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Fund 2.10 *PIC*

vezi, (vor 6006 Tagen)

Hallo Ingo und Schnuffel!

Es hat sich lange nichts gerührt an dem Stamm, auf dem die erfrorenen Becherchen gewachsen waren. Erst die Kälte, dann die Trockenheit... Aber vor einer Woche, nachdem der Stamm längere Zeit feucht war, sind an der gleichen Stelle wieder weiße Haarbecherchen aufgetaucht.
Es ist natürlich schwer zu sagen, ob es dieselbe Art ist. Ich hab trotzdem mal eines untersucht.

[image]

Gewachsen sind sie in einem Meter Höhe an der Oberseite/Seite eines verdrehten, morschen Laubbaumstammes. Wind und Wetter voll ausgesetzt. Wenn die Art des Baumes wirklich eine Rolle spielen sollte, kann ich ein Bild posten. Ich selber kenn mich mit Bäumen noch weniger aus als mit Pilzen.

Ich hab die Probe erst in Kongorot angeschaut, dann Lugol einfliessen lassen und dann KOH. Mit dem KOH ist die Blaufärbung des Porus wieder verschwunden.
Die Haare sind gleichmässig fein krustiert. Ölansammlungen hab ich nicht beobachen können, ich hab aber die Probe kaum gequetscht.

Das Becherchen, von dem ich die Probe abgeschnitten hab, hat sich nicht verfärbt.

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lg vezi

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Re: Fund 2.10

Ingo Wagner, (vor 6006 Tagen) @ vezi

Hallo vezi!

Beeindruckend.

Es hat sich lange nichts gerührt an dem Stamm, auf dem die erfrorenen
Becherchen gewachsen waren. Erst die Kälte, dann die Trockenheit... Aber
vor einer Woche, nachdem der Stamm längere Zeit feucht war, sind an der
gleichen Stelle wieder weiße Haarbecherchen aufgetaucht.
Es ist natürlich schwer zu sagen, ob es dieselbe Art ist. Ich hab trotzdem
mal eines untersucht.

Denke schon, dass es die gleichen sind. An so dickem Substrat kommen die auch nächstes Jahr wieder und wahrscheinlich auch die Jahre darauf, bis das Substrat für die Becherbedürfnisse verbraucht ist.

Ich hab die Probe erst in Kongorot angeschaut, dann Lugol einfliessen lassen
und dann KOH. Mit dem KOH ist die Blaufärbung des Porus wieder
verschwunden.

Besser ist, das Substrat erst in Wasser anzuschauen. Chemie kann immer irgendwie die Eigenschaften beeinflussen, besonders die Inhalte und Vitalität, welche z.B. wiederum Einfluss auf die Asci-Maße hat.
Dann Lugol zum Wasser.
Für die Feinheiten wie Septen und Haken vielleicht besser ein 2. Präparat machen, das man dann mit Kongo anfärbt und plattquetschen kann.

Die Haare sind gleichmässig fein krustiert. Ölansammlungen hab ich nicht
beobachen können, ich hab aber die Probe kaum gequetscht.
Das Becherchen, von dem ich die Probe abgeschnitten hab, hat sich nicht
verfärbt.
Gewachsen sind sie in einem Meter Höhe an der Oberseite/Seite eines
verdrehten, morschen Laubbaumstammes. Wind und Wetter voll ausgesetzt.
Wenn die Art des Baumes wirklich eine Rolle spielen sollte, kann ich ein
Bild posten. Ich selber kenn mich mit Bäumen noch weniger aus als mit
Pilzen.

Theoretisch würde ich nach sämtlichen Informationen an Lachnum impudicum (Unverschämtes Weißhaarbecherchen) denken. Sehr gut dazu passt: frühe Erscheinungszeit (März), (auch)dickes Substrat besiedelnd und eher offenes Wachstum (nicht in Laubschicht am Boden).
Dagegen sprechen die Sporen mit bis 12µm. Die sollten schon unter 10 bleiben.

