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Schwarzfilzige Fungi imperfect an Diatrype ? *PIC*

Armin Groß, (vor 6331 Tagen)

Hallo zusammen
Nachdem ich den Fund seit Ende März ignorierte, zeigte sich nun beim Mikroskopieren,dass keine Basidien oder Ascos vorhanden sind, sondern Konidiensporen, die sich als Einzelsporen oder auch in einer doldenförmige Gruppe von ca. 2-6 Sporen an den „Hyphenenden“ ausbilden bzw. abtrennen.
Beschreibung:
Fingerdickes Laubholz- Ästchen, auf alter Kohlen-Bergehalde, mit auffälligem, intensiv rußschwarzen Überzug bis ca. 1mm Dicke, mit samtartigen Aussehen, zusammen mit alten Überresten eines Pyrenomyceten (Diatrype stigma?).Unter der Lupe ist die Oberfläche filzig-porig bis verästelt. Die Oberfläche fühlt sich auch filzig-samtig an. Ob diese Nebenfruchtform ursächlich mit dem Pyrenomyceten zusammenhängt weiß ich nicht. Trotz wochenlanger Außenlagerung bei mir, hat sich das Aussehen nicht verändert.
Mikro:
Konidiensporen: elliptisch bis breitelliptisch oder walzenförmig, grau-schwärzlich mit Inhalt, 1-3fach (meist 2fach) septiert ca. 18-27(30) x 9-12ym (sporadisch gemessen).
Hyphen: Septiert., teilweise verzweigt graubraun bis schwärzlich. Durch die Konidien- Sporenbildung stellenweise verdickt mit kopfigem Ende.
Sporenbildung durch Abspaltung von Einzelsporen oder ca.2-6 Sporen doldenförmig am Hyphenende. Trotz dieser stellenweise doldenförmigen Ausbildung der sporenproduzierenten „Hyphen“ sehen sie eher nicht wie ein Konidiensporenträger im eigentlichen Sinne aus.
Schwarze, spitze, saetenähnliche Haare, an der Spitze manchmal von einer amorphen (schleimigen?) Masse ummantelt.

Bei der Internetrecherche fand ich, rein mikroskopisch, eine einigermaßen Übereinstimmung mit Brachysporium nigrum bzgl. Sporengröße und Sporenform (Sporenabtrennung am Hyphenende mit Fragenzeichen). Dass man Brachysporium nigrum mit dieser gut ausgebildeten Filzmatte auf dem Ästchen in Verbindung bringen kann ist jedoch eher unwahrscheinlich und zeugt wahrscheinlich eher von meiner Unkenntnis auf dem weiten Feld der Anamorphen.
Übrigens ist Illustrated Genera of Imperfect Fung (H.L. Barnett & Barry B. Hunter)
http://www.scribd.com/doc/11193092/Illustrated-Genera-of-Imperfect-Fungi
wahrscheinlich eine tolle Zusammenstellung wenn man schon entsprechendes know how für die Nebenfruchtformen hat (also nix für mich).
Vielleicht kann mir jemand weiterhelfen. Immerhin ist dieses rußige, samtartig aussehende Teil relativ auffällig.
Gruß Armin

Hier die Bilder.
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Re: Schwarzfilzige Fungi imperfect an Diatrype ?

DirkW, (vor 6331 Tagen) @ Armin Groß

hallo armin,

bei deinem fund dürfte es sich um chaetosphaerella phaeostroma handeln. ein häufiger pyreno. der filzige, dicke setenteppich ist typisch, in der ersten aufnahme meine ich auch kugelige perithezien zu erkennen. typisch sind auch die hyalinen endzellen der sporen. die conidiensporen (die du abbildest) sind breiter und gerader als die ascosporen.

viele grüße
dirk

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Re: Schwarzfilzige Fungi imperfect an Diatrype ?

DirkW, (vor 6331 Tagen) @ DirkW

meinte natürlich bei der zweiten aufnahme im rechten oberen bereich.

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Re: Schwarzfilzige Fungi imperfect an Diatrype ?

