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Noch einmal das Thema Wildschweine

Joachim, (vor 9198 Tagen)

Ich hatte schon einmal im Forum über Wildschweine berichtet.
Das war vor ungefähr einem Jahr. Inzwischen hat sich die Situation in den Wäldern rund um Viernheim und Lorch, dass ist in Hessen so etwa zwischen Darmstadt und Heidelberg, extrem verschlechtert. Es ist schon bitter wenn man mit anschauen muss wie ein sehr gutes Pilz und Pflanzenbiotop in relativ kurzer Zeit von Wildschweinen zerstört wird.
Natürlich Wildschweine hat es schon immer gegeben, aber noch nie in einer so großen Population. Dachte ich noch letztes Jahr die Wildschweinplage wäre Regional begrenzt, so bin ich dieses Jahr eines Besseren belehrt worden. Eine meiner schönsten Pfifferlings und Steinpilz Reviere (im Odenwald nähe Beerfelden) ist jetzt auch von Wildschweinen heimgesucht worden. Ein ehemaliger Förster und Leiter einer Jagdschule hat mir die Gründe für die übermäßige Vermehrung der Wildschweine erklärt.

Durch die starke Schädigung der Eichen und Buchen (Thema Waldsterben) haben diese Unmengen von Samen erzeugt. (möglicherweise das letzte Aufbäumen) Wildschweine werden geradezu gemästet.
Sollten einmal nicht so viele Eicheln oder Bucheckern vorhanden sein, stehen weitere gute Nahrungsquellen parat, zum Beispiel die Mais und Kartoffelfelder. Oft grenzen diese Felder direkt an den Wald. Bequemer geht es ja kaum noch für die Wildschweine.
Das hatte zur Folge das die natürlichen Verluste, zum Beispiel im Winter, stark zurückgegangen sind. Eine weitere Folge des übermäßigen Nahrungsangebots ist, dass die Fruchtbarkeit der Wildschweine enorm zugenommen hat.
Da die Wildschweine bei uns keine natürlichen Fressfeinde haben, stört nichts das schöne Wildschweinleben. Wer jetzt auf die Jäger hofft, dem sei gesagt sie sind guten Willens aber sie werden den großen Wildschweinrotten auch nicht mehr Herr.
Vielleicht hilft ja eine größere Nachfrage nach Wildscheinbraten die Situation zu verbessern.
Mich würde mal Interessieren wie es in den anderen Pilzrevieren in Deutschland, Österreich und Schweiz aussieht.

Viel Grüße vom Wildschweingeschädigtem Joachim

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Re: Noch einmal das Thema Wildschweine

bleem, (vor 9198 Tagen) @ Joachim

Hi Joachim!

Ja das ist bitter und ich kann eigentlich nur bestätigen was du sagst! Hier bei uns bemerke ich auch vermehrte Wühlstellen und Suhlen in den Wäldern, was ich vorher nicht beobachten konnte. Es sind gerade dies Stellen wo vermehrt Pilze wachsen und die fressen sie natürlich auch gern. Man kann da nur hoffen das ein Streifen Myzel übrig bleibt und wir in 1-2 Jahren dort wieder ernten können.

Ciao bleem

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Re: Noch einmal das Thema Wildschweine

Gottfried, (vor 9198 Tagen) @ Joachim

Hallo Joachim,
bei uns in Ost- Thüringen gibt es nach meiner Einschätzung keine derartigen Probleme mit Wildschweinen. Die Jäger scheinen das alles im Griff zu haben. Es ist eher so, daß es zu wenig Wild gibt. Die meisten Jagdpächter kommen aus den alten Bundesländern und machen hier offensichtlich reiche Beute...!

Gruß G.

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Re: Noch einmal das Thema Wildschweine

Galadriel, (vor 9198 Tagen) @ Joachim

Mich würde mal Interessieren wie es in den anderen Pilzrevieren in
Deutschland, Österreich und Schweiz aussieht.
Viel Grüße vom Wildschweingeschädigtem Joachim

Hi Joachim

In der Schweiz sind Wildschweine nur lokal vertreten, werden dort aber auch bereits zur Plage. Weil die Viecher so sauschlau sind, machen sie es den Jägern auch nicht leicht, die Bestände effizient zu dezimieren.
Aber bei uns schägt man sich mehr die Köpfe weil der Wolf von Italien her wieder in die Schweiz einwandert und die friedlich weidenden Alpschäfchen reisst. Aber ich denke für uns Pilzler ist der Wolf keine Konkurrenz. Hab jedenfalls noch nie gehört, dass Wölfe Pilze essen.:)

Gruss Galadriel

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Re: Noch einmal das Thema Wildschweine

Ulm-Olli, (vor 9198 Tagen) @ Joachim

Im Hunsrück wurde es auch stellenweise immer krasser: Weiden bis auf 5 Meter an Wohnhäusern total umgegrubbert, im Wald und auf Wiesenwegen sowieso, aber immer oberflächennah.
Glaube nicht, dass dadurch das Mycel dauerhaft geschädigt ist.

