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Lactarius ??? - wer kann helfen? *PIC*

Werner, (vor 9178 Tagen)

Hallo,

ich moechte nun noch einmal Euer Wissen in Anspruch nehmen. Ich fand grosse Mengen des unten abgebildeten Lact. Er wuchs in einem Birken/Fichten-Mischwald mit einzelnen Rotbuchen, Eichen und anderen Laubbaeumen untermischt. Sehr feucht, moorig. Teilweise wuchsen die Milchlinge in groesseren Mengen auf alten Stuempfen.

Die Milch ist weiss, m.E. nicht scharf und nicht bitter (ein kleines 'Bitzeln' meinte ich zu spueren, aber wirklich nichts dramatisches). Geruch konnte ich auch keinen feststellen, auch nicht nach dem Trocknen (nun, ich bin kein Experte bei Geruechen, trotzdem ... ich denke, L. camphoratus duerfte deswegen doch ausscheiden).

Die groessten Exemplare waren vielleicht 7-8 cm im Durchmesser.

Die Sporengroesse ist 7-8 x 6,3-6,7 Mikrometer. Ich konnte keine deutlichen Grate auf den Sporen feststellen, allerdings bin ich da noch blutiger Anfaenger.

Nach was soll ich noch mit dem Mikroskop suchen - hat jemand Tips? Oder ist das Raetsel schon loesbar? Leider reicht meine Literatur nicht aus, um weitere Mikromerkmale zu ueberpruefen und Pleurozystiden fand ich nicht - was aber wohl auch meiner Unerfahrenheit mit dem Mikroskop zuzuschreiben sein kann.

Von der Beschreibung in diversen Buechern her, gefiel mir zwar die von L. camphoratus ganz gut, nur fehlt der doch wohl unueberriechbare Geruch. Auch L. badiosanguineus hielt ich fuer moeglich. Bei L. rufus, der vom Aussehen her hinkommt, fehlt hier der definitiv scharfe Geschmack. Vielen Dank fuer's Erste.

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Re: Lactarius ??? - wer kann helfen?

hellmut leitner, (vor 9178 Tagen) @ Werner

hallo

meines erachtens handelt es sich hier um den rotbraunen milchling
(lactarius rufus)der nach vorbehandlung (wässern und kochen)lt.
literatur,also noch nicht selbst probiert,essbar ist.

grüße hellmut

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Re: Lactarius ??? - wer kann helfen?

Werner2, (vor 9178 Tagen) @ Werner

Hallo Namensvetter,
hier ein paar Tipps zu Deinem Lactarius:
Entgültig bestimmen wird ihn von den E-Mail-Sendern ohnehin keiner, denn niemand kann ihn kontrollieren, mikroskopieren, daran riechen oder ihn schmecken.
Birke, Fichte, Buche Eiche usw. sind ja eine gute Mischung und ziemlich häufig im Wald zu finden, also eine Baumzuordnung kann ebenfalls nicht gelingen. Sehr wichtig ist aber der Hinweis auf den feuchten, moorigen Boden !!
L. badiosanguineus kenne ich etwas anders, mit mehr kräftigeren Farben. Diese Art wächst sehr streng auf kalkhaltigem Boden und dort unter Fichte, sogar eher unter Weisstanne. Also war der Fundort typischer Kalkboden? Wohl kaum.
L. camphoratus hat für mich eine etwas andere Farbe und riecht doch irgendwie auch deutlich nach Zichorie.
L. rufus wäre möglich, hat fast immer einen kleinen, spitzen Buckel in der Mitte und ist aber meist auch ziemlich scharf. Deine Bilder zeigen für mich keinen typischen L. rufus.
Auf feuchtem, moorigem Boden kommt ziemlich häufig der "Flatterreizker", L. tabidus, früher L. thejogalus, vor. Dies ist im Prinzip eine erst mal milde Art, die dann nach einiger Zeit ziemlich im Hals kratzt. Diese Art wäre sehr gut möglich; auch das Bild passt nicht schlecht.
Und zur Sporenornamentation: Die sieht man nur, wenn man die Sporen z.B. in einer Jod/Jod-Kali-Lösung (Melzers Reagenz)färbt.
Gruß Werner2

Hallo,

ich moechte nun noch einmal Euer Wissen in Anspruch nehmen. Ich fand grosse
Mengen des unten abgebildeten Lact. Er wuchs in einem
Birken/Fichten-Mischwald mit einzelnen Rotbuchen, Eichen und anderen
Laubbaeumen untermischt. Sehr feucht, moorig. Teilweise wuchsen die
Milchlinge in groesseren Mengen auf alten Stuempfen.
Die Milch ist weiss, m.E. nicht scharf und nicht bitter (ein kleines
'Bitzeln' meinte ich zu spueren, aber wirklich nichts dramatisches).
Geruch konnte ich auch keinen feststellen, auch nicht nach dem Trocknen
(nun, ich bin kein Experte bei Geruechen, trotzdem ... ich denke, L.
camphoratus duerfte deswegen doch ausscheiden).
Die groessten Exemplare waren vielleicht 7-8 cm im Durchmesser.
Die Sporengroesse ist 7-8 x 6,3-6,7 Mikrometer. Ich konnte keine deutlichen
Grate auf den Sporen feststellen, allerdings bin ich da noch blutiger
Anfaenger.
Nach was soll ich noch mit dem Mikroskop suchen - hat jemand Tips? Oder ist
das Raetsel schon loesbar? Leider reicht meine Literatur nicht aus, um
weitere Mikromerkmale zu ueberpruefen und Pleurozystiden fand ich nicht -
was aber wohl auch meiner Unerfahrenheit mit dem Mikroskop zuzuschreiben
sein kann.
Von der Beschreibung in diversen Buechern her, gefiel mir zwar die von L.
camphoratus ganz gut, nur fehlt der doch wohl unueberriechbare Geruch.
Auch L. badiosanguineus hielt ich fuer moeglich. Bei L. rufus, der vom
Aussehen her hinkommt, fehlt hier der definitiv scharfe Geschmack. Vielen
Dank fuer's Erste.

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Re: Lactarius ??? - wer kann helfen?

Werner, (vor 9177 Tagen) @ Werner2

Hallo Namensvetter,
hier ein paar Tipps zu Deinem Lactarius: Entgültig bestimmen wird ihn von den
E-Mail-Sendern ohnehin keiner, denn niemand kann ihn kontrollieren,
mikroskopieren, daran riechen oder ihn schmecken.
Birke, Fichte, Buche Eiche usw. sind ja eine gute Mischung und ziemlich
häufig im Wald zu finden, also eine Baumzuordnung kann ebenfalls nicht
gelingen. Sehr wichtig ist aber der Hinweis auf den feuchten, moorigen
Boden !!

Die Baumverteilung war in etwa so: 80% Fichte, 10% Birke, der Rest diverse Baeume. Ich vermute mal Fichte als Mykhorrizapartner - ohne Gewaehr. Leider kann ich Baumstuempfe noch nicht bestimmen, deshalb kann ich es nicht sicher sagen.

L. badiosanguineus kenne ich etwas anders, mit mehr kräftigeren Farben. Diese
Art wächst sehr streng auf kalkhaltigem Boden und dort unter Fichte, sogar
eher unter Weisