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Telamönchen von der Schotterheide (Gürtelfüße) *PIC*

interhias ⌂, (vor 6075 Tagen)

Hallo zusammen,

bei einer Exkursion in der Fröttmaniger Schotterheide Anfang November letzten Jahres habe ich mir mal den Spaß gemacht, 6 Kollektionen kleiner Gürtelfüße mitzunehmen. Sie wuchsen bei Salix und auf den ersten Blick sahen die Aufsammlungen alle verschieden aus. Schon beim Beschreiben fiel mir jedoch auf, dass sie alle einen mehr oder weniger intensiven Blütenduft verströmten.

Nach dem Blick durchs scharfe Glas und Schlüsseln mit Funga Nordica habe ich drei davon als den Kleinen Pelargonien-Gürtelfuß (C. diasemospermus var. diasemospermus) bestimmt. Sie weisen recht üppiges Velum auf und einen nur schwach ausgeprägten Blütenduft:

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Die Sporen sind schwach warzig, schlanker und am Apex schmäler gerundet als bei C. flexipes/flabellus, dem Duftenden Gürtelfuß:

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Hier eine etwas langstieligere Kollektion:

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Die folgenden kleinen rotbraunen weichen abgesehen von der Färbung durch schwächeres Velum und längere, subzylindrische Sporen ab. Nach Schüssel ist es Cortinarius diasemospermus var. leptospermus Lindstr., für den es auch den Namen C. tiliaceus gibt:

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Die länglichen Sporen:
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Die letzten beiden Kollektionen wären nach Schlüssel wieder die Varietät diasemospermus, doch da setze ich mal ein dickes Fragezeichen dahinter, denn sie weichen in folgenden Merkmalen von den ersten beiden Kollektionen ab: viel intensiverer Blütenduft (wie C. flexipes), schwächeres Velum, hellere Stiele, etwas kürzere, viel gröber warzige Sporen mit stets breit gerundetem Apex, schwächere Inkrustation der Lamellentrama, fast hyaline Stieltrama und längere Basidien:

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Die abweichenden Sporen:
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Die zweite, etwas dunkler gefärbte Kollektion, wuchs nur wenige Meter entfernt:
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Beschreibungen und mehr Mikrofotos zu allen Kollektionen findet ihr hier (Nr. 20-23).

Grüße aus München
Hias

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Re: Telamönchen von der Schotterheide (Gürtelfüße)

Christoph ⌂, (vor 6074 Tagen) @ interhias

Servus Hias,

für mich riecht Cortinarius diasemospermus deutlich anders als C. flexipes und Konsorten. Cort. diasemospermus reicht in meiner Nase deutlich nach Zitronenmelisse. Es gibt aber auch eine Pelargonium-Art, die auch so säuerlich-zitronig riecht. Daher kommt auch die Verwirrung bei dieser Art bezüglich des Geruchs in der Literatur und damit bezüglich der Namensgebung.

Cortinarius flexipes hingegen riecht für mich wirklich so, wie eine normale "Blumentopfgeranie" (die natürlich auch ein Pelargonium ist).

Was ist für Dich "Blütenduft"?

LG
Christoph

Hallo zusammen,
bei einer Exkursion in der Fröttmaniger Schotterheide Anfang November letzten
Jahres habe ich mir mal den Spaß gemacht, 6 Kollektionen kleiner
Gürtelfüße mitzunehmen. Sie wuchsen bei Salix und auf den ersten Blick
sahen die Aufsammlungen alle verschieden aus. Schon beim Beschreiben fiel
mir jedoch auf, dass sie alle einen mehr oder weniger intensiven
Blütenduft verströmten.
Nach dem Blick durchs scharfe Glas und Schlüsseln mit Funga Nordica habe ich
drei davon als den Kleinen Pelargonien-Gürtelfuß (C. diasemospermus var.
diasemospermus) bestimmt. Sie weisen recht üppiges Velum auf und einen nur
schwach ausgeprägten Blütenduft:


Die Sporen sind schwach warzig, schlanker und am Apex schmäler gerundet als
bei C. flexipes/flabellus, dem Duftenden Gürtelfuß:
Hier eine etwas langstieligere Kollektion:


Die folgenden kleinen rotbraunen weichen abgesehen von der Färbung durch
schwächeres Velum und längere, subzylindrische Sporen ab. Nach Schüssel
ist es Cortinarius diasemospermus var. leptospermus Lindstr., für den es
auch den Namen C. tiliaceus gibt:

Die länglichen Sporen:
Die letzten beiden Kollektionen wären nach Schlüssel wieder die Varietät
diasemospermus, doch da setze ich mal ein dickes Fragezeichen dahinter,
denn sie weichen in folgenden Merkmalen von den ersten beiden Kollektionen
ab: viel intensiverer Blütenduft (wie C. flexipes), schwächeres Velum,
hellere Stiele, etwas kürzere, viel gröber warzige Sporen mit stets breit
gerundetem Apex, schwächere Inkrustation der Lamellentrama, fast hyaline
Stieltrama und längere Basidien:

