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Pilzsammler plündern Königsforst

Gábor, (vor 6208 Tagen)

Hallo liebe Forenleser,

ich habe hier für euch ein Paar Schlagzeilen der letzten Tage aus Köln:

http://www.rundschau-online.de/html/artikel/1246895331401.shtml
http://www.bild.de/BILD/regional/koeln/aktuell/2009/10/29/pilzsammler/pluendern-koenigs...

Übrigens traf ich bereits Herrn Cohnen, während ich im Königsforst auf Fotosafari unterwegs war.
Und ich hatte auch den Eindruck, dass er ein durchaus umgänglicher und überaus interessierter Naturfreund ist.

Wir haben uns bestimmt eine Stunde über seltene Pflanzen und Tiere und natürlich auch über die Pilze unterhalten, die im Königsforst wachsen...

Nächtle, Gábor

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So 'n Quatsch

Karl-Heinz ⌂, (vor 6208 Tagen) @ Gábor

Hallo Gabor,

ja Schlagzeilen ist richtig. "und die Pilze komplett mit Stiel ausgerupft"
ja sowas!
Durch Pilzsammler wurde noch keine Pilzart ausgerottet, sondern durch Industriegebiete die irgendwann da einmal gebaut werden - dann gibt es nur noch Spitzmorcheln.
Auch wenn die Fruchtkörper abgenómmen werden, steht das Myzel immer noch mit dem Baum in Verbindung?

Unverständnisvolle Grüße
Karl-Heinz

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Re: Pilzsammler plündern Königsforst

Hagen Graebner, (vor 6208 Tagen) @ Gábor

Naturschutzgebiet ist Naturschutzgebiet, da hat er schon recht. Wobei dann ein paar Widersprüche drin sind - "mit dem Stiel ausgerupft" und "nur noch Schnittstellen" und auf den Bildern ist der Hallimasch drauf, ob er den wirklich behalten will :-)
Wobei Jäger und Förster ja immer was gegen Pilzsammler haben, die hätten den Wald gern für sich selbst und argumentieren dann mit der Störung der armen Tiere,.
Wobei man wahrscheinlich mit den meisten Förstern zumindest sehr gut auskommen kann, wenn man gegenseitig Rücksicht nimmt, bei Exkursionen etc. möchten die halt gern gefragt werden und freuen sich über Artenlisten.

Gruß

Hagen

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Re: Pilzsammler plündern Königsforst

olly, (vor 6208 Tagen) @ Gábor

Hier wird die Unwissenheit des Verbrauchers dreist ausgenutzt. Der Otto-Normal-Nichtpilzesammler kann überhaupt nicht beurteilen, was den Pilzbeständen schadet, vertraut aber blind den Medien, vor allem solchen, wie der Bild-Zeitung. Traurig, diese Hetzkampagne! Als ob das Wild wegen der Pilzsammler unter die Räder kommt! So ein Schwachsinn! Ich habe noch nie einen Pilzsammler gesehen, der seinen Sperrmüll (incl. alter Kühlschränke), Bierdosen o.ä. im Wald ausgekippt hat, darüber wird aber nicht in der Bildzeitung berichtet, wahrscheinlich weil ein Teil der Leser durchaus dazu selbst imstande ist. Sorry, ich will hier niemanden beleidigen, der zufällig ein Bildzeitung-Leser ist, aber wenn ich sehe, wie der Wald durch Forstwirtschaft zerstört wird, dann kann ich nur mit dem Kopf schütteln, wenn Förster sich über die durch gierige Pilzsammler schwindende Hallimasch-Bestände beklagen!

Grüsse,

olly

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Re: Pilzsammler plündern Königsforst

Krauseglucke, (vor 6208 Tagen) @ Gábor

Hallöchen,

NSG bleibt NSG und da gibts einige Regeln.

"die Sammler gefährden den Bestand der Pilze."

...klaro - und wenn ich die Äpfel vom Baum pflücke gibts nächstes Jahr keine mehr oder der Baum geht ein.

Gruß KG

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Re: Pilzsammler plündern Königsforst

Karl-Heinz ⌂, (vor 6208 Tagen) @ Krauseglucke

Na klar, wenn es denn NSG ist.

Dann hätte es soweit garnicht kommen dürfen.
Ich ärgere mich hauptsächlich über den dilettantisch verfassten Artikel.

