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fundbericht und frage nach umo

coco, (vor 9199 Tagen)

hallo ihr lieben!

gestern im hunsrück (oder heisst es auf dem hunsrück?) wenige, aber interessante pilze:
von den weniger häufigen russulae der mandeltäubling (r. grata), der lilastielige T. (r. violeipes) und - mein erstfund :-) - r. aurea, der goldtäubling.

exotisch und mit der nase bestimmbar die tintenfische.

glanzlicht der pirsch, die leider durch eine (off topic) kaputte zündspule er-heb-lich verzögert wurde, wo ich doch sonst IMMER eine 2. dabei habe :-( , ein weiterer persönlicher erstfund: xerocomus rubellus, der blutröhrling. nach dem hab ich jahrelang ausschau gehalten. die jungen sind wirklich so knallig wie z.b. bei phillips im kosmos. weshalb eigentlich "versicolor"?

tja und da war auch noch ein vumo (seeeehr unbekannt). ein pilz grob in der form von abgestutzter keule (clavariadelphus truncatus), aber unförmiger und klobig. vier (unten) bis fünf (oben) mal sechs cm gross. kein stiel, kein hut, keine stacheln, röhren, oder lamellen; auch keine erkennbaren leisten. allenfalls so etwas wie abrasierte semmel-stoppeln in einer schmalen zone unterhalb der oberkante. die farbe erinnert an den blassen pfifferling (c. cibarius var. pallens, auch der geschmack ist scharf. geruch eher unangenehm und irgendwo zwischen porphyrröhrling (porphyrellus porphyrosporus) und einem miefenden filzröhrling, der mir öfters begegnet. konsistenz sehr fest, etwa wie r. virescens (grüngefeldeter täubling). und das beste: nach berührung / verletzung starke orange-rote färbung, die später braunschwärzlich-dunkelrot wird.

was, bitte, hab ich da gefangen???

gute zeit euch

coco

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Re: fundbericht und frage nach umo

Andreas ⌂, (vor 9199 Tagen) @ coco

hallo ihr lieben!
weshalb eigentlich "versicolor"?

Anderer Name für eine rothütig beschriebene Xerocomus-Art. Der Name Boletus versicolor Rostkovius wurde und wird verschieden interpretiert, u.a. auch mit X. armeniacus gleichgesetzt (bei Merlo et al. z.B.). Ob Rostkovius damals denselben Pilz hatte wie der der heute als X. rubellus bezeichnet wird, ist weder beweisbar noch taxonomisch von großem Interesse, da X. rubellus Krombholz der ältere Name ist.
Sowohl die Artabgrenzung innerhalb der rothütigen Filzröhrlinge als auch ihre Taxonomie sind ein sehr schwieriges Kapitel innerhalb der Röhrlinge. Derzeit werden mindestens 4-5 verschiedene Arten in Europa anerkannt, wobei diese ja mangels anderer (Er-)Kenntnisse stets als X. rubellus bezeichnet wurden/werden.

tja und da war auch noch ein vumo (seeeehr unbekannt). ein pilz grob in der
form von abgestutzter keule (clavariadelphus truncatus), aber unförmiger
und klobig. vier (unten) bis fünf (oben) mal sechs cm gross. kein stiel,
kein hut, keine stacheln, röhren, oder lamellen; auch keine erkennbaren
leisten. allenfalls so etwas wie abrasierte semmel-stoppeln in einer
schmalen zone unterhalb der oberkante. die farbe erinnert an den blassen
pfifferling (c. cibarius var. pallens, auch der geschmack ist scharf.
geruch eher unangenehm und irgendwo zwischen porphyrröhrling (porphyrellus
porphyrosporus) und einem miefenden filzröhrling, der mir öfters begegnet.
konsistenz sehr fest, etwa wie r. virescens (grüngefeldeter täubling). und
das beste: nach berührung / verletzung starke orange-rote färbung, die
später braunschwärzlich-dunkelrot wird.
was, bitte, hab ich da gefangen???

Ich würde mal auf den Rötenden Saftwirrling tippen, Abortiporus abiennis. Der wächst am liebsten auf vergrabenen Holzresten (Wurzeln z.B.) in Rasenflächen.
Der Pilz ist sehr vielgestaltig, sowohl was Form als auch was Farbe angeht. Das Röten ist aber konstant. Er bekommt länglich-labyrinthische Poren, aber offensichtlich hast Du ein recht junges Exemplar. Die Dinger werden ganz schön groß, bis 20 cm Durchmesser ist nicht außergewöhnlich. Dann haben sie etwa die Form eines Mega-Stachellings :-)

Abbildungen:
Dähncke-1200 Pilze, Jahn-Pilze an Holz, Breitenbach/Kränzlin-Pilze der Schweiz, Ryman/Holmasen-Pilze (schlechte Qualität), Laux-Der große Kosmos Pilzführer.

Gruß,
Andreas