Die abweichenden Sporen:
Die zweite, etwas dunkler gefärbte Kollektion, wuchs nur wenige Meter
entfernt:

Beschreibungen und mehr Mikrofotos zu allen Kollektionen findet ihr hier
(Nr. 20-23).
Grüße aus München
Hias

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Re: Telamönchen von der Schotterheide (Gürtelfüße)

interhias ⌂, (vor 6074 Tagen) @ Christoph

Servus Hias,
für mich riecht Cortinarius diasemospermus deutlich anders als C. flexipes
und Konsorten. Cort. diasemospermus reicht in meiner Nase deutlich nach
Zitronenmelisse. Es gibt aber auch eine Pelargonium-Art, die auch so
säuerlich-zitronig riecht. Daher kommt auch die Verwirrung bei dieser Art
bezüglich des Geruchs in der Literatur und damit bezüglich der
Namensgebung.
Cortinarius flexipes hingegen riecht für mich wirklich so, wie eine normale
"Blumentopfgeranie" (die natürlich auch ein Pelargonium ist).
Was ist für Dich "Blütenduft"?
LG
Christoph

Servus Christoph,

mit Blütenduft meine ich im weitesten Sinne so etwas wie Rosenduft. Auf Zitronenmelisse bin ich nicht gekommen, aber du weißt ja, wenn man mit einem Duft nicht rechnet, nimmt man ihn auch nicht so leicht wahr;-) Heuer passe ich mal auf, ob ich Zitronenmelisse rieche.

Grüße
Hias

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Re: Telamönchen von der Schotterheide (Gürtelfüße)

Andreas ⌂, (vor 6074 Tagen) @ interhias

Hallo Hias,

also mit den C. diasemospermussen bin ich sehr einverstanden. Die var. leptosperma hatte ich noch nicht, aber das Sporenbild passt ja sehr gut.

Zu den anderen beiden Kollektionen kann ich nicht viel sagen. Das Velum scheint mir deutlich dünner und vor allem flächer dem Stiel anzuliegen, also nicht so genattert zu sein. Ich hätte vor allem die dunklere vermutlich als C. decipiens angesehen. Aber da passt der Geruch nicht wirklich dazu. Der passt aber zu eh nix anderem. Bist Du sicher, dass diese beiden Kollektionen auch gerochen haben, oder lag das vielleicht daran, dass Du den Geruch noch in der Nase hattest?

beste Grüße,
Andreas

Hallo zusammen,
bei einer Exkursion in der Fröttmaniger Schotterheide Anfang November letzten
Jahres habe ich mir mal den Spaß gemacht, 6 Kollektionen kleiner
Gürtelfüße mitzunehmen. Sie wuchsen bei Salix und auf den ersten Blick
sahen die Aufsammlungen alle verschieden aus. Schon beim Beschreiben fiel
mir jedoch auf, dass sie alle einen mehr oder weniger intensiven
Blütenduft verströmten.
Nach dem Blick durchs scharfe Glas und Schlüsseln mit Funga Nordica habe ich
drei davon als den Kleinen Pelargonien-Gürtelfuß (C. diasemospermus var.
diasemospermus) bestimmt. Sie weisen recht üppiges Velum auf und einen nur
schwach ausgeprägten Blütenduft:


Die Sporen sind schwach warzig, schlanker und am Apex schmäler gerundet als
bei C. flexipes/flabellus, dem Duftenden Gürtelfuß:
Hier eine etwas langstieligere Kollektion:


Die folgenden kleinen rotbraunen weichen abgesehen von der Färbung durch
schwächeres Velum und längere, subzylindrische Sporen ab. Nach Schüssel
ist es Cortinarius diasemospermus var. leptospermus Lindstr., für den es
auch den Namen C. tiliaceus gibt:

Die länglichen Sporen:
Die letzten beiden Kollektionen wären nach Schlüssel wieder die Varietät
diasemospermus, doch da setze ich mal ein dickes Fragezeichen dahinter,
denn sie weichen in folgenden Merkmalen von den ersten beiden Kollektionen
ab: viel intensiverer Blütenduft (wie C. flexipes), schwächeres Velum,
hellere Stiele, etwas kürzere, viel gröber warzige Sporen mit stets breit
gerundetem Apex, schwächere Inkrustation der Lamellentrama, fast hyaline
Stieltrama und längere Basidien:

Die abweichenden Sporen:
Die zweite, etwas dunkler gefärbte Kollektion, wuchs nur wenige Meter
entfernt:

Beschreibungen und mehr Mikrofotos zu allen Kollektionen findet ihr hier
(Nr. 20-23).
Grüße aus München
Hias

