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Re: Noch einmal das Thema Wildschweine

Werner2 ⌂, (vor 9204 Tagen) 1.517 Beiträge @ Joachim

Ich hatte schon einmal im Forum über Wildschweine berichtet.
Das war vor ungefähr einem Jahr. Inzwischen hat sich die Situation in den
Wäldern rund um Viernheim und Lorch, dass ist in Hessen so etwa zwischen
Darmstadt und Heidelberg, extrem verschlechtert. Es ist schon bitter wenn
man mit anschauen muss wie ein sehr gutes Pilz und Pflanzenbiotop in
relativ kurzer Zeit von Wildschweinen zerstört wird.
Natürlich Wildschweine hat es schon immer gegeben, aber noch nie in einer so
großen Population. Dachte ich noch letztes Jahr die Wildschweinplage wäre
Regional begrenzt, so bin ich dieses Jahr eines Besseren belehrt worden.
Eine meiner schönsten Pfifferlings und Steinpilz Reviere (im Odenwald nähe
Beerfelden) ist jetzt auch von Wildschweinen heimgesucht worden. Ein
ehemaliger Förster und Leiter einer Jagdschule hat mir die Gründe für die
übermäßige Vermehrung der Wildschweine erklärt.
Durch die starke Schädigung der Eichen und Buchen (Thema Waldsterben) haben
diese Unmengen von Samen erzeugt. (möglicherweise das letzte Aufbäumen)
Wildschweine werden geradezu gemästet.
Sollten einmal nicht so viele Eicheln oder Bucheckern vorhanden sein, stehen
weitere gute Nahrungsquellen parat, zum Beispiel die Mais und
Kartoffelfelder. Oft grenzen diese Felder direkt an den Wald. Bequemer
geht es ja kaum noch für die Wildschweine.
Das hatte zur Folge das die natürlichen Verluste, zum Beispiel im Winter,
stark zurückgegangen sind. Eine weitere Folge des übermäßigen
Nahrungsangebots ist, dass die Fruchtbarkeit der Wildschweine enorm
zugenommen hat.
Da die Wildschweine bei uns keine natürlichen Fressfeinde haben, stört nichts
das schöne Wildschweinleben. Wer jetzt auf die Jäger hofft, dem sei gesagt
sie sind guten Willens aber sie werden den großen Wildschweinrotten auch
nicht mehr Herr.
Vielleicht hilft ja eine größere Nachfrage nach Wildscheinbraten die
Situation zu verbessern.
Mich würde mal Interessieren wie es in den anderen Pilzrevieren in
Deutschland, Österreich und Schweiz aussieht.
Viel Grüße vom Wildschweingeschädigtem Joachim

Hallo Joachim,
wenn es nur die Stellen im Wald wären, die von umfangreichen Rudeln in riesigen Flächen durchwühlt werden und aussehen, als wäre ein Panzer dort durchgefahren und hätte sich laufend gedreht. Nein, hier bei Frankfurt dringen sie in die Gärten der Einfamilienhäuser am Waldrand ein, zerstören Zäune und verwühlen die Blumenbeete. Auch wenn die Förster letztes Jahr ca. 100 oder mehr abgeschossen haben. Die Vermehrung scheint ungebrochen. Genauso schlimm ist es mit den Füchsen, die hier bei uns munter durch die Siedlung laufen, und die man inzwischen fast mehr sieht als Hauskatzen.
gruß Werner2

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