Pilze Pilze Forum
Erweitert

Bescheidenes Frühjahr *PIC*

Klaas, (vor 6037 Tagen)

Hallo zusammen,

eigentlich darf ich nicht klagen, der Winter war zwar öde und das Pilzjahr ging zäh los, aber immerhin, es ging los. Den Vergleich zum letzten trockenen Jahr zu ziehen, traue ich mich nicht - naja, noch nicht...

In meinen Jagdgründen weiträumig um WI/Mainz ist es, wie eigentlich immer: verdammt trocken.
Mein Blick ist langsam wieder in Richtung Boden geeicht, aber (außer natürlich teils wunderbaren Blütenteppichen und hübschen Schmetterlingen) gibt es kaum Pilze. Ab und zu ein paar Faserlinge und Ackerlinge, zerstreut flache Lorcheln, bereits vertrocknete Schwefelköpfe, ein paar für mich unbestimmbare Galerinchen, das wars schon fast. Die ehemals herrlichen roten Becher Ende März waren 3 Tage später zur Unkenntlichkeit verschrumpelt.

Letztes WE immerhin ein kleiner Hoffnungsschimmer am Pferdemisthorizont - seit ich etwas weiter abseits vom Land wohne, bin ich für jeden alten Haufen dankbar. Das sollte wieder B. coprophilus gewesen sein (solange ich ohne Mikro bin, werden mich die "c.f." irgendwann erdrücken...), leider auch schon größtenteils fertig:
[image]

Seit letztem Jahr bin ich um diese Zeit mehr in den näheren Rheinauen unterwegs - warum, weiß ich nicht, dort findet man teils massenweise Zecken, aber kaum Pilze. Immerhin trauen sich inzwischen zaghaft die ersten Getigerten ans Licht, ich meine, letztes Jahr um diese Zeit waren die Stämme schon übersäht davon:
[image]

Und eine wohl ehemals schleimige Sporenschleuder, erinnert mich sehr an den Schleimer von Toffel aus einem Beitrag zuvor, aber noch nichtmal mit der Gattung bin ich unsicher, fühlte sich nach abgeworfener Reptilienhaut an:
[image]
[image]

Anderswo an einem Bach, frisch habe ich die Styroporkugeln noch nicht gesehen, jetzt weiß ich immerhin, wo ich sie vielleicht mal zur passenden Zeit in Weiß finden kann:
[image]

Sehr zäh, trockener Boden überall, wo ich hinkomme. Eigentlich schon wieder völlig frustiert und ohne Hoffnung, der Start ins Wochenende, am Freitag in den Mönchbruch. Der Bärlauch dort hält sich auch zurück, meine ich, obwohl teils riesige Flächen bedeckt sind und die ersten Pflanzen schon blühen. Sehr viele Blätter auch schon mit Rost überzogen. Aber wenn ich P. badius frisch gewachsen sehe, keimt ein Bisschen Hoffnung auf, dann kommen bald auch ein paar andere dazu:
[image]

Die schwimmenden Inseln in den Wassergräben und sumpfigen Gebieten dort sind sonst auch überzogen mit L. tigrinus, es geht aber langsam los:
[image]

Abends auf dem Rückweg noch kurz in die Kiesgrube, was ich dort zu finden gehofft hatte, weiß ich selbst nicht. Dementsprechend gabs auch nichts, nur ein einzelnes, fingernagelkleines, halbvertrocknetes Etwas, das ich dort überhaupt nicht vermutet hätte:
[image]

Käppchen kannte ich in Massen aus meinem ersten Pilzjahr im Spessart (und habe seither die letzten Jahre gerademal 2 davon gefunden), genauso die Chlorstinker. Böhmische hatte ich letztes Jahr im Saarland entdeckt, Speisemorcheln hat man mir einmal bei Stockstadt gezeigt. Da war sie also, meine erste selbstgefundene, verdorrte, winzigste Speisemorchel.

Normalerweise kann ich mich entspannt zurücklehnen, wenn die ersten Fundmeldungen zu Pilzen irgendwelcher Art im Forum auftauchen, und gezielt nach 2 - 3 Wochen danach suchen, manchmal habe ich sogar Glück dabei. Oft ist es bei mir zumindest aber viel zu trocken, was meine Chancen sehr gegen Null relativiert. Hinzu kommt, dass ich zwar Fliegenschiss aus 10 Metern Entfernung als eventuell interessanten Pilz deute (der sich dann aber meist als Fliegenschiss herausstellt), jedoch oft völlig Nahblind bin.
Auf der Tour am Sonntag zweimal dran vorbeigelaufen, warum ich beim dritten Mal knapp 5 cm davor meinen Fuß platzierte, erst doof in die Luft, dann in den Teich und dann ins Gras guckte, keine Ahnung, eigentlich ist da ja auch nichts:
[image]

