Re: Mein erstes Friedhofserlebnis
Hallo Kris,
willkommen in der Friedhofs-Fraktion. Das sieht nicht schlecht aus, was "dein" Friedhof so kann. Beobachte ihn sorgfältig weiter, da kommt sicher noch mehr! Wichtig wäre, dass viele Mykorrhizabäume drauf stehen: Buchen, Eichen, Birken, Linden, Nadelbäume. Nicht so günstig wären Platane, Ahorn, Trauerweide oder Exotengewächse. Und der Boden sollte nicht zu verfestigt sein. Ausgedehnte Rasenflächen wären auch gut. Wenn das alles der Fall ist, findest du immer wieder Schönes, vor allem Röhrlinge, Täublinge und Milchlinge.
Röhrling-Winzlinge, geschätzte 2 bis 3 cm groß im Dreierpack.
Könnten das „Häschen“ (Gyroporus castaneus) sein?
Möglich. Man müsste sie aussporen lassen und dann eine blässliche Sporenfarbe feststellen. Olivgelb würde von Gyroporus wegweisen. Mir persönlich sieht das aber eher nach Xerocomus (Filzröhrling) aus.
Dann an der Friedhofsmauer, vom Rasenmäher verschont, dieser, von einer
Schnecke angeknabbert. Habe einige Fehler gemacht: nicht ausgegraben,
nicht angeschnitten und auch nicht den Geruch geprüft. Man/frau möge mir
verzeihen – mein erster Versuch auf einem ehrwürdigen Friedhof.
B. luridus?
Stimmt auf jeden Fall! Boletus luridus ist wohl der allerhäufigste Friedhofs-Bolet. Tauchen sie massenweise und nicht nur einzeln auf, möglicherweise zusammen mit Mehlräslingen, sind auch seltenere Boleten möglich.
Dann dieser
Nach dem Anschnitt blauend
Minuten später kaum noch blauend
Ein Flocki – mein erster Gedanke. Jedoch, ich habe Zweifel.
Ich auch. Dieses samtige Rot in den Gruben auf dem Hut sieht für Boletus erythropus seltsam aus. Wenn sich beim Durchschneiden die Stielbasis himbeerrot zeigt, ist es wohl Boletus queletii, und das wäre schon was Feines.
Schwefelporling kenne ich. Halte diesen aber nicht für einen.
Größer werden lassen, weiter beobachten. Bei so kleinen Exemplaren ist es Raterei.
Freundliche Grüße
Stephan