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Re: Fund 2.10

vezi ⌂, (vor 6007 Tagen) 94 Beiträge @ Ingo Wagner

Hallo Ingo!

In letzter Zeit habe ich tatsächlich alle Proben standartmässig in Kongorot getunkt, weil es das Stöbern in den Mikrostrukturen erleichtert.

Ich habe beim Mikroskopkauf leider, leider an der falschen Stelle geknausert und mich für nur einen Tubus entschieden. Nun ist die Zeit, die ich ins Mikroskop schauen kann begrenzt, weil mich diese spezielle Art von Anstrengung schliesslich wuschig im Kopf macht. Wuschig, wie ich mir einen drohenden epileptischen Anfall vorstelle, oder wuschig, wie man wird, wenn man versucht die Spitzen zweier Stecknadeln minutenlang genau aneinanderzuhalten. Je schlechter die Erkennbarkeit der Strukturen, desto schlimmer natürlich. Aber das nur nebenbei.

Ich werde auf alle Fälle Deinen Rat beherzigen und beim Analysieren von Becherchen mit Wasser beginnen.
In Wasser scheinen manche Paraphysen und unreife Asci tatsächlich mit Blasen gefüllt zu sein.

Ich habe noch größere Paraphysen gefunden. Bis zu 100ym. Und eine einzige septierte.
Die Haare sind beim Nachmikroskopieren nicht länger geworden und ich konnte auch die Sporen nicht zum Schrumpeln auf unter 10ym überreden.
So sind die Becherchen wohl nicht eindeutig zuordbar.

Danke Dir für Deinen Rat und Deine Einschätzung zur Art!

lg vezi

Hallo vezi!
Beeindruckend.
Denke schon, dass es die gleichen sind. An so dickem Substrat kommen die auch
nächstes Jahr wieder und wahrscheinlich auch die Jahre darauf, bis das
Substrat für die Becherbedürfnisse verbraucht ist.
Besser ist, das Substrat erst in Wasser anzuschauen. Chemie kann immer
irgendwie die Eigenschaften beeinflussen, besonders die Inhalte und
Vitalität, welche z.B. wiederum Einfluss auf die Asci-Maße hat.
Dann Lugol zum Wasser.
Für die Feinheiten wie Septen und Haken vielleicht besser ein 2. Präparat
machen, das man dann mit Kongo anfärbt und plattquetschen kann.
Theoretisch würde ich nach sämtlichen Informationen an Lachnum impudicum
(Unverschämtes Weißhaarbecherchen) denken. Sehr gut dazu passt: frühe
Erscheinungszeit (März), (auch)dickes Substrat besiedelnd und eher offenes
Wachstum (nicht in Laubschicht am Boden).
Dagegen sprechen die Sporen mit bis 12µm. Die sollten schon unter 10 bleiben.
Also kommt Lachnum virgineum (Jungfern-Weißhaarbecherchen)ins Spiel. Da würde
die Sporengröße gut dazu passen. Da gefallen mir allerdings die
Fundumstände nicht, und es müssten in vielen Paraphysen farblose tropfige
Inhalte vorhanden sein, die allerdings mitunter schlecht im Wasser
sichtbar sind (Lugol färbt aber an).
Außerdem hätte der wesentlich längere Haare.
Man könnte vielleicht nochmal nachmikroskopieren, und auf solche Details
achten. Sollte sich nichts ändern, bleibt meiner Ansicht nach erst mal nur
Lachnum spec. oder Lachnum cf. impudicum mit zu großen Sporen.
VG Ingo W

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