Gruß
Karl-Heinz

Hallöchen,
NSG bleibt NSG und da gibts einige Regeln.
"die Sammler gefährden den Bestand der Pilze."
...klaro - und wenn ich die Äpfel vom Baum pflücke gibts nächstes Jahr keine
mehr oder der Baum geht ein.
Gruß KG

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Re: Pilzsammler plündern Königsforst

Gábor, (vor 6208 Tagen) @ Krauseglucke

Hallo liebe Pilzfreunde,

dass da in der Büld wieder jede Menge Haarsträubendes steht, z.B. "Gefährdung des Pilzbestandes" usw. ist natürlich klar.
Es arbeiten halt immer noch viel zu wenig Hobbymykologen bein den Schlagzeilenmachern :-)

Nichtsdestotrotz stehen im gesamten Königsforst und in der Wahner Heide die NSG-Hinweisschilder mit den Verboten, die Wege zu verlasen und Pflanzen/Pilze zu entnehmen.

Und ob das nun wiederum alles so richtig ist, immer mehr Waldgebiete einfach zu Naturschutzgebieten zu erklären, steht natürlich auf einem anderen Blatt.

Ich kenne hier mittlerweile auch Waldgebiete, die zum großen Teil aus Nutzwald bestehen.
Da fragt man sich natürlich auch, was denn an einem forstwirtschaftlich intensiv genutzten Wald bitteschön schützenswert sei.
Hier sehe ich die Harvester teilweise mit Raupenketten am Hang im Einsatz und der Waldboden ist auch durch Meterbreite Treckerspuren durchpflügt.

Als ich neulich ein Ehepaar ansprach, die gerade mit Sammelkorb an einem Verbotsschild lässig vorbeischlenderten, sagten sie mir, dass sie hier schon immer Pilze gesammelt hätten.
Es wäre für sie Lebensqualität, an der Natur auch aktiv teilzunehmen und sie ließen sich dies durch die Willkür von ahnungslosen Beamten nicht verbieten...

LG, Gábor

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Re: Pilzsammler plündern Königsforst

Stephan Weißer, (vor 6208 Tagen) @ Gábor

Wieder mal ein untauglicher Versuch, den Pilzsammlern die Schuld für das großflächige Verschwinden von Arten in die Schuhe zu schieben. Was dagegen Industrie, Landwirtschaft und Autoverkehr anrichten - da können auch die größten Pilzsammlerhorden nicht mithalten. Fehlt nur noch, dass man auch die Tierwelt (Schnecken, Pilzmücken, Eichhörnchen) usw. wegen des ungezügelten Abfressens von Pilzfruchtkörpern bestraft, etwa durch Abschuss oder Schädlingsbekämpfungsmaßnahmen. Dazu noch das Foto vom Hallimasch, bei dem doch jeder Förster froh ist, wenn er den nicht in seinem Wald hat. Ist den Zeitungsredakteuren (die ja wohl alle mehr oder weniger erfolgreich studiert haben dürften) eigentlich klar, was für eine gequirlte Desinformationssch... sie da produzieren und für teuer Geld an die Kundschaft verkaufen?

*sarkasmusan*
Ein Gutes hat die Sache wenigstens: durch solche Berichte wird die breiten Masse vielleicht davon abgehalten, massenhaft in die Wälder zu strömen und uns die Sonntagssteinpilze wegzupflücken, bevor wir selber da sind.
*sarkasmusaus*

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Bildzeitungsleser sind nicht beleidigungsfähig ;-) *oT*

Thomas Pruß, (vor 6208 Tagen) @ olly

- kein Text -

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Re: Pilzsammler plündern Königsforst

Gábor, (vor 6208 Tagen) @ Hagen Graebner

"Naturschutzgebiet ist Naturschutzgebiet, da hat er schon recht"
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Hallo Hagen,

zunächst einmal denke ich, dass Verbote in der Regel immer dann herhalten müssen, wenn Bürger unmündig sind, mit den ihnen gewährten Freiheiten angemessen umzugehen.

Andererseits - allzu mündig sollten sie dann auch wieder nicht sein.
Denn sonst würden sie womöglich noch auf seltsame Ideen kommen.
Z.B. dass hinter vordergründigen Verboten und schnell ins Leben gerufenen Naturschutzgebieten womöglich auch noch politische oder sogar wirtschaftliche Interessen stehen könnten :-)

LG, Gábor

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Re: Pilzsammler plündern Königsforst

Goldsucher, (vor 6208 Tagen) @ Gábor

Hallo Pilzfreunde,

Ich hätte da eine Anregung. Immer wieder fällt mir auf, wie aktiv manche unter euch sind.
Ein ausgewachsener Pilzexperte hat sicher mehr drauf als so ein dahergelaufener möchtegern Aufsichtsfuzzi. Meistens sind die nur Geltungsbedürftig. Wir nenne diese Leute Brennesselgendarmen - von nichts eine Ahnung aber mit Uniform und groß aufspielen - ein Relikt alter Zeiten.
Im Gegensatz dazu Leute welche über Pilzarten das Biotop klassifizieren können und Verschlechterungen sofort bemerken.
Wie wär es denn wenn ihr in die Offensive geht und eure Kenntnisse in den Dienst des Naturschutzes stellt - als Naturschutzexperten?

