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Hallimatsch, mal blöd gefragt... *PIC*

Klaas, (vor 6235 Tagen)

Hallo zusammen,
so ein bisschen peinlich ist mir das schon, bereits im dritten Jahr dabei und erkenne keinen Hallimasch... naja, was solls.
Die Jungs fand ich ja eigentlich schon zur Genüge in verschiedensten Wäldern, immer schön braun und (ich meine, ausschließlich) schön an Nadelholz, oder zumindest dort, wo man in einiger Entfernung noch Wurzeln von Nadelholzstubben erwarten kann, ich ging dann immer von A. ostoyae aus.
Auch von den braunen gabs heute schon viele (für mich viel zu viele, wenn die erstmal in solchen Mengen da waren, habe ich die vergangenen Jahre nichts "mich Umwerfendes" mehr gefunden, vielleicht ist dieses Jahr aber auch alles anders...).

Die gelb-grüne Version von heute kenne ich aber aus meinen alten Wäldern nicht, schon gar nicht ohne Nadelholz, und überhaupt gar nicht ohne Stubben oder Stamm in näherer Umgebung. Sicher, da ist überall Kleinholz im Boden, teils auch brav an (Laubholz-)Stubben wachsend, aber teils scheinbar in der Erde.
Mal so:
[image]

Und mal so:
[image]

Ich schätze, dass es sich bei beiden um A. mellea handelt? Oder wird daraus noch ostoyae?
Über cepistipes und gallica finde ich zu wenig Infos. Kann ich mir da weitere Suche ersparen? Oder bleibe ich besser einfach nur bei "Hallimasch"?

Grüße,
Klaas

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vielleicht tröstet es dich

Alis ⌂, (vor 6235 Tagen) @ Klaas

zu erfahren, dass heute in Hornberg Walter Pätzold wegen des Hallischaschs gesagt hat: "ohne meinen Ludwig sage ich nichts..."
Dann kamen unter anderem A. cepistipes und A. pseudobulbosa heraus.
Habe bis heute nicht gewusst, dass es sowas gibt.
Letzteren habe ich gefunden und mich verwundert

Zu deinen Bildern sage "ich" nichts

Gruß Alis

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nicht so wirklich

Klaas, (vor 6235 Tagen) @ Alis

Hallo Alis,
so einen Ludwig brauche ich noch - den Walter müsste ich aber dann wohl auch mitnehmen, langsam wirds eng im Rucksack...
Ich hatte ja gehofft, mich mal auf einfacherem Boden zu bewegen, war wohl wieder nix. Danke für den Trost.
VG Klaas

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Re: Hallimatsch, mal blöd gefragt...

schdaipilz, (vor 6235 Tagen) @ Klaas

hallo

sieht nach hallimasch aus, und nach den hallimasch kommen die morcheln, das ist hier auch so.

mfg schdaipilz

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Re: Hallimatsch, mal blöd gefragt...

Klaas, (vor 6235 Tagen) @ schdaipilz

Hallo "Kai",
derzeit gehts hier stellenweise sogar ganz gut mit Speisepilzen, Steinis, Flockis, Stockschwämmchen, Hallimasch... - nur, ich bin nicht so der Pilzesser. Ich hoffe, zwischen Hallimasch und Morcheln gibts doch noch was anderes, was "Neues" zu entdecken.
Obwohl, Morcheln wären mal wieder was Schönes, dieses Jahr hab ich nach ewiger Suche ganze 2 Käppchen und 6 Böhmische gesehen...
Grüße,
Klaas

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Re: Hallimatsch, mal blöd gefragt...

Pilzmann, (vor 6235 Tagen) @ Klaas

Lieber Klaas,

mit den Hallimaschen ist das die gleiche Frage wie mit vielen anderen Gattungen. Es besteht noch Klärungsbedarf. Je nachdem, ob man die Arten auch an Biotopen und Substraten festmacht, gibt es bis zu 12 verschiedene Arten. In "Die Großpilze Baden-Württembergs" wird das Aggregat A. mellea in fünf Arten aufgeteilt: A. mellea, A. borrealis, A cepistipes, A. gallica und A. ostoya, weil sie in der Petrischale nicht miteinander "poppen" können. Ob dieses ansonsten in der Biologie entscheidende Artenmerkmal bei Pilzen greift, ist umstritten.
Eigenständig daneben stehen der Moor-Hallimasch (A. ectypa), der durch sein Biotop gekennzeichnet ist, sowie der Ringlose Hallimasch (A. tabescens), also mit "ohne Ring".

