4.) tricholoma populinum (pappel-ritterling)
Hallo fuzzy,
eine sehr interessante Aufnahme, wie ich finde. Denn vom Hut her ist dein Fund
nahezu identisch einem von mir im Vorjahr gefundenen pessundatum.
Typisch auch die "Tröpfchen" am Hutrand, die vom Schleim herrühren.
Wenn man sie in einem Mischwald fände, wäre eine Bestimmung sicher unmöglich.
Bis auf ein Merkmal, was mir auch bei deinem Bild gerade auffiel.
Der Stiel vom pessundatum ist in diesem Entwicklungsstadium fast reinweiß.
Erst später überzieht er von der Basis her mit orange-hellbraunen Fasern.
Während Pappelritterlinge oft bereits im Jugendstadium einen deutlich dunkleren
bräunlichen Überzug zeigen, der mitunter erst kurz vor der Stielspitze abrupt
endet. Manchmal sind sie aber auch lange weiss, und überziehen erst später.
Weiterhin ist mir aufgefallen, dass pessundatum im Schnitt an der Stielbasis
gerne gelblich-orange Fleckchen aufweist. Fast wie die karottenfarbenen bei
Xerocomus communis. Bei älteren Exemplaren konnte ich auch schon ziegelrote
Verfärbungen an Verletzungen und Fraßstellen feststellen.
Ich glaube aber nicht mehr daran, daß dies alles konstante Merkmale sind.
Bei T. populinum habe ich auch schon gelbliche Verfärbungen gesehen.
Ganz vorsichtig sollte man bei der Einnordung von Kollektionen sein, die
bei Espen und Weidengewächsen stehen. Die treten nie büschelig auf, sondern
eher in Grüppchen. In der neueren Literatur wird das als T. populinum var.
campestre bezeichnet. Allerdings haben diese gerne eine mehr oder weniger
faserige Hutoberfläche. Eventuell in der Nähe stehende Nadelgehölze machen
die Bestimmung auch nicht gerade leichter.
Wie du siehst, kann ich in der Thematik immer noch keine finale Lösung finden.
Ich habe den Eindruck daß es, je mehr Kollektionen ich finde, immer unklarer wird.
Möglicherweise ist alles doch nur eine Art. Oder es gibt deren vier bis fünf.
Liebe Fee, ich wünsche mir einen Sequenzer. Und dann noch...
Grüßlis Ingo