Re: Mairitterlinge
Hallo Peter!
Wenn wer was über Gerüche schreibt, muss ich natürlich meinen Senf dazugeben:
Interessant ist für mich allerdings die Tatsache und vielleicht auch für
andere, dass du deine Expertise auf den Maipilz u. a. mit dem für dich
"stark gurkigen" Geruch begründest. Für mich stinken die Biester
geradezu ekelhaft nach altem, vergammeltem Mehl bzw. nach Kornmühle mit
hundertjähriger Vergangenheit. Ein Gurkengeruch war für mich bei Maipilzen
noch nie auch nur erahnbar.
Das unterstützt auch das, was ich immer sage. Zwar finde ich beide Gerüche nicht ganz so unverwandt zueinander wie du, aber ich rieche da auch Unterschiede zwischen Maipilz-Geruch und Rötlings-Geruch.
Allerdings wurde mir in meinen Kursen, wenn ich einen Gurken-Schnitzling als
Paradebeispiel eines Gurkensalatgeruchs vorgestellt habe, auch des Öfteren
fröhlich entgegengeschmettert: "Gurke? Nee, der riecht doch tranig;
irgendwie nach Fisch!
Bei dem liegt es wirklich am Alter, vielleicht auch Kollektion. Jung oder verletzt nach Gurke, älter fischig.
" Ähnliche Niederlagen erleide ich auch
regelmäßig bei der Präsentation des Stachelbeer-Täublings.
Aber wenn´s erkannt wird, sind die Menschen fasziniert. Bloß bei jungen Menschen kann man sich die Arbeit meist sparen (Stachelbeeren? Kompott? Wie jetzt?).
Merke: Über Geruch lässt sich wohl genauso wenig (oder so trefflich)
streiten, wie über Geschmack, wobei die beteiligten Rezeptoren im Prinzip
ja dieselben sein sollen - offensichtlich aber bei jedem verschieden in
der Wirkung.
Gerüche wiedererkennen ist halt einfacher, als einen unbekannten Geruch zu definieren. Außerdem ist Riechen Übungssache, für die "Unpilzigen" meist nicht mehr wichtig heutzutage.
VG Ingo W