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Re: Ratepilz-Lösung

Werner2 ⌂, (vor 6149 Tagen) 1.517 Beiträge @ Ingo Wagner

Schöne Präsentation. Wäre ich nie darauf gekommen. Toller Fund.
So sehen für mich junge Irpex lacteus aus - wenn ich sie mal finde.
Gruß Werner
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Hallo!
Danke für die Antworten. Schön bunt, gefällt mir!
Die Sache mit den Bildern ist halt, man kann den Pilz nicht anfassen, und bei
meinem Ratepilz-Bild war wohl auch kaum die Größe gut einzuschätzen.

Erschwerdend kommt hinzu, dass er sich hier gerade etwas untypisch
präsentiert, nämlich mit vielfach zusammengewachsenen "Zähnen",
was dem schlitzig-porigen Aussehen von Schizopora paradoxa (Veränderlicher
Spaltporling) nahekommt oder, wenn man das Hymenium als ausgeprägt faltig
einschätzt, man auch auf die Idee mit Merulius tremellosus
(Gallertfleischiger Fältlng) kommen kann.
Ein makroskopisches Merkmal könnte die konzentrische Anordnung der Zähne bei
Jungfruchtkörpern sein, zumindest fällt mir das immer wieder auf.
Genau dieses Merkmal und die ockerfarbene Mitte wird Richi auf die Idee mit
Hyphoderma radula (Reibeisenrindenpilz) gebracht haben.
Im Gegensatz zu diesen sind meine Fruchtkörper sehr elastisch und dünnhäutig,
so dünnhäutig, dass der Bereich neben dem weißen Frischzuwachs oft,
besonders bei etwas geschädigten Fruchtkörpern, am Grund wässerig-grau
erscheint.

Ach so, ihr wollt ja wissen, was nun richtig ist: also ganz nah kommt Werners
Lösung mit Irpex lacteus (Milchweißer Eggenpilz), bloß dass meine Pilzchen
Schnallen haben:

Richtig ist also Steccherinum oreophilum (Berg-Resupinatstacheling), eine
Art, die bei mir nicht so selten ist. Dafür konnte ich noch nirgends Irpex
finden.
Besonders ausgewachsene Fruchtkörper kann man wohl makroskopisch nicht
auseinanderhalten, und Bilder von jungen Irpex habe ich nirgends finden
können.
Kennengelernt habe ich den Steccherinum an senkrechtem Substrat, wo er kleine
Hutkanten bildet. Hier ein Bild dazu von Tomate (wo ist der eigentlich?):
Beitrag 135180
Die Bemerkung in PdS bei Irpex, dass man bei Kreuzungsvrsuchen belegen
konnte, dass es sich bei Irpex lacteus und Steccherinum oreophilum um
identische Arten handelt, glaube ich natürlich erst mal nicht. Sicherlich
hat hier irgendwer einen Fehler gemacht, und sei es der Pilzbestimmer
gewesen.
Jetzt noch 2 Fragen, die sich mir gestellt haben: 1. Mir ist aufgefallen,
dass bei Steccherinum vermieden wird, bei den Kristallschopf-Zystiden von
Lamprozystiden zu sprechen. Weil sie ihren Ursprung weit in der Trama
haben?
2. Die langen Hyphen der Trama werden schnell dickwandig, sind aber reichlich
septiert. Ist es richtig, die nicht als Skeletthyphen, sondern als
skelettierte Hyphen anzusprechen?
VG Ingo W

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