Also kommt Lachnum virgineum (Jungfern-Weißhaarbecherchen)ins Spiel. Da würde die Sporengröße gut dazu passen. Da gefallen mir allerdings die Fundumstände nicht, und es müssten in vielen Paraphysen farblose tropfige Inhalte vorhanden sein, die allerdings mitunter schlecht im Wasser sichtbar sind (Lugol färbt aber an).
Außerdem hätte der wesentlich längere Haare.

Man könnte vielleicht nochmal nachmikroskopieren, und auf solche Details achten. Sollte sich nichts ändern, bleibt meiner Ansicht nach erst mal nur Lachnum spec. oder Lachnum cf. impudicum mit zu großen Sporen.

VG Ingo W

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Präparat erst in Wasser..... *oT*

Ingo Wagner, (vor 6006 Tagen) @ Ingo Wagner

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Re: Fund 2.10 *PIC*

vezi, (vor 5999 Tagen) @ Ingo Wagner

Hallo Ingo!

In letzter Zeit habe ich tatsächlich alle Proben standartmässig in Kongorot getunkt, weil es das Stöbern in den Mikrostrukturen erleichtert.

Ich habe beim Mikroskopkauf leider, leider an der falschen Stelle geknausert und mich für nur einen Tubus entschieden. Nun ist die Zeit, die ich ins Mikroskop schauen kann begrenzt, weil mich diese spezielle Art von Anstrengung schliesslich wuschig im Kopf macht. Wuschig, wie ich mir einen drohenden epileptischen Anfall vorstelle, oder wuschig, wie man wird, wenn man versucht die Spitzen zweier Stecknadeln minutenlang genau aneinanderzuhalten. Je schlechter die Erkennbarkeit der Strukturen, desto schlimmer natürlich. Aber das nur nebenbei.

Ich werde auf alle Fälle Deinen Rat beherzigen und beim Analysieren von Becherchen mit Wasser beginnen.
In Wasser scheinen manche Paraphysen und unreife Asci tatsächlich mit Blasen gefüllt zu sein.

Ich habe noch größere Paraphysen gefunden. Bis zu 100ym. Und eine einzige septierte.
Die Haare sind beim Nachmikroskopieren nicht länger geworden und ich konnte auch die Sporen nicht zum Schrumpeln auf unter 10ym überreden.
So sind die Becherchen wohl nicht eindeutig zuordbar.

Danke Dir für Deinen Rat und Deine Einschätzung zur Art!

lg vezi

Hallo vezi!
Beeindruckend.
Denke schon, dass es die gleichen sind. An so dickem Substrat kommen die auch
nächstes Jahr wieder und wahrscheinlich auch die Jahre darauf, bis das
Substrat für die Becherbedürfnisse verbraucht ist.
Besser ist, das Substrat erst in Wasser anzuschauen. Chemie kann immer
irgendwie die Eigenschaften beeinflussen, besonders die Inhalte und
Vitalität, welche z.B. wiederum Einfluss auf die Asci-Maße hat.
Dann Lugol zum Wasser.
Für die Feinheiten wie Septen und Haken vielleicht besser ein 2. Präparat
machen, das man dann mit Kongo anfärbt und plattquetschen kann.
Theoretisch würde ich nach sämtlichen Informationen an Lachnum impudicum
(Unverschämtes Weißhaarbecherchen) denken. Sehr gut dazu passt: frühe
Erscheinungszeit (März), (auch)dickes Substrat besiedelnd und eher offenes
Wachstum (nicht in Laubschicht am Boden).
Dagegen sprechen die Sporen mit bis 12µm. Die sollten schon unter 10 bleiben.
Also kommt Lachnum virgineum (Jungfern-Weißhaarbecherchen)ins Spiel. Da würde
die Sporengröße gut dazu passen. Da gefallen mir allerdings die
Fundumstände nicht, und es müssten in vielen Paraphysen farblose tropfige
Inhalte vorhanden sein, die allerdings mitunter schlecht im Wasser
sichtbar sind (Lugol färbt aber an).
Außerdem hätte der wesentlich längere Haare.
Man könnte vielleicht nochmal nachmikroskopieren, und auf solche Details
achten. Sollte sich nichts ändern, bleibt meiner Ansicht nach erst mal nur
Lachnum spec. oder Lachnum cf. impudicum mit zu großen Sporen.
VG Ingo W

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