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Gerfalken und Aspergillus

JoBi, (vor 5936 Tagen)

Hallo Forum,

durch einen Beitrag der ARD-Sendung "Brisant" bin ich auf ein Gerichtsverfahren aufmerksam geworden: Bei Verden ist ein Gerfalkenzüchter ansässig, in dessen Nachbarschaft ein Pilzzüchter seinen Betrieb aufgemacht hat. Diese Beziehung hatte keine Zukunft. Bis auf ein Gerfalkenweibchen haben alle Falken einen Lungenbefall durch Schimmelpilzsporen erlitten, denen sie schließlich erlagen. Kann es nach Fachmeinung überhaupt sein, daß durch Kompostabfälle eines Nachbarn, ein Speisepilzzuchtbetrieb, solche Sporen überhaupt freigesetzt werden? Sicher sind Gerfalken im natürlichen Verbreitungsgebiet im arktischen Raum anzutreffen. Jetzt stellt sich die Frage, ob durch Konkurrenz am Substrat nicht der Speisepilz mögliche Schimmelkulturen nicht von vorneherein ausschließt? Um Mißverständnisse auszuschließen, wurde ein Gutachter befragt. Immerhin beträgt der Streitwert >2 Mio Euro. Ausgerechnet ein Pilzzuchtbetrieb soll daran schuld sein, daß Falken sterben: Diese Pilze können nichts dafür, darauf hätte ich auch vertraut, würde mir der Prozeß gemacht.

Beste Grüße

JoBi

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Re: Gerfalken und Aspergillus

Joachim, (vor 5936 Tagen) @ JoBi

Hallo JoBi,
ich vermute das es keine Schimmelpilzsporen sind,
ich habe den Beitrag auch gesehen und dort wurden Austernseitlinge
in großen Mengen gezeigt, die Sporen vom Austernseitling sind sehr aggressiv.
Aus diesem Grund muss bei der Züchtung im großen Stil ein Mundschutz getragen werden.
Mit freundlichen Grüßen
Joachim

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Re: Gerfalken und Aspergillus

JoBi, (vor 5936 Tagen) @ Joachim

Hallo Joachim,

mein Bauer hat sich seit Jahren auf Aupi-Zucht verlegt, was allerdings nur als Nebenverdienst lohnt. Am liebsten würde ich ihm seinen Anteil mit den Pilzen auf seinem Hof abkaufen. Kann ich ihm irgendwie helfen? Er hält auch Geflügel...

Mit freundlichen Grüßen,

JoBi

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Re: Gerfalken und Aspergillus

Mycelio, (vor 5936 Tagen) @ Joachim

Hallo,

soweit ich es mehrfach gelesen habe, ging es nicht um die manchmal eine Allergie auslösenden Sporen der Austernseitlinge, sondern - wie im Threadtitel angegeben - um die eines Aspergillus-Schimmels (wahrscheinlich Aspergillus niger), welcher auf Holz wächst und weitaus gefährlicher ist. Selbst für Menschen gilt eine hohe oder andauernde Belastung als bedenklich, da die Sporen krebserregende Giftstoffe enthalten und bei immungeschwächten Personen im schlimmsten Fall Gewebe schädigen und zu Organversagen führen können (Aspergillose, Sick-Building-Syndrome). Vögel sind da allgemein viel empfindlicher, Greifvögel in Gefangenschaft ganz besonders.

Wenn nun der Pilzzuchtbetrieb seine Sägespäne unter freiem Himmel lagert und wenn LKWs Späne anliefern, kann man davon ausgehen, daß große Mengen dieser Sporen in die Luft gelangen. Allerdings wurde die erwähnte Klage abgewiesen, da kein ursächlicher Zusammenhang nachgewiesen werden konnte und der Wind so gut wie niemals vom Pilzzuchtbetrieb zur Vogelzucht weht.

Gruß, Carsten

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@ JoBi, habe dir eine Mail gesendet. *oT*

Joachim, (vor 5936 Tagen) @ JoBi

- kein Text -

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Re: Gerfalken und Aspergillus

McMuck, (vor 5935 Tagen) @ JoBi

Hi JoBi,

irgendwie kann ich mir das nicht vorstellen, dass Pilze dafür verantwortlich sein sollen. Aber ich bin kein Experte.

LG Stefan

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@ McMuck

JoBi, (vor 5935 Tagen) @ McMuck

Hallo Stefan,

herzlichen Glückwunsch für Dein Pilzinteresse. Ich bin schon ein paar Jahre länger im Geschäft der Mykologie. Die Pilze überraschen mich selbst heut noch. Drück Dir fest die Daumen, dass es mit dem eigenen Pilzexperten klappt.
Vorsicht mit Inhalationen-Austernpilz-Wünschen und Experimenten, Selbstversuche ohne Kontrolle mit manchen Pilzen sind wie die Rolltreppen gehen sowohl nach oben als auch nach unten. ;-)

LG
JoBi

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Re: @ McMuck

McMuck, (vor 5935 Tagen) @ Mycelio

Lieber Carsten,

da hab ich wieder was dazugelernt. Danke!

LG Stefan

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Re: @ McMuck

McMuck, (vor 5935 Tagen) @ JoBi

Hallo JoBi,

immer wieder erstaunlich, stimmt!

Übrigens mein Pilzinteresse besteht nun seit 30Jahren; hab mit 12 angefangen und mich jahrelang nach der Schule täglich zwei Stunden im Wald aufgehalten.

LG Stefan