A. mellea im engeren Sinne ist für mich deutlich durch Gelbfärbung am Ring, manchmal auch auf dem Hut erkennbar. Deshalb zeigt dein Foto für mich eindeutig diese Art. Sie wächst anscheinend ganz überwiegend nur auf Laubholz.
A. ostoya ist ohne Gelbtönung und hat, wohl im Gegensatz zu A. borealis, einen braun gerandeten Ring. Dies und der "Zwiebelfuß" von A. borealis trennt wohl diese beiden sonst gleich aussehenden Arten.
Für mich einigermaßen unterscheidbar sind A. mellea, A. ostoya und A. tabescens sowie A. ectypa. Die Unterscheidung der anderen Arten war mir bislang schnurz. Nach der Pfanne sehen sie eh alle gleich aus, wobei A. ostoya von Nadelholz anscheinend die bestverträglichsten Fruchtkörper hat.

Mit liebem Gruß, Peter!

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Re: Hallimatsch, mal blöd gefragt...

Klaas, (vor 6235 Tagen) @ Pilzmann

Hallo Peter,
danke für Deine ausführliche Mühe!

Den Moor- und den Ringlosen H. kann ich schonmal eindeutig ausschließen...;)
Allein das Gelb am Ring ist (neben dem auf dem Hut) schon sehr auffällig, überhaupt kommen mir die gelben FK komplett anders vor. Besonders die Stiele sind sehr brüchig, der gesamte Pilz kommt mir zierlicher vor.
Zieht man vorsichtig an büschelig wachsenden, hat man das gesamte Büschel in der Hand. Die Stiele sind bei etwas älteren Exemplaren sehr dünn und völlig glatt, das habe ich bei den dunklen Arten anders in Erinnerung. Der Geruch ist aber gleich. Vom Geschmack her kann ich nichts sagen, ich hab die Dunklen bisher nur einmal (völlig versalzen) gekostet, danach nicht mehr...
Nochmals danke und Grüße,
Klaas

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Re: Hallimatsch, mal blöd gefragt...

Ingo Wagner, (vor 6235 Tagen) @ Klaas

Hallo Klaas!

so ein bisschen peinlich ist mir das schon, bereits im dritten Jahr dabei und
erkenne keinen Hallimasch... naja, was solls.

Ich glaube, die wenigstens hier im Forum und auch sonst können die Hallimasche bis zur Art bestimmen, wenn´s nicht gerade die von Peter angesprochenen sind.

Bei deinen gelben hätte ich aber keine Skrupel, die als mellea im engeren Sinne anzusprechen.

VG Ingo W

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Skrupellosen Dank

Klaas, (vor 6235 Tagen) @ Ingo Wagner

Hallo Ingo,
Deine Hilfe und aufmunternde Worte habe ich schon arg vermisst!
Die lege ich dann mal als A. mellea s. str. ab, wenn nichts mehr dagegen spricht.
Viele Grüße,
Klaas

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Re: Hallimatsch, mal blöd gefragt...

Wolfgang P., (vor 6235 Tagen) @ Klaas

Ich schätze, dass es sich bei beiden um A. mellea handelt? Oder wird daraus
noch ostoyae?
Über cepistipes und gallica finde ich zu wenig Infos.

Hallo,

für mich zeigt das erste Bild typische "gallica" (=lutea - dieser Name scheint sich neuerdings doch durchzusetzen): leuchtend gelbes Velum, zwiebeliger Fuß, geselliges (nicht büscheliges) Wachstum, eher spinnwebartiger Ring, Hut schuppig bis zum Rand. Leider ist die Art nicht immer so typisch wie auf Deinem Bild, und dann geht das Gerate los.

A. cepistipes wäre ähnlich, kenne ich aber nicht aus eigener Anschauung, ist aber von der Ökologie wohl streng collin-submontan.

Das zweite Bild zeigt typische mellea - diese Art lässt sich übrigens als einzige mikroskopisch in wenigen Minuten eindeutig abgrenzen, weil sie als einzige keine Schnallen hat.

Das Artkonzept in der Gattung Armillaria ist so gut erforscht wie in keiner zweiten Pilzgattung. An der Arten-Aufteilung gibt es nichts zu deuten (wobei Ludwig dennoch die Sippen cepistipes und pseudobulbosa trennt, obwohl sie sich als interfertil herausgestellt haben). Leider überlappen aber die bekannten makroskopischen und mikroskopischen Trenmerkmale zwischen ostoyae, gallica/lutea, borealis und cepistipes, so dass der Feldmykologie sich wohl damit abfinden muss, dass einige Kollektionen nur per Gentest einen Namen bekommen können. Das heißt aber nicht, dass man typischen Kollektionen nicht auch einen Namen geben sollte.

Grüße,

Wolfgang Prüfert

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Herzlichen Dank! *oT*

Klaas, (vor 6234 Tagen) @ Wolfgang P.

- kein Text -

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Re: Hallimatsch, mal blöd gefragt...