Die Sauviehcher sind leider sehr scheu und dann gerne mitten in der Nacht unterwegs, was konträr zum Jägerverhalten steht. ;-)

Grüßlis Ulm-Olli (hier ists nicht so schlimm!)

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Re: Noch einmal das Thema Wildschweine

Werner2, (vor 9198 Tagen) @ Joachim

Ich hatte schon einmal im Forum über Wildschweine berichtet.
Das war vor ungefähr einem Jahr. Inzwischen hat sich die Situation in den
Wäldern rund um Viernheim und Lorch, dass ist in Hessen so etwa zwischen
Darmstadt und Heidelberg, extrem verschlechtert. Es ist schon bitter wenn
man mit anschauen muss wie ein sehr gutes Pilz und Pflanzenbiotop in
relativ kurzer Zeit von Wildschweinen zerstört wird.
Natürlich Wildschweine hat es schon immer gegeben, aber noch nie in einer so
großen Population. Dachte ich noch letztes Jahr die Wildschweinplage wäre
Regional begrenzt, so bin ich dieses Jahr eines Besseren belehrt worden.
Eine meiner schönsten Pfifferlings und Steinpilz Reviere (im Odenwald nähe
Beerfelden) ist jetzt auch von Wildschweinen heimgesucht worden. Ein
ehemaliger Förster und Leiter einer Jagdschule hat mir die Gründe für die
übermäßige Vermehrung der Wildschweine erklärt.
Durch die starke Schädigung der Eichen und Buchen (Thema Waldsterben) haben
diese Unmengen von Samen erzeugt. (möglicherweise das letzte Aufbäumen)
Wildschweine werden geradezu gemästet.
Sollten einmal nicht so viele Eicheln oder Bucheckern vorhanden sein, stehen
weitere gute Nahrungsquellen parat, zum Beispiel die Mais und
Kartoffelfelder. Oft grenzen diese Felder direkt an den Wald. Bequemer
geht es ja kaum noch für die Wildschweine.
Das hatte zur Folge das die natürlichen Verluste, zum Beispiel im Winter,
stark zurückgegangen sind. Eine weitere Folge des übermäßigen
Nahrungsangebots ist, dass die Fruchtbarkeit der Wildschweine enorm
zugenommen hat.
Da die Wildschweine bei uns keine natürlichen Fressfeinde haben, stört nichts
das schöne Wildschweinleben. Wer jetzt auf die Jäger hofft, dem sei gesagt
sie sind guten Willens aber sie werden den großen Wildschweinrotten auch
nicht mehr Herr.
Vielleicht hilft ja eine größere Nachfrage nach Wildscheinbraten die
Situation zu verbessern.
Mich würde mal Interessieren wie es in den anderen Pilzrevieren in
Deutschland, Österreich und Schweiz aussieht.
Viel Grüße vom Wildschweingeschädigtem Joachim

Hallo Joachim,
wenn es nur die Stellen im Wald wären, die von umfangreichen Rudeln in riesigen Flächen durchwühlt werden und aussehen, als wäre ein Panzer dort durchgefahren und hätte sich laufend gedreht. Nein, hier bei Frankfurt dringen sie in die Gärten der Einfamilienhäuser am Waldrand ein, zerstören Zäune und verwühlen die Blumenbeete. Auch wenn die Förster letztes Jahr ca. 100 oder mehr abgeschossen haben. Die Vermehrung scheint ungebrochen. Genauso schlimm ist es mit den Füchsen, die hier bei uns munter durch die Siedlung laufen, und die man inzwischen fast mehr sieht als Hauskatzen.
gruß Werner2

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Re: Noch einmal das Thema Wildschweine

Matzinger, (vor 9198 Tagen) @ Joachim

Hallo Joachim,
auch in in "meinem Wald" in Oberfranken treiben sich Wildschweine rum, hier und da sind halt mal ein paar Quadratmeter umgepflügt, aber es gibt außenrum noch genug Pilze. Ich denke das ist noch ein ganz gesundes Verhältniss zwischen Wildschweinanzahl und Waldgröße.
gruß Matzinger