Eine praktische Frage am Rande: Welche Art könnte für die allergischen
Reaktionen zuständig sein, die dafür sorgten, dass die Art in vielen
Pilzbüchern als potentiell tödlich giftig ausgewiesen ist?

Die Frage ist aber rein rethorisch gemeint, da hierüber mit Sicherheit
momentan niemand Auskunft geben kann.
Allerdings - wirklich lecker sehen nur die fetten Teile aus. Die schmächtigen
aus den sauren Regionen eher nicht.

Das kommt mir fast vor, wie das Thema Braune Ritterlinge. Mitgefangen -
mitgehangen!

Also - Finger weg, bis alle Zweifel ausgeräumt sind!

Grüßlis Ingo