Pilzmann, (vor 6232 Tagen) @ Wolfgang P.

Lieber Wolfgang,

dass Armillaria so gut erforscht sein soll, wage ich nicht zu bezweifeln. Nur, wo findet man die Auflistung der dann wohl anerkannten Taxonomie mit den entsprechenden Merkmalsbeschreibungen? Wäre lieb, wenn du uns alle ein wenig schlauer machen könntest.

Gruß vom „Pilzmann“.

Hallo,
für mich zeigt das erste Bild typische "gallica" (=lutea - dieser
Name scheint sich neuerdings doch durchzusetzen): leuchtend gelbes Velum,
zwiebeliger Fuß, geselliges (nicht büscheliges) Wachstum, eher
spinnwebartiger Ring, Hut schuppig bis zum Rand. Leider ist die Art nicht
immer so typisch wie auf Deinem Bild, und dann geht das Gerate los.
A. cepistipes wäre ähnlich, kenne ich aber nicht aus eigener Anschauung, ist
aber von der Ökologie wohl streng collin-submontan.
Das zweite Bild zeigt typische mellea - diese Art lässt sich übrigens als
einzige mikroskopisch in wenigen Minuten eindeutig abgrenzen, weil sie als
einzige keine Schnallen hat.
Das Artkonzept in der Gattung Armillaria ist so gut erforscht wie in keiner
zweiten Pilzgattung. An der Arten-Aufteilung gibt es nichts zu deuten
(wobei Ludwig dennoch die Sippen cepistipes und pseudobulbosa trennt,
obwohl sie sich als interfertil herausgestellt haben). Leider überlappen
aber die bekannten makroskopischen und mikroskopischen Trenmerkmale
zwischen ostoyae, gallica/lutea, borealis und cepistipes, so dass der
Feldmykologie sich wohl damit abfinden muss, dass einige Kollektionen nur
per Gentest einen Namen bekommen können. Das heißt aber nicht, dass man
typischen Kollektionen nicht auch einen Namen geben sollte.
Grüße,
Wolfgang Prüfert

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Re: Hallimatsch, mal blöd gefragt...

Wolfgang P., (vor 6232 Tagen) @ Pilzmann

Lieber Wolfgang,
dass Armillaria so gut erforscht sein soll, wage ich nicht zu bezweifeln.
Nur, wo findet man die Auflistung der dann wohl anerkannten Taxonomie mit
den entsprechenden Merkmalsbeschreibungen? Wäre lieb, wenn du uns alle ein
wenig schlauer machen könntest.
Gruß vom „Pilzmann“.

MARXMÜLLER in Svampe 5(1982) 1-10 (Bilder und Beschreibungen auf Schwedisch)

LUDWIG im Pilzkompendium, Band 1 (2001) (Bilder und Beschreibungen auf Deutsch)

MARXMÜLLER in Rheinl. Pfälz. Pilzjournal 4,2(1994)128-135 (Zeichnungen und sehr gute Kurzbeschreibungen auf Deutsch)

VESTERHOLT in Funga Nordica (2008) 252-254 (Schlüssel und Beschreibungen auf Englisch)

Guck' auch mal hier:
http://botit.botany.wisc.edu/toms_fungi/armkey.html

Gruß,

Wolfgang

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Vielen Dank für die informative Adresse, Peter! *oT*

Pilzmann, (vor 6231 Tagen) @ Hermine1

- kein Text -

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Re: Hallimatsch, mal blöd gefragt...

Pilzmann, (vor 6231 Tagen) @ Wolfgang P.

Vielen Dank für deine Mühe, lieber Wolfgang.

Ludwig und Funga nordica kann ich mir leider nicht leisten. Mein Schwedisch ist zwar vermutlich mehr als doppelt so gut, wie vergleichsweise mein Chinesisch, aber in der Summe tendiert das doch stark gegen Null. Ob ich an Marxmüller im RP Pilzjournal herankomme weiß ich auch nicht. Den Ludwig kann ich mir aber vermutlich mal leihen und in die empfohlene Internetseite gucke ich gleich mal rein. Nochmal danke, Peter.

MARXMÜLLER in Svampe 5(1982) 1-10 (Bilder und Beschreibungen auf Schwedisch)
LUDWIG im Pilzkompendium, Band 1 (2001) (Bilder und Beschreibungen auf
Deutsch)
MARXMÜLLER in Rheinl. Pfälz. Pilzjournal 4,2(1994)128-135 (Zeichnungen und
sehr gute Kurzbeschreibungen auf Deutsch)
VESTERHOLT in Funga Nordica (2008) 252-254 (Schlüssel und Beschreibungen auf
Englisch)
Guck' auch mal hier: http://botit.botany.wisc.edu/toms_fungi/armkey.html
Gruß,
Wolfgang