Hallo Martin,
man darf die Proben unter dem Deckglas ruhig ein bisschen mehr quetschen, damit sich der Zellverband zumindest stellenweise auflöst, zum Beispiel durch schnelles, aber sanftes Klopfen mit dem Pinzettenrücken. Dabei noch weniger Pilzmaterial und ebensowenig Flüssigkeit verwenden.
Die neueren Bilder vermitteln durchaus einen guten Gesamteindruck, aber ich kann mir mit den sichtbaren Merkmalen momentan leider keinen Reim bilden. Die Zystiden erscheinen mir dickwandig, das kommt nicht so häufig vor und wäre etwa für die Gruppe um Hyphodontia abieticola/alienata typisch, für eine Hyphodontia erscheinen mir aber die Sporen nicht typisch und nach deinen Angaben auch relativ groß.
Ähnliche Zystiden gibt es natürlich auch bei Hyphoderma, dort sind die Sporen aber in den meisten Arten (deutlich) größer. Am ehesten kommt, wie du bereits vermutet hast, H. setigerum in Frage, wenn die Zystiden noch nicht septiert sind, auf den Bildern habe ich keinen eindeutigen Hinweis darauf gesehen. Falls sich aber zumindest eine Septozystide nachweisen lässt, wäre der Fall wohl gelöst.
Es fallen mir durchaus noch Kandidaten aus diversen anderen Gattungen ein, dafür fehlen uns aber einige grundlegende Merkmale (Schnallenverhältnisse, Iodreaktion, Zellstruktur, ...).
Die Kristalle sind auffällig, aber taxonomisch meistens nicht von besonderer Bedeutung. Jedenfalls fällt mir in diesem Zusammenhang keine Assoziation zu bestimmten Arten ein.
Lasse dich bitte vom ersten Hineinschnuppern in einen Corticioiden nicht entmutigen, viele Funde lassen sich ohne große Mühe bestimmen!
Vielleicht bis zum nächsten Mal 
Wolfgang