Armin Groß, (vor 6331 Tagen) @ DirkW

Hallo Dirk,
danke für die schnelle Identifizierung als Chaetosphaerella phaeostroma. Hätte nicht gedacht, dass ich so flott die richtige Antwort bekomme. An einen kugeligen Pyrenomyceten habe ich nicht gedacht, weil ich keine Perithecien gesehen habe. Nach deinem Hinweis habe ich jetzt die Filzmatte intensiv abgesucht und vereinzelt auch einige Perithecien gefunden. Ich denke jetzt werde ich auch noch einige Ascosporen finden, die das Ergebnis abrunden.
Nachdem die Art jetzt bekannt ist, war es auch nicht mehr schwierig den Namen für meine Anamorphe zu finden: Oedemium minus. Der Vergleich mit Internet Sporenbilder passt jetzt auch 100 %, inkl. dem Konidien-Sporenansatz, den ich bei meinem Bachysporium nigrum mit einem Fragezeichen versehen habe. Aber so ganz abwegig war die Richtung Brachysporium anscheinend doch nicht, weil bei den Synonymen zu Chaetosphaerella phaeostroma eine Brachysporium minus auftaucht.
Weil das so hervorragend funktioniert hat, werde ich auch noch einen weiteren winzigen Pyrenomycet mit Mikro + Makrobilder einstellen der mir einiges Kopfzerbrechen bereitet hat und bis jetzt unter Unbekannt abgeheftet wurde.

wird eine neuer Beitrag

Gruß Armin

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Re: Schwarzfilzige Fungi imperfect an Diatrype ? *PIC*

Armin Groß, (vor 6330 Tagen) @ DirkW

Hallo zusammen, Hallo Dirk,
zur Vollständigkeit habe ich jetzt noch einen Ausschnitt mit Perithezien von Chaetosphorella phaeostroma und den dazugehörigen Asco-Sporen angefügt.
Etwas unklar ist mir dabei die Septenbildung an den Ascosporen. Bei Bildern im Internet sind bei dieser Art die Septen eindeutig, klar differenziert und ohne Öltropfen abgebildet. Bei meinen (wenigen) Ascosporen sieht man höchstens andeutungsweise mal eine Septe (Bild oben rechts) dafür jede Menge Guttulen. Dass die Guttulen bei jüngeren Sporen oft verstärkt sind –klar- aber solch einen Unterschied? Ich denke ja nicht dass sich zufällig Fremdlinge eingeschlichen haben. Die Form und die Größe der Sporen kommen hin.
Gruß Armin

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Re: Schwarzfilzige Fungi imperfect an Diatrype ?

DirkW, (vor 6330 Tagen) @ Armin Groß

Hallo zusammen, Hallo Dirk,
zur Vollständigkeit habe ich jetzt noch einen Ausschnitt mit Perithezien von
Chaetosphorella phaeostroma und den dazugehörigen Asco-Sporen angefügt.
Etwas unklar ist mir dabei die Septenbildung an den Ascosporen. Bei Bildern
im Internet sind bei dieser Art die Septen eindeutig, klar differenziert
und ohne Öltropfen abgebildet. Bei meinen (wenigen) Ascosporen sieht man
höchstens andeutungsweise mal eine Septe (Bild oben rechts) dafür jede
Menge Guttulen. Dass die Guttulen bei jüngeren Sporen oft verstärkt sind
–klar- aber solch einen Unterschied? Ich denke ja nicht dass sich zufällig
Fremdlinge eingeschlichen haben. Die Form und die Größe der Sporen kommen
hin.
Gruß Armin

hallo armin,

ich denke, dass passt schon! du hast wohl einen ziemlich brei verursacht, weil du in koh oder melzer mikroskopiert hast? septierungen zeigen sich oft auch erst bei reife, guttulen manchmal nur jung ...
um größe, form und inhalt von sporen möglichst naturgetreu zu beurteilen am besten nur in wasser mikroskopieren!! ornamentation (bei den operculaten) am besten mit baumwollblau und immersionsöl. um haare, paraphysen und asci bei den kleinstbecherlingen (zb lachnum, hyaloscypha etc.) klarzukriegen ist kongorot von vorteil! die anderen reagenzien besser nur für die farbreaktionen verwenden ... also am besten mehrere mikroskopierdurchgänge machen.
viele grüße
dirk