Re: Pilze vom Wochenende
Hallo Ingo,
Desinfektionsmittel und Antiseptikum sind für mich eigentlich synonym. Klar gibt es da verschiedene, die auch verschieden riechen. Das "braune" wird wohl auf Jodbasis sein, das dir geruchsmäßig von Lugol/Meltzer vertraut sein dürfte.
Aber toller Fund, und immer wieder interessant, wie sich bestimmte Arten im Forum bei ihrer Erscheinungszeit häufen.
Herzlich,
Martin
Hallo Forum,
ein Glück, dass es euch gibt. Ansonsten hätte ich mir wohl die Zähne an einem
meiner beiden
Wochenendfunde ausgebissen. So wie die Pilze daher kamen, kam ja eigentlich
nur Phellodon
in Frage.Unten herum ziemlich weiße Stacheln, zusammengewachsene Fruchtkörper und ein
deutlich würziger
Geruch. Allerdings, das war mir schon vor Ort klar, konnte es nie im Leben
eine bekannte Art aus dieser
Gattung sein. So waren die Hüte flexibel wie bei Crepidotus – Arten, und kein
bisschen hart und korkig,
wie bei den Stachelpilzen gewohnt. Außerdem war der Geruch nie im Leben
maggiartig.Genau genommen rochen die Pilze, schon im frischen Zustand, eher nach etwas
medizinischem.
Und zwar, nicht wie hier in einem Thread angegeben, nach Desinfektionsmittel,
sondern nach einem
Antiseptikum, welches ich schon länger nicht mehr angetroffen hatte. Irgend
so ein braunes Zeugs, was vor
Jahren mal zur Wundbehandlung eingesetzt wurde.Meine Frau meinte, es gab früher mal einen Hustensaft, der auch ähnlich
duftete. Im Volksmund nannte
der sich Buchenteer.
Egal, die Kenner der Materie haben das Teil sicher erkannt: Sistotrema
confluens – der Gestielte Zahnling.
Dank der gestrigen Diskussion ob der Funde meines Namensvetters aus Sonneberg
keine Hürde mehr.
Fundort: sandiger Kiefernwald am Wegrand im Moos.
Verfolgt man die Fundmeldungen der letzten Zeit aufmerksam mit, scheint es
mit den Bedingungen in unseren
Wäldern wieder aufwärts zu gehen. Sistrotremen, Ritterlinge und andere Arten,
vor allem aus sauren
Gegenden, die seit geraumer Zeit die roten Listen bevölkern, scheinen sich
endlich wieder zu verbreiten.
Möglicherweise kann man ja ähnliche Effekte auch in der einheimischen Flora
beobachten.
Die Zahnlinge scheinen mir auf jeden Fall Vertreter zu sein, welche die
letzten Monate des Jahres
bevorzugen.
Der andere Fundpilz tut dies zwar auch, jedoch hatte ich noch nie im Jahr so
spät gute Hallimasch, die mit meinem Schmortopf kuscheln wollten.
Übrigens: es gab einige Büschel mit deutlichen Trockenschäden. Das Ende
November!Obwohl ich glaube, dass es das nun war. Nächste Woche schaue ich mal nach, ob
die Elefantenohren
schon da sind. Die machen sich auch ganz gut.
Grüßlis Ingo