Re: Tapesia spec?
Hallo Ingo,
Es ist halt seit dem auch etwas Zeit vergangen. Seit 1984 sind noch ein paar
zusätzliche Bestimmungskriterien dazugekommen wie eben die KOH-Reaktion
("plus" oder "minus" und deren Dauer), Hakenfrage,
Endzellenbeurteilung, Ölgehalt).
Mollisien sind, bis auf ein paar Ausnahmen, nicht ganz einfach richtig zu
bestimmen.
Das ist doch mal 'ne Auskunft. Wirklich überraschen tut mich das nicht, wenn ich bedenke, was in den letzten 25 Jahren z.B. in der Lichenologie an taxonomischen Änderungen und Neubeschreibungen so passiert ist. Interessant finde ich, dass die K-Reaktion offenbar heute vermehrt auch bei nicht lichenisierten Pilzen von Interesse ist. Bei Flechten kommen noch komplexere und aus der Symbiose herührende sekundäre Metabolite dazu (die mit C und P getestet werden).
Das aktuellste wird wohl Andreas` Mollisia-Schlüssel sein, ansonsten steht
dem allgemeinem Forscherdrang bei dieser Gattung nichts im Wege (aber
Vorsicht, man läuft leicht Gefahr durchzudrehen).
OK, meinst Du ich dürfte Andreas mal darauf hin anschreiben?
Danke für den Beipackzettel
Ich denke, ich weiß, wann ich genug habe. Ansonsten gibt es bei mir in der Nähe ein Landeskrankenhaus..
Zumindest stehen die Chancen sehr gut: Becherhabitus mit fein abstehenden
Endzellen an der Außenseite, Farbe der Jung-Apothezien, dichter Filz,
Substrat liegende Astteile, langanhaltende intensive Gelbreaktion mit KOH
passen sehr gut auf Mollisia fusca. Substrat Fichte ist sicherlich eine
Fehlinterpretation.
Das kann auch ein Ahorn-Stamm oder sonst was gewesen sein. Ich werde noch mal versuchen, frisches Material zu ernten. Vielleicht kann ich zur Art des Holzes noch was rauskriegen.
Natürlich reicht diese Makro-Einschätzung lange nicht aus, um den Namen
sicher zu vergeben. Der Rest, insbesondere Sporen (Größe, Form und
Ölgehalt) müssen mindestens noch geprüft werden.
OK, habe ich nicht anders erwartet, aber das ist für mich schon mal ein Ansatz.
Ich danke Dir vielmals!
Lieben Gruß
Thomas