Re: Zwei Funde
Hallo vezi!
Kann es sich trotzdem um eine resupinate Form des Gallertfleischigen
Fältling, Merulius tremellosus handeln?
Für mich ohne Zweifel Merulius tremellosus.
Woran kann es liegen, daß ich keine Asci gefunden hab? Entwickeln sich die
erst, wenn die Becherchen ein gewisses Alter erreicht haben? Deuten die
Bakterien darauf hin, daß die Becherchen erfroren sind und jetzt dabei
sind zu verfaulen?
So ist das. War zuviel für die Becherchen, sind erfroren. Jetzt bei dem Tauwetter machen sich viele andere Organismen daran zu schaffen. Die Fruchtschicht mit Asci und Paraphysen ist dann manchmal nicht mehr zu finden, aber es wimmelt vor Bakterien und niederen Pilzen. Die Haare überdauern viel länger.
Ich nehme an, du hast einen größeren Becher mit brauner Scheibe untersucht? Versuche mal, ob du mit einem noch ganz weißen mehr Glück hast, denn die braune Scheibe deutet in diesem Fall schon auf Zerfallserscheinung hin. Vielleicht findest du einen, der etwas versteckt gewachsen ist. Und um die Frage nach dem Vorhandensein der Fruchtschicht zu klären, wäre es das beste, du versuchst Fruchtschicht ohne Haare auf den Objektträger zu bekommen.
Einer der häufigeren Winter/Frühjahrs-Weißhaarbecherchen ist das nicht. Scheibe zu dick, Haare zu wollig verflochten.
Man müsste die Elemente deutlicher sehen. Ich vermute stark, dass die Haare nicht inkrustiert sind, sondern mit vielen Harzanlagerungen behaftet, denn einige scheinen mir schon abgespült glatt (kann aber auch eine Fehlinterpretation sein).
Nach Jahreszeit und makroskopischen Aussehen wäre mein Arbeitsname erst mal Dasyscyphella montana/angustipila.
VG Ingo W