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Re: Telamönchen von der Schotterheide (Gürtelfüße)

interhias ⌂, (vor 6073 Tagen) @ Andreas

Zu den anderen beiden Kollektionen kann ich nicht viel sagen. Das Velum
scheint mir deutlich dünner und vor allem flächer dem Stiel anzuliegen,
also nicht so genattert zu sein. Ich hätte vor allem die dunklere
vermutlich als C. decipiens angesehen. Aber da passt der Geruch nicht
wirklich dazu. Der passt aber zu eh nix anderem. Bist Du sicher, dass
diese beiden Kollektionen auch gerochen haben, oder lag das vielleicht
daran, dass Du den Geruch noch in der Nase hattest?
beste Grüße,
Andreas

Servus Andreas,

gerade die beiden fraglichen Kollektionen rochen extrem intensiv, während der Duft bei den als diasemospermus bestimmmten nur schwach ausgeprägt war. Andernfalls wäre ich vermutlich tatsächlich bei C. decipiens gelandet - zumindest mit dem Schlüssel in Funga Nordica. Dort gabelt sich im Schlüsselpunkt 5 (S. 721) der Weg zwischen den Sektionen Incrustati und Hydrocybe, wobei ich die aufgeführten Merkmale bislang als etwas vage empfinde. Für Incrustati wird geltend gemacht: stem becoming brownish to almost blackish towards base with age ... usually not swollen at base, cap often scaly - nichts von alledem trifft für meine als diasemospermus bestimmten Kollektionen nicht zu, bleib nur das mikroskopische Merkmal "flesh in stem usually with brownish incrusing pigments". Letzteres Merkmal wiederum fehlt bei den beiden fraglichen Kollektionen auch (Stieltrama +/- hyalin), weshalb ich zu Hydrocybe abbiegen müsste - dort gibt es jedoch keine Arten mit Pelargoniumduft;-)

Beste Grüße
Hias

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Re: Telamönchen von der Schotterheide (Gürtelfüße) *PIC*

AK_CCM, (vor 6073 Tagen) @ interhias

Servus miteinander,

am 24.11.2009 habe ich in den Schotterfluren der Fröttmanninger Heide - dank den niederen Temperaturen dieses Mal ohne Killerameisen - auch eine Telamonia vergesellschaftet mit Salix aufgestöbert. Die Fruchtkörper fielen vor allem durch freudig rotbraun gefärbte Fruchtkörper auf:

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Leider finde ich die Beschreibung der Kollektion nicht mehr, aber das aufgesammelte Material dürfte noch irgendwo getrocknet herumfliegen...

Könnte das auch der Cortinarius diasemospermus var. leptospermus sein?

Gruß, Andreas

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Re: Telamönchen von der Schotterheide (Gürtelfüße)

Andreas ⌂, (vor 6073 Tagen) @ AK_CCM

Hallo Andreas,

boaahh, das ist ja eine unglaubliche Kollektion. So eine Farbe hab ich noch nie gesehen. Diese leuchtend orangen Lamellen, dass man fast schon an eine Dermocybe glauben könnte, und der rosafarbene Stiel dazu. Sowas hab ich noch nie gesehen, da bin ich mir sicher.
Der Hut dürfte etwas körnig-schuppig werden beim Abtrocknen, so wie es manche Arten der Incrustati auch machen. Da passen aber weder Lamellenfarbe noch Stiel noch Velum so richtig dazu .... Bestimmt kennt das irgendjemand, die Art sieht ja praktisch unverwechselbar aus. Wobei ich mir noch nicht mal sicher wäre, ob das nicht vielleicht sogar eine Leprocybe ist und womöglioch gar keine Telamonie!

beste Grüße,
Andreas

P.S.: Cortinarius diasemospermus ist es auf gar keinen Fall.

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Re: Telamönchen von der Schotterheide (Gürtelfüße)

interhias ⌂, (vor 6073 Tagen) @ AK_CCM

Servus Andi,

hammermäßige Farben! Wo sind die denn rumgestanden? So rot wie die sind, sicher in der Nähe vom Bayern-Stadion;-) Ich hab die Teile jedenfalls noch nie dort gesehen - so spät im Jahr war ich allerdings auch nicht dort (zuletzt am 7. November).

Schau mal, dass du das Exsikkat findest!

Grüße
Hias

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Re: Telamönchen von der Schotterheide (Gürtelfüße)

AK_CCM, (vor 6073 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,

habe gerade mein Trockenmaterial gesichtet: Leider Fehlanzeige. Das verstehe ich nicht, denn wenn ich ein Art mit Fotos dokumentiere, nehme ich stets Material mit und fertige eine makroskopische Beschreibung an. Sehr schade. Dann muss ich wohl bis zum diesjährigen Spätherbst warten und hoffen, dass die Art nochmals auftaucht. Letztes Jahr war sie dort jedenfalls sehr häufig vertreten.

Das einzige gute an der Suchaktion ist, dass ich den luxemburgischen beleg von Tremella aurantia wieder gefunden habe: Hatte versäumt, ihn nach Sichtung wieder in in die Versandtasche zu stecken - es lohnt sich, nicht jede geknüllte Alufolie wegzuwerfen... =)

Gruß, Andreas

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Macht nix, den finden wir wieder! *oT*

interhias ⌂, (vor 6072 Tagen) @ AK_CCM

- kein Text -