LG
Bernd

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Re: Pilzsammler plündern Königsforst

Hagen Graebner, (vor 6208 Tagen) @ Goldsucher

Hallo Bernd,

Viele von uns tun das auch. Unsere Gruppe zum Beispiel gehört als Fachgruppe zum NABU und wenn wir in Naturschutzgebieten Exkursionen machen (genehmigt selbstverfreichlich) bekommt die untere Naturschutzbehörde und das zuständige Forstamt eine Artenliste, außerdem stehen wir als Ansprechpartner zur Verfügung (fragt halt selten einer :-))

Schönen Abend

Hagen

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Re: Pilzsammler plündern Königsforst

Goldsucher, (vor 6208 Tagen) @ Hagen Graebner

Hallo Hagen,

Ich versuche nun schon seit über 10 Jahren die Pilze mehr und mehr in den Mittelpunkt von naturschutzfachlichen Betrachtungen zu bringen. Zum Beispiel beim Zustand extensiver Wiesen. Dazu machen wir hier Untersuchungen zum Artenreichtum. Interessant für die Wertigkeit von Biotopen sind vor allem die Mykorrhiza-Pilze, diese finden sich ja auch oft in den roten Listen, weil der Einsatz von Düngemittel und Umweltgifte sie zurückgedrängt haben.

Es gibt so viele Leute, die sich für das Thema interessieren, die sich allerdings dann von der Vielfalt an Arten abschrecken lassen. Ich brauchte auch einige Zeit um mich da hineinzudenken. Von Otto Normalverbraucher das zu erwarten, ist natürlich zuviel verlangt. Aber grundsätzlich ist mir der Naturschutz zu Spitzentominiert. Wenn die Basis nicht hinhaut ist alles für die Fisch.

meint Bernd

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Sachen gibt's :-)

Gábor, (vor 6206 Tagen) @ Gábor

Hallo liebe Pilzfreunde,

ich möchte nochmal kurz einen Sachverhalt in die Diskussionsrunde werfen, auf den mich freundlicherweise ein Pilzfreund aufmerksam gemacht hat.

Es geht um die Trockenlegung und die Wiederaufforstung des letzten Heidemoorgebietes im Königsforst in den 80-er Jahren.
Und zwar durch die Forstverwaltung selbst, die jetzt öffentlich wehklagen und für den Verlust ihrer wertvollen Hallimaschbestände jetzt die Pilzsammler an den Pranger stellen möchten:
http://www.wahner-heide.com/home/HEIDETERRASSE/Der+K%F6nigsforst/
(bitte den gesamten Link kopieren und in die Suche eingeben)

Zitat aus dem 3.Absatz:
"...Noch 1983 (!), aller zwischenzeitlichen Aufklärung und wissenschaftlicher Erkenntnisse zum Trotz, wurde das letzte Heidemoor des Königsforsts durch die Forstverwaltung trockengelegt und mit Fichten aufgeforstet. Das letzte Vorkommen der Moosbeere (Oxycoccus palustris) und des Mittleren Sonnentaus (Drosera media), eines fleischfressenden Moorspezialisten, wurde vernichtet.
Der einzige Standort des Efeu-Moorglöckchens (Wahlenbergia hederacea) in Nordrhein-Westfalen wurde bereits zu Anfang des 20. Jahrhunderts vernichtet. Die Gelbbauchunke (Bombina variegata), die auf Kleingewässer im Offenland angewiesen ist und einst Massenbestände ausbildete, ist seit Jahrzehnten nicht mehr entdeckt worden..."

Manchmal denke ich, ich bin im falschen Film...

LG, Gábor

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Re: Sachen gibt's :-)

Joschi Siembida ⌂, (vor 6206 Tagen) @ Gábor

Hallo Gàbor,

danke für den Link. Mal wieder ein typischer Fall von:

Ablenkung von einem großen Problem durch Anprangerung eines kleinen Problems!

Gruß Joschi