Re: bunte Tauben
Hallo Kattugla,
danke für die Aufklärung. Deiner Antwort entnehme ich, dass du dich
mit naturellen Färbemethoden beschäftigst.
Da drängt sich bei mir die Frage auf, ob derartig gefärbte Stoffe
eigentlich Wäsche vertragen, ohne komplett zu entfärben.
Mit gewissen Beimengungen vielleicht?
LG Ingo
Beimengungen sind eigentlich nur begrenzt nötig, eher, um die Faser oberflächlich aufzuschließen, als irgendwas zu fixieren. Üblich und seit langem als Faserbeize gebräuchlich sind Alaun, Weinstein oder Tonerde. Es geht aber auch ohne. Das Farbergebnis wird nur blasser.
Alle Pflanzenfarben und die meisten Farben in Pilzen gehen problemlos feste Verbindungen mit den Proteinketten des Keratins ein - Wolle und Seide dauerhaft zu färben ist also ein Kinderspiel.
Putzig sind die zum Teil deutlichen Reaktionen auf pH-Wert-Veränderungen: das satte Krapprot, das z.B. Cortinarius semisanguineus auf Wolle hinterläßt, wird ganz heftig brombeerig, wenn es in basisches Milieu (z.B. Kernseife *g*) gerät.
Anders ist es mit den Zellulosefasern. Dauerhafte Färbungen werden auf Leinen oder Baumwolle nur erreicht, wenn z.B. gerbsäurehaltige Farben zum Einsatz kommen, wie Walnusschalen oder verschiedene Baumrinden. Oder die Färbung per Küpe erfolgt (chemisches Aufbereiten des Farbstoffs durch Fermentation und/oder Oxidation, stinkt gräuslich!) wie bei Indigo. Das bleibt dann auch dauerhaft.
Daher sind ja die Täublinge so interessant.
Pflanzen- resp. Pilzfarben sind beständiger, als unser fortschrittsgläubiger Technologiewahn uns Glauben macht.
Anders ist auch nicht zu erklären, dass zum Teil 2500 Jahre alte Textilfunde noch immer deutlich farblich zu identifizieren sind.
*kicher* - stell Dir das mal mit Polyester vor...
*winks* und noch eine erfolgreiche Restwoche!
schöne Grüße aus dem Taunus (derzeit 2,5°C, das geht heute Nacht noch unter Null)
Kattugla