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Re: Warnung vorm Rotstieligen Ledertäubling!!!

Christoph ⌂, (vor 9213 Tagen) 878 Beiträge @ Moise

Hallo Moise,

die Bestimmung ist wasserdicht abgesichert. Im einen Fall handelt es sich um einen sehr bekannten Mykologen... der Täublinge unter anderem von A. Einhellinger "gelernt" hat. War zudem ein reingericht, da im Augustmanchmal nix anderes in den Kalkbuchenwäldern wächst.
Der andere Fall ist jemand von der Uni... und auch da ist die Bestimmung sicher. Wie gesagt, ich kenne beide...
Das mit dem Lust-vergehen stimmt zum Teil. Die Familie meines Freundes essen seit dem keine Schwammerl mehr. Er schon... aber auch weniger als früher...

Das mit der verschluckten Geschmacksprobe kann auch eine individuelle Reaktion gewesen sein (z. B. Überempfindlichkeit), aber die Symptome passten ins Bild der "Russula-olivacea-Vergiftung. Ich hab noch nie ne Geschmacksprobe verschluckt...

Und wie gesagt, gut gekocht scheint das Teil ja harmlos zu sein, nur roh oder ungenügend gegart... Von anderen Ledertäublingen ist in dieser Hinsicht noch nichts bekannt. Auffällig waren die Vergiftungsfälle in Südtirol, da scheints doch einige erwischt zu haben. Und wer weiß, wie viele sichhierzulande schon den Magen verrenkt haben. Nur wer sagt denn offen, dass er so "blöd" war, sich zu vergiften???
Das mit den Täublingen in der Bestimmungsliteratur ist ja fast logisch. Die Dinger sehen sich alle so ähnlich, dass meist nur ein paar, besser betimmbare abgebildet werden. Es gibt aber einige Bücher über Täublinge im speziellen. Nur ist die Bestimmung etwas aufwendig. man braucht u. a. Sporenpulverfarbe, dann meist Chemiereaktionen und ein Mikroskop ist hilfreich, teils unumgänglich.
Schöne Bilder findest Du im Galli - Le Russule, oder im Sarnari (neue Monographie). Dann ist bei uns natürlich Einhellinger das Standardwerk. Schöne Bilder hat auch der Marchand...
Sonst gefällt mir für's Gelände der Parey's ganz gut.

Ich wollte dir auch nicht den Appetit verderben. Insofern weiterhin ein nebenwirkungsfreies Pilzhobby!!!! Mach's gut, Christoph

Ogottchen, was eß ich denn da seit Jahren! Hab bisher nichteinmal gesondert
darauf geachtet, daß die Täublinge besonders gut durchgegart sind. Werden
sie aber wohl gewesen sein, weil ich hatte bisher nie auch nur die
geringsten Probleme. Besonders die Sache mit der verschluckten
Geschmacksprobe erscheint mir unerklärlich, da müßte ich schon etliche
Male Vergiftungen gehabt haben.
War das in den erwähnten Fällen gesichert der rotstielige Ledertäubling? Und
ist derartiges auch über andere (Leder?)Täublingsarten bekannt, die
eigentlich als eßbar gelten? Mild schmeckende Täublinge eßbar??
Ich habe irgendwie den Eindruck, daß die Täublinge in den meisten
Pilzbestimmungenbüchern (für den mykophagen Dilettanten) vernachlässigt
werden. Gibts da was handliches mit guten Fotos und Beschreibungen?
Riskieren tu ich lieber nichts, weil ich mir gut vorstellen kann, daß nach
einer Pilzvergiftung sich einem der Magen schon hebt, wenn man Pilze nur
riecht. Wär doch schad um das schöne Hobby.
viele Fragen, viele Grüße,
Moise

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