Bei den Heringstäublingen sehe ich weniger Bestimmungsprobleme als vielmehr Artfassungsprobleme (so ähnlich wie bei den weißbraunen Ritterlingen). Was versteht man unter einer guten Art, d. h. wieviele und welche trennenden Merkmale machen eine Art aus? Schon da gibt es doch große Auffassungsunterschiede.
Alle Heringe haben meines Wissens folgendes gemeinsam:
- positive FeSO4-Reaktion (Grüngrau-Verfärbung)
- bei Berührung und bei Lagerung langsames Bräunen des Stieles
- spätestens beim Eintrocknen Trimethylamin-Geruch
gut trennende Makro-Merkmale einzelner Arten aus der Sektion (nach meinen Erfahrungen aus der Literatur sowie im Felde):
- Mykorrhizapartner (Buche, Eiche, Fichte, Waldkiefer, Arve, Kriechweide)
- Huthaut (samtig - matt, glatt - fettigglänzend)
- Hutrand (deutlich gerieft - kaum gerieft)
- Rotüberhauchung des Stiels (stark, schwach, nicht vorhanden)
m. E. überhaupt nicht gut trennende Makro-Merkmale, die in gängigen Beschreibungen oft betont werden:
- Hutfarbe (selbst bei einzelnen Kollektionen stark schwankend)
- Sporenpulverfarbe
Leider kenne ich mich mit den Mikro-Merkmalen nicht gut aus, aber da gibt es sicher auch gut und weniger gut trennende.