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Die (Wiesen-)Ritterlinge und ihre Verwandten *PIC*

Thüringer-Holz, (vor 6218 Tagen)

Hallo Forum,

vielen Dank für den Zuspruch des letzten Beitrags.
Hier der Nachschlag, nicht nur von der Wiese, dennoch etwas speziell

Es geht etwas trivial mit einem beringten Vertreter los:

Das Bild stammt von der ThaM-Tagung in Heubach (Ende Sep.09)

Tricholoma cingulatum - Beringter Erd-Ritterling
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Zurück auf den Halbtrockenrasen von voriger Woche unter Kiefer

Der aktuelle Name scheint wohl nicht mehr T.fracticum

Tricholoma batschii - Fastberingter Ritterling
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Etwas weiter unter Wacholder und Schlehe, diese Vertreter:

Tricholoma spec.
[image]
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Diverse Namen sind gefallen: albobrunneum, populinum, ja selbst T.ustale.
Die Teile waren von der Größe her ebenbürtig batschii, jedoch nicht
so tief braun aber mit deutlich eingewachsenen Huthautfasern und keiner
Pseudoringzone, Mehlgeruch,
leicht bitter. Kurz um, mal wieder einer der nicht geklärt werden konnte.
Ingo: Ur Turn! ;o)

Eine Andere Fläche wieder bei Wacholder, eine Hammerkollektion von

Tricholoma aurantium - Orangeroter Ritterling
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gedrungen gab es sie auch
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Einen kurzen Abstecher in die Verwandtschaft:

Dermoloma josserandii - Elfenbeinfarbiger Samtritterling
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Die Bestimmung dieses Pilzes ist an einem Tag mehrfach gefallen,
so dass ich dann auch meine Kollektion ansprechen konnte.

Noch ein Abstecher, auch ein absoluter Kracher:
Gefunden mit Jochen am letzten Tag, letztendlich definitiv bestimmt
nach dem Sporenabwurf und dem Test auf amyloide Sporen.
Huthautmikroskopie passt!
Karl Wehr hatte es schon zuvor vermutet

Porpoloma pes-caprae (Fr.) Singer 1952
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Zurück in Thüringen, dieser ominöse Fund unter Buche.
@Hartmut: sieht deinem Fund sehr ähnlich.
Ich habe es schon mal angedeutet, vielleicht der Tigerritterling?
Kannte ich bisher nur aus WÜ!

Foto auf Grund von Dauerregen, einen Tag später und bei Dämmerlicht entstanden

Tricholoma pardinum CF - Tiger-Ritterling
[image]

Selber Fundort wie pardinum CF, erst mehlig mild, dann nach 1 Minute
brennend scharf, auch hier im nachhinein abgelichtet.

Tricholoma sciodes - Schärflicher Ritterling
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Kann das nicht auch Tricholoma virgatum sein? Wie sind hier die Unterschiede?
Im Bon steht virgatum darf auch mit Laubbäumen.

Noch was unkritisch weißes aus Walkenried:

Tricholoma columbetta - Seidiger Ritterling
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Und speziell für Ingo Büscheliges:

essbar Braunes
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und

giftig Weißes
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Es grüßt Euch
Felix

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Mein lieber Ritter !!!

HARZPILZCHEN, (vor 6218 Tagen) @ Thüringer-Holz

Hallo Felix
was soll ich dir in meinem Frust schreiben ...

----: Tricholoma cingulatum - Beringter Erd-Ritterling

bestimmt unter SALIX

-----: Etwas weiter unter Wacholder und Schlehe, diese Vertreter: Tricholoma spec.
-----: Diverse Namen sind gefallen: albobrunneum, populinum, ja selbst T.ustale.

HA! die braunen "Specs" kenn ich zu gut! Den Getropften haste noch vergessen (garnicht so abwägig) und stans gibt's auch noch

-----: Tricholoma aurantium - Orangeroter Ritterling

SCHAU SCHAU

-----: Einen kurzen Abstecher in die Verwandtschaft: Dermoloma josserandii
-----: Elfenbeinfarbiger Samtritterling
-----: Porpoloma pes-caprae (Fr.) Singer 1952

Ja beides Kracher!

-----: @Hartmut: sieht deinem Fund sehr ähnlich. Ich habe es schon mal angedeutet, vielleicht der Tigerritterling?

getrocknet, statt Kompost, wegen ständigender Disziplinierung

-----: Tricholoma sciodes - Schärflicher Ritterling .. das nicht auch Tricholoma virgatum sein?

sciodes sieht m.E. anders aus, nicht so silbrig und stumfer gebuckelt, und nicht brennend scharf ..

LG Hartmut

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Re: Mein lieber Ritter !!!

Ingo, (vor 6218 Tagen) @ HARZPILZCHEN

HA! die braunen "Specs" kenn ich zu gut! Den Getropften haste noch
vergessen (garnicht so abwägig) und stans gibt's auch noch

Hallo Hartmut,

den Stans haben wir im vergangenen Jahr zusammen entgültig enträtselt.
Den kann man nahezu ausschließen. Viel schmächtiger! Außerdem benötigt
der unbedingt Kifer und sauer.

Mit ein wenig Restunsicherheit. Ich sage T. batschii. Begründung weiter unten.

*ggg* Ingo

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Re: Die (Wiesen-)Ritterlinge und ihre Verwandten

Ingo, (vor 6218 Tagen) @ Thüringer-Holz

Etwas weiter unter Wacholder und Schlehe, diese Vertreter: Tricholoma spec.
Diverse Namen sind gefallen: albobrunneum, populinum, ja selbst T.ustale.
Die Teile waren von der Größe her ebenbürtig batschii, jedoch nicht
so tief braun aber mit deutlich eingewachsenen Huthautfasern und keiner
Pseudoringzone, Mehlgeruch,
leicht bitter. Kurz um, mal wieder einer der nicht geklärt werden konnte.
Ingo: Ur Turn! ;o)

Nicht ganz einfach. Ich würde für etwas ältere Batschii plädieren.
Ringzonen lösen sich auch mal auf. Auch die Hutfarben verblassen im Regen.
Was anderes fällt mir gerade nicht ein. Wie weit stand die nächste Kiefer?

Selber Fundort wie pardinum CF, erst mehlig mild, dann nach 1 Minute
brennend scharf, auch hier im nachhinein abgelichtet.
Tricholoma sciodes - Schärflicher Ritterling
Kann das nicht auch Tricholoma virgatum sein? Wie sind hier die Unterschiede?
Im Bon steht virgatum darf auch mit Laubbäumen.

Der Einfachheit halber: T. virgatum unter Nadelbäumen; T. sciodes im Laub.
Zum Gesetz würde ich es aber nicht erheben. Meine Virgatumse waren immer erst
etwas bitter, dann scharf.

Und speziell für Ingo Büscheliges: essbar Braunes

Und??? War es diesmal zum verwerten?

giftig Weißes

Warum denn das? Finden tät ich die schon mal gerne.

Es grüßt Euch
Felix

Güßlis zurück - Ingo

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Nachgefragt

Thüringer-Holz, (vor 6218 Tagen) @ Ingo

Hallo Ingo,

also die versammelten Mykologen waren sich einig, dass hatte nix mehr mit
T.batschii zu tun. An dieser Stelle war nix Kiefer, ich bin ja halb unters
Gebüsch gekrochen. Hier war die Rostfleckung der Lamellen sehr stark und der
Hutrand nicht gerippt. Leider habe ich durch den Dauerregen verbaselt
auch junge FK abzulichten - keine Pseudoringzone! Nun hatte ich vielleicht
gehofft du schreibst mir pessundatum drunter. :o(
Ich habe noch was vergessen, dort
war basischer Boden! Also wie gehabt meine gefundenen Kalk-pessundatum scheinen
deinen pessundatum doch nicht ganz zu gleichen.
Solche "unglücklich machende" Dinger haben wir aber auch jedes Jahr. Grrrrr.
Musst doch mal kommen für einen Vergleich.

sciodes/virgatum: Deine Geschmackserfahrung macht mich stutzig.

In verschieden Büchern steht geschrieben:

T.sciodes
: Laubwald, erst bitterlich dann scharf, gedrungender Hutscheitel
T.virgatum: Nadelwald (+- Laubwald) sofort +- brennend scharf, eher Spitzbuckelig

Kann doch nicht so schwer sein....

"Kopfkratz"

Was meinst zum Tiger?

ritterliche Träume
Felix

PS: jedes Jahr die selbe Sch....
ist aber gut so, wäre ja sonst langweillig

PPS: Neee die delikaten Raslinge waren schon durch (Schimmel an der Basis)

Lyophyllum connatum
"obwohl früher als schmackhaft und essbar geltend, enthält der Pilz nachweißlich
– neuere Forschungen haben das definitiv
gezeigt – mutagene (das Erbgut schädigende) Gifte (z. B. Lyophyllin) ,
die durch Erhitzen nicht zerstört werden....
...In Tierversuchen wurde die
mutagene Wirkung nachgewiesen, ob sie auch beim Menschen auftritt,
ist fraglich – also noch nicht erforscht.
Es erscheint darum grundsätzlich angeraten, den Pilz zu meiden.
Nach Roth/Frank/Kormann:
Giftpilze/Pilzgifte (Nikol Verlagsgesellschaft m.b.H. & Co.KG Hamburg) ist der Pilz wenig oder kaum giftig."

Quelle: http://www.natur-lexikon.com/Texte/FM/002/00147-weisser-Rasling/FM00147-weisser-Rasling...

Die Weißen Büschelraslinge werden mit FeS04 violettlich an den Lamellen, nur so am Rande

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Re: gesplittet Teil 1

Ingo, (vor 6218 Tagen) @ Thüringer-Holz

also die versammelten Mykologen waren sich einig, dass hatte nix mehr mit
T.batschii zu tun. An dieser Stelle war nix Kiefer, ich bin ja halb unters
Gebüsch gekrochen. Hier war die Rostfleckung der Lamellen sehr stark und der
Hutrand nicht gerippt. - keine Pseudoringzone! Nun hatte ich vielleicht
gehofft du schreibst mir pessundatum drunter. :o(
Ich habe noch was vergessen, dort war basischer Boden! meine gefundenen
Kalk-pessundatum scheinen ..deinen pessundatum doch nicht ganz zu gleichen.

Punkt 1:
T. pessundatum / getropfter Ritterling wächst in bodensauren Kiefernwäldern
und sonst nirgends. Gerne auch zusammen mit T. focale. Vorgebliche Funde bei
Fichte sollten eventuell näher untersucht werden. Und T. pessundatum hat mit
zunehmender Größe definitiv gerippten Hutrand. So wie T. batschii auch.

Punkt 2:
Dein kalkliebender "pessundatum" entspricht in etwa den in folgenden Werken
beschriebenen T. stans: Tricholoma Monographie M.Bon (nicht Riva!!!);
RMD 1500 Pilze; BW Pilze Band 3 ...übereinstimmend als kalkhold beschrieben.
Einschränkung: auch hier als Nadelholzbegleiter mit unterschiedlichen Angaben
zum Geruch.
Außerdem entspricht er weitestgehend der Variationsbreite von T. populinum.

Punkt 3:
Ohne sichere Angaben zum Wirtsbaum artet das Ganze in Raterei aus.
Wenn da keine vergrabene Kiefernwurzel war, und die Pilze definitiv keine
Pseudoringzone hatten, sollte man sich für die Pappelritterlinge ein passendes
Laubgewächs suchen. Ein Weidenverwandter täte es auch.

Punkt 4:
Der Alte Schwede hatte seinerzeit von der Typusart T. pessundatum die Arten
T. stans und T. montana abgespalten. Gerade zu T. montana würden mich nähere
Angaben interessieren.

Und aufgepasst! Immer ein Schritt nach dem anderen.

Gruseli Ingo

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Vielen Dank für deine ausführlichen Aussagen!! *oT*

Thüringer-Holz, (vor 6217 Tagen) @ Ingo

- kein Text -

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Re: gesplittet Teil 2

Ingo, (vor 6218 Tagen) @ Thüringer-Holz

sciodes/virgatum: Deine Geschmackserfahrung macht mich stutzig.
In verschieden Büchern steht geschrieben:
T.sciodes : Laubwald, erst bitterlich dann scharf , gedrungender Hutscheitel
T.virgatum : Nadelwald (+- Laubwald) sofort +- brennend scharf , eher
Spitzbuckelig
Kann doch nicht so schwer sein....

Da muss man wohl besser aufpassen. ich meinte, die eher risspilzartigen
aus dem Kiefernwald heißen T. virgatum. Nach mehrmaliger Kostprobe immer das
gleiche: spät leicht scharf; anfangs unbestimmt unangenehm.

Zu T. sciodes kann ich nicht sagen denn ich hab' ich noch nicht gefunden.
Im Buchenwäldle gibt es nur ustale und sulphureum - wenn überhaupt.

Was meinst zum Tiger?

Siehe Erklärung zuvor.

sollten die nicht auch mehlig riechen?

*ggg*

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Re: gesplittet Teil 3

Ingo, (vor 6218 Tagen) @ Thüringer-Holz

Lyophyllum connatum
"obwohl früher als schmackhaft und essbar geltend, enthält der Pilz
nachweißlich

Hallo nochmal,

hatte ich geschrieben, dass ich die verspeisen möchte? Finden reicht fürs Erste.
Trotzdem Danke für die ausführliche Info. Bist' ja schließlich auch PSV. ;o)

*GRIngo

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zu T.virgatum *PIC*

Ufo, (vor 6217 Tagen) @ Thüringer-Holz

Hallo Felix,
bei mir im Süden hat es häufig T. sciodes im Buchenwald auf Kalk, die sehen aber ganz klar anderst aus.
Kleine Pilze mit eher kurzem Stiel und flachem Buckel und nur wenig scharf.
Lamellenschneiden oft dunkel gefleckt.
Sogesehen ist dein Pilz für mich T. virgatum und nicht sciodes.
Gruss
Uwe

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