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Re: Koennen Pilze etwa lesen?!?

Heinz Ebert ⌂, (vor 6249 Tagen) 968 Beiträge @ Ingo

Hallo Ingo,
gleiches findet in der Vulkaneifel statt. Seit etwa 10 Tagen haben wir Luftfeuchtigkeit. Ich sehe das an meinem Auto, das nachts vor dem Haus steht und das morgens nasse Scheiben hat. Das ist Pilzwetter! Letzten Donnerstag brachten meine Seminarteilnehmer (19) ca. 70-80 Steinpilze, genau so viel Anisegerlinge, Täublinge und vieles andere mehr. Selbst der Hohlfußröhrling ließ sich wieder blicken.
Ich denke, jetzt geht es richtig los. ABER:
MORGEN IST MEIN LETZTER URLAUBSTAG (nach fünf Wochen). Gottseidank gibt es ja noch die Wochenenden, das nächste im Hunsrück.
Soviel aus der Eifel, beste Grüße,
Heinz Ebert

Hallo Leute,
eigentlich hatte ich unsere Lieblings-Forschungsobjekte für dieses Jahr schon
abgeschrieben...
...und dabei die Rechnung ohne die selben gemacht. Man mag es sich kaum
vorstellen - der letzte Regen,
so ca. 5 mm pro qm am 13.09. und im Anschluss wieder perfektes Sommerwetter.
Des Nachts kaum unter 10 Grad C und tagsüber nahezu immer über 20°C. Dazu
Sonne satt.
So kam ich aus dem Staunen nicht heraus, als ich am vergangenen Wochenende
auf unserem furztrockenen
Campingplatz, ungeschützt vor dem Sonnenlicht, auf einer kurzgeraspelten
Wiese zwischen Kiefern,
haufenweise Ledertäublinge (R. integra) beim Schieben erwischte.
Geschichtskenner werden sich noch
erinnern – genau das Terrain, wo seinerzeit die Spitzmorcheln statt fanden
(Bericht vom 06.04.2008 hier
irgendwo im Abfalleimer).
Allerdings sahen die Täublinge meist etwas angedörrt aus.
Die Integras scheinen mir recht anspruchslose Gesellen zu sein. Ihre Kumpels
im Gelände, die sonst auch
immer dort waren, scheinen indes mehr zu brauchen als trockenen Sand.

Bluttäublinge (R. sanguinea) fanden sich eher an Waldwegen in geschützten
Bereichen.
Vielleicht ist das auch ein Zeichen dafür, dass die Ledertäublinge lesen
können. Pilzbücher etwa.
Steht dort doch geschrieben, dass die beste Zeit für Pilze die Monate
September und Oktober sind.
Feuchtigkeit jedenfalls schein kein Kriterium zu sein.
Ich erinnere noch mal an den vergangenen Mittsommer, als im Juli wöchentlich
etwa 20 l Regen je
Quadratmeter nieder gingen, und damit jegliches Pilzwachstum im Keim
erstickten.
Da sollte es nun niemanden verwundern, dass sich die Fungi auch auf Gehölzen
breit machten.

An Buche etwa dieser stattliche Riesenporling (Meripilus giganteus) und auch

diese Dachpilze hier. Nach meinem Gusto gehören sie wohl in den Artkomplex um
P. cervinus.
Ohne Gewähr allerdings.
Nach diesen Funden war ich hochzufrieden und gut bedient. Hatte ich doch
ursprünglich mit einer
schwarzen Null gerechnet. Weit gefehlt – es gab sogar ein komplettes
Bonusprogramm im Wald.

Frische Narzissensträuße (Grünblättrige Schwefelköpfe – H. fasciculare),

Edelreizker (L. deliciosus) und auch L. controversus (nicht im Bild) bei
Pappel.

Kupferrote Gelbfüße ( C. rutilus) zum Teil sogar ganz frisch und hübsch lila
im Süppchen.
Vollkommen unklar war aber, was diese Tintlinge mitten im ausgetrockneten
Schotter eines
Waldweges trieben. Ich hoffe, mit C. lagopus liege ich richtig.


Immerhin ein Erstfund für mich (Jubel). Wahrscheinlich lesen die auch
Pilzbücher. ;-)
Übrigens scheint die Spätsaison nun gerettet, denn nach der heutigen
Abkühlung regnete es schon mal ein wenig.
In den nächsten Tagen soll es hier so weiter gehen. Ich kann die Hallimasch
schon wittern.
Grüßlis Ingo
p.s. wer einen Rechtschreibfehler findet....
...liest zuviel zwischen den Seilen

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