Auf jeden Fall mag ich sie aber lieber im Boden steckend als auf Zeitungspapier oder auf dem Teller...:
[image]

Nochmal zur Trockenheit, die meisten waren schon durchgetrocknet oder wenigstens mit leichten Trockenschäden, von schwarz über braun nach fast weiß, auch schon die in Größe einer Walnuss :
[image]
[image]

Auch die Becherlinge haben schon größtenteils gelitten:
[image]

Aber die Käppchen kommen gerade erst - eigentlich dachte ich, die wären vor den anderen dran:
[image]

Ich schätze, das wars dann aber auch schon mit dem Gemörch für mich, kaum Wasser in Sicht.
Macht aber nix, nach dem Ende der Dürre geht es endlich wieder los mit... äh, was war das noch gleich... ah ja, dem wochenlangen Anblick von Breitblättrigen Rüblingen... und natürlich den sehnsüchtigen Blicken auf die Bilder und Funde anderer hier im Forum...

Bis dahin und viele Grüße,
Klaas

Eintrag gesperrt
18 Aufrufe

Re: Bescheidenes Frühjahr

Ingo Wagner, (vor 6037 Tagen) @ Klaas

Hallo Klaas!

So viele hübsche Bilder von schönen Pilzen, und sooo pessimistisch in jedem 2. Satz.

Wenn´s bei dir zu trocken ist, geh´ doch einfach dort hin, wo es nass ist. Oder gibt´s bei dir keine Waldbächlein oder sumpfige Wiesen oder sonst was ähnliches?

Wenn du Glück hast, schreit sogar einer der Forum-Morchelkenner bei der winzigen Morchel nach "steppicola".

Freu dich mal mal wieder!

VG Ingo W

Eintrag gesperrt
16 Aufrufe

Re: Bescheidenes Frühjahr

Klaas, (vor 6036 Tagen) @ Ingo Wagner

Hallo Ingo,

ganz so pessimistisch wars nicht beabsichtigt und sollte man das nicht sehen. Ich fürchte nur schon wieder die "Große Tockenheit".
Klar, hier gibts ein paar ausgetrocknete Bächlein, aber selbst durch die herbstlichen Sümpfe kann man derzeit wieder trockenen Fußes durchlaufen. Im Sand herrscht die Wüste, ich bin wieder nur zu ungeduldig. An umgedrehten Stöckchen kann ich nur Erde abkratzen, Köttel zerfallen bereits beim Anschauen.

Und beim Gemörch bin ich noch nicht so weit, dass ich das "Steppige" vom Sonstigen unterscheiden müsste... ;)

Ich freu mich doch über jedes Pilzlein, nur manchmal nicht so sehr über das Drumherum.

VG,
Klaas

Eintrag gesperrt
17 Aufrufe

Re: Bescheidenes Frühjahr

Ingo Wagner, (vor 6036 Tagen) @ Klaas

Hallo Ingo,
ganz so pessimistisch wars nicht beabsichtigt und sollte man das nicht sehen.
Ich fürchte nur schon wieder die "Große Tockenheit".
Klar, hier gibts ein paar ausgetrocknete Bächlein, aber selbst durch die
herbstlichen Sümpfe kann man derzeit wieder trockenen Fußes durchlaufen.
Im Sand herrscht die Wüste, ich bin wieder nur zu ungeduldig. An
umgedrehten Stöckchen kann ich nur Erde abkratzen, Köttel zerfallen
bereits beim Anschauen.
Und beim Gemörch bin ich noch nicht so weit, dass ich das
"Steppige" vom Sonstigen unterscheiden müsste... ;)
Ich freu mich doch über jedes Pilzlein, nur manchmal nicht so sehr über das
Drumherum.
VG,
Klaas

Hallo Klaas!

Hört sich ja wirklich nach Wüste an. Aber zumindest die trockenen Köttel sollten schön feucht gehalten in einer Plasteschachtel mit durchsichtigem Deckel zu Hause viele bunte Pilze produzieren.
Übrigens geht´s mir mit dem zeitlichen Verzug ähnlich wie dir. Ich kann mir im Forum auch immer anschauen, was bei mir in 2 Wochen wächst. Nächste Woche könnte ich z.B. mal nach den ersten Morcheln schauen.

VG Ingo W

Eintrag gesperrt
16 Aufrufe

Re: Bescheidenes Frühjahr

Toffel, (vor 6036 Tagen) @ Klaas

Hallo Klaas!

Bei deiner Reptilienhaut musste ich auch gleich an meinen Fund denken.

Mir geht es sogar noch schlechter als dir. Am Sonntag war ich mit einem Freund nach Morcheln suchen. Wir sind extra in einen Auwald gefahren (nachdem wir uns einmal verfahren hatten). Das Gebiet sah dann auch vielversprechend aus, ein Bilderbuch-Auwald. Nach Morcheln haben wir alles abgegrast, aber nix da, keine einzige. Entweder war es zu früh, oder man kann die Dresdner Heide in Sachen Pilze völlig vergessen.

Heute musste ich feststellen, dass ich mir vermutlich von unserer Wanderung zwei Zecken eingefangen hatte. Bereits gestern hatte ich wahrscheinlich schon eine unbewusst ausgekratzt. Dabei habe ich mich nach der Pilzsuche sogar geduscht und die Sachen gewechselt. Die müssen sich in der Hose versteckt haben, die ich nicht gewechselt habe.

Viele Grüße
Toffel

Eintrag gesperrt
20 Aufrufe

Re: Bescheidenes Frühjahr

Pilzmann, (vor 6035 Tagen) @ Toffel

Hallo Toffel,

wenn sich die Viecher erst Mal fest gefressen haben, hilft auch Duschen nicht mehr. Ich habe vor Jahren mal versucht, eine Zecke mit extra heißem Wasserstrahl zur Flucht zu bewegen - Fehlanzeige. Hab mir lediglich "das Fell" vebrüht.

Nachdem ich in der Zeckenzeit grundsätzlich Gummistiefel trage, habe ich kaum noch Malaise mit den Biestern. Wenn sie allerdings trotzdem an die Hose kamen, haben sie sich in meinem kleinen Kabuff in der ersten oder zweiten Nacht aus der Kleidung in mein Bett geschlichen.

Dagegen hilft, die befallene Kleidung gleich nach dem Pilzgang in einen Wäschetrockner zu geben. Trockene "Sauna" ohne Aufguss killt sie zuverlässig, soviel ich weiß! Probiers mal, wenn du kannst / über einen Trockner verfügst!

Mit liebem Gruß, Peter!

Hallo Klaas!
Bei deiner Reptilienhaut musste ich auch gleich an meinen Fund denken.
Mir geht es sogar noch schlechter als dir. Am Sonntag war ich mit einem
Freund nach Morcheln suchen. Wir sind extra in einen Auwald gefahren
(nachdem wir uns einmal verfahren hatten). Das Gebiet sah dann auch
vielversprechend aus, ein Bilderbuch-Auwald. Nach Morcheln haben wir alles
abgegrast, aber nix da, keine einzige. Entweder war es zu früh, oder man
kann die Dresdner Heide in Sachen Pilze völlig vergessen.
Heute musste ich feststellen, dass ich mir vermutlich von unserer Wanderung
zwei Zecken eingefangen hatte. Bereits gestern hatte ich wahrscheinlich
schon eine unbewusst ausgekratzt. Dabei habe ich mich nach der Pilzsuche
sogar geduscht und die Sachen gewechselt. Die müssen sich in der Hose
versteckt haben, die ich nicht gewechselt habe.
Viele Grüße
Toffel

Eintrag gesperrt
16 Aufrufe

Re: Bescheidenes Frühjahr

Toffel, (vor 6034 Tagen) @ Pilzmann

Hallo Pilzmann

wenn sich die Viecher erst Mal fest gefressen haben, hilft auch Duschen nicht
mehr. Ich habe vor Jahren mal versucht, eine Zecke mit extra heißem
Wasserstrahl zur Flucht zu bewegen - Fehlanzeige. Hab mir lediglich
"das Fell" vebrüht.

Ich gehe davon aus, dass sie noch nicht auf der Haut waren. Die haben sich in/auf der Hose verkrochen und sich erst die nächsten Tage auf meine Haut gesetzt. Grund für diese Annahme ist, dass sie selbst zwei Tage nach der Wanderung noch nicht vollgesogen waren.

Heute ist mir beim Anziehen wieder eine über die Hand gelaufen und gestern hatte sich eine anscheinend noch nicht lange festgebissen. Beide habe ich wohl auf der gestrigen Tour aufgelesen.

Nachdem ich in der Zeckenzeit grundsätzlich Gummistiefel trage, habe ich kaum
noch Malaise mit den Biestern. Wenn sie allerdings trotzdem an die Hose
kamen, haben sie sich in meinem kleinen Kabuff in der ersten oder zweiten
Nacht aus der Kleidung in mein Bett geschlichen.

Ach herrje, das ist ja besonders angenehm.

Kommen die nur vom Boden an die Kleidung oder sitzen die auch auf den Bäumen?

Dagegen hilft, die befallene Kleidung gleich nach dem Pilzgang in einen
Wäschetrockner zu geben. Trockene "Sauna" ohne Aufguss killt sie
zuverlässig, soviel ich weiß! Probiers mal, wenn du kannst / über einen
Trockner verfügst!

Danke für die Tipps. Eine Sauna haben wir nicht, aber einen Trockner.

Viele Grüße
Toffel