Re: Ascomyceten aus dem Kiefernwald
Hallo Gernot,
was für tolle Funde und super Dokus!
Herzliche Grüße,
Martin
Hallo,
am Samstag war ich in einem Gebiet, in dem es dank Regen und der ersten
überstandenen Schneeschmelze richtig feucht war, perfekt für Ascomyceten.
Deshalb hier ein paar Funde, die ich aus einem Kiefernwald geholt habe: 1)
Cryptodiscus pini (Romell) Baloch, Gilenstam & Wedin 2009
Schaut mal auf feuchten, entrindeten, oft stark mit Moosen überwachsenen
Kiefernästen nach dieser Art. Ich denke, dass sie gerne übersehen oder
nicht bestimmt wird (letzteres hat sich bei meinem Fund auch als schwierig
dargestellt - deshalb danke an Zotto, der einen Namen für seine und meine
Kollektionen finden konnte).
Auf Zottos DVD ist die Art noch unter Cryptodiscus "rubrobrunneus"
zu finden.
Von den anderen Arten der Gattung Cryptodiscus unterscheidet sich C. pini
durch einen dunklen Rand und die gekrümmten, 0-1-fach septierten Sporen.
2) Hyaloscypha albohyalina var. spiralis (Velen.) Huhtinen 1990
Die Art fand ich auf einem noch berindeten Ast von Pinus. Unterscheidet sich
von der var. albohyalina durch fehlende Schnallen (leider ist mir kein
Foto von der Ascusbasis gelungen).
3) Orbilia aprilis Velen. 1947
Auf teilweise berindetem Ast von Pinus, wuchs aber auf einer unberindeten
Stelle. Der gezackte Rand sowie Sporenform und -größe charakterisieren
diese Art.
4) Podophacidium xanthomelum (Pers.) Kavina 1936
Wohl kein häufiger Pilz. Gefunden auf einem Weg im Kiefernwald auf Erdboden
zwischen Moosen.
5) Mellitiosporium propolidoides (Rehm) Rehm 1888
Auf feuchtem, entrindetem Kiefernast. Typisch sind die 1-sporigen Asci.
6) Cryptodiscus foveolaris Rehm 1888
Auf berindetem Kiefernast, kommt aber wohl häufiger an Laubholz vor.
7) Hypoxylon julianii L.E. Petrini 1986
Zum Abschluss eine Art auf Laubholz. Die großen Sporen (bis 20 µm)
charakterisieren H. julianii neben den orangebräunlichen KOH-löslichen
Pigmenten und dem ausgebreiteten Wachstum.
Schöne Grüße
Gernot