Hallo Hans-Peter,
bei dem Rötling musste ich sofort an Entoloma lepidissimum denken, den ich mal recht genau studiert habe, weil ich mit Manfred Enderle zusammen da eine neue Varietät zu publiziert habe. Diese Varietät zeichnet sich durch das Vorkommen in der Nadelstreu aus, durch etwas plüschiger wirkenden Stiel als beim eher glattstieligen Typus und durch weniger ausgeprägt eckige Sporen. Diese Varietät haben wir damals wegen dieser Sporen "var. pauciangulatum" genannt.
Das Entoloma lepidissimum in "Pilze der Schweiz" zeigt ebendiese var. pauciangulatum. Wenn Du das Buch hast kannst Du ja mal vergleichen. Ich müsste auch noch irgendwo einen Separatabdruck meiner damaligen Publikation haben, falls Dich das interessiert.
Entoloma lepidissimum ist einer der ganz wenigen blauen Rötlinge in der Nadelstreu und kommt auch an etwas saureren Standorten vor. Neben ihm kenne ich nur noch den Stahlblauen Rötling (Entoloma nitidum) an solchen Standorten, doch der hat eine andere Hutoberfläche, andere Größe und andere Form.
Der Schirmling ist auf jedenfalls was ebenso gutes wie dieses Entoloma. Es ist entweder ein Leucocoprinus oder ein Leucoagaricus. Da müsste man mikroskopisch untersuchen. Solltest Du Trockenbelege davon haben wäre ich sehr interessiert.
In Frage kommt z.B. Leucocoprinus brebissonii, Leicocoprinus heinemanii, aber auch Leucoagaricus melanotrichus. Er ist mitnichten reinweiß, sondern er hat ja eine gefärbte Hutmitte, deren Farbe ein wichtiges Merkmal in diesen Gattungen ist.
beste Grüße,
Andreas
das verwirrt mich jetzt etwas, denn erstens ist er reinweiß und nicht gelb
und zweitens wuchs er definitiv mitten in einem Fichtenwald ohne
irgendwelche Gartenabfälle in der Nähe. Gibt es die denn auch in weiß?
Herzliche Grüße
Hans-Peter