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Pilzzucht auf Obstholz?

AnTeeAs, (vor 6300 Tagen)

Hallo!

Ich bin bisher immer stiller Leser hier gewesen, aber nun möchte ich aktiver werden - und auch selbst mit der Zucht beginnen.

Ich möchte im Garten auf Obstholz (Apfel, Kirsche) Pilze züchten, also klassische Baumbewohner, idealer Weise sogar agressive Holzschädlinge, denn die betreffenden Bäume stehen noch, ich überlege aber, ihnen nur Krone und Äste zu kappen, und die verbleibenden Stämme und Wurzeln im Boden zu belassen und an Ort und Stelle zu impfen und durch besagten Verbündeten auffressen zu lassen.

Die Frage ist nun, ist besagtes Holz überhaupt geeignet?
Welche Chancen habe ich, daß die Zucht so gelingt, wie dargestellt?
Und zuguterletzt: Welche Arten eignen sich dann - möglichst bitte essbare Fruchtkörper.

Kräuterseitling scheint leider ungeeignet, oder?
Wie sieht es mit den anderen Seitlingen aus? Und wer käme - wenn überhaupt - noch in Frage?

Herzlichste Grüße aus Hannover

Andreas

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Re: Pilzzucht auf Obstholz?

Harald Andres Schmid, (vor 6299 Tagen) @ AnTeeAs

Hallo, Andreas

Ein eigenartiges Vorhaben, Bäume gezielt durch Schädlinge zu zerstören...
Aber da Du danach fragst:
Für harte Hölzer wie Kirsche, Birne, Robinie, usw. ist der Schwefelporling, Laetiporus sulphureus zuständig.
Es verursacht eine sog. Braunfäule, bei der die Zellulose des Holzes abgebaut wird, was die typischen, würfelförmigen Bruchstellen bewirkt.
Das Holz nimmt eine braune Farbe an, das das braune Lignin erhalten bleibt, nur die helle Zellulose wird zerstört, das Holz lässt sich am Schluss zwischen den Fingern zerreiben.
Bei der Weissfäule, die andere Pilze verursachen, wird das Lignin zerstört, das Holz behält seine Struktur, wird aber hell, faserig und schwammig.
Junge, noch nicht zähe Fruchtkörper des Schwefelporlings sind essbar.
Du könntest versuchen, Fruchtkörper von Schwefelporling auf die Schnittflächen Deiner Bäume und auf Wunden in der Rinde absporen zu lassen.
Das könnte aber allenfalls Jahre gehen, bis das Mycel des Schwefelprlings das Holz durchwachsen hat, bzw. Jahre, bis die ersten Fruchtkörper erscheinen.
Die Frage bleibt:
Wozu? Eine lukrative Pilzzucht wirst Du auf diese Weise sicher nicht aufbauen können, denn Du wirst nicht wissen, ob überhaupt und nach wieviel Zeit allenfalls Dein Schwefelporling (so er denn das Holz überhaupt durchwächst) Fruchtkörper bildet.
Dann müsstest Du auch noch pünktlich zur Stelle sein, um die jungen Fruchtkörper zu bemerken und rechtzeitig abzuernten.
Kirsche ist doch ein interessantes Nutzholz und ein sehr ergiebiges Brennholz.
Warum verwendest Du es nicht so?
Gruß, Harald Andres

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Re: Pilzzucht auf Obstholz?

AnTeeAs, (vor 6299 Tagen) @ Harald Andres Schmid

Hallo Harald!

Leider habe ich keinen Kamin oder Ofen.

Die Bäume möchte ich los werden. Bei den Äpfeln, weils zuviele sind, und weil mir die Sorten nicht zusagen, die Kirsche, weil sie zu gewaltig ist - Stammdurchmesser gute 70cm...
Außerdem beschattet der Baumbestand alles...

Sowas komplett zu fällen und zu entfernen, würde meinen Garten in ein Schlachtfeld verwandeln.

Ich dachte eher an gezielte und großflächige Infektion mit Impfdübeln. Ich dachte an die Seitlingsgruppe (Weißfäule), Stockschwämmchen und Hericium erinaceus (Igelstachelbart)

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Re: Pilzzucht auf Obstholz?

MartinB, (vor 6299 Tagen) @ AnTeeAs

Hallo,

ich weiß nicht, ob Du einen über viele Jahre hinweggammelnden Stumpf so schön finden wirst. Ich könnte mir allerdings vorstellen, daß eine Schreinerei an so einem mächtigen Kirschstamm interessiert sein könnte.

Grüße,

Martin

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Re: Pilzzucht auf Obstholz?

AnTeeAs, (vor 6299 Tagen) @ MartinB

Durch das Wegfallen der Kronen schaffe ich schonmal Platz für Neues.

Hm. Das mit der Tischlerei wäre vielleicht wirklich eine Idee... Das werde ich mal verfolgen.

Herzlichen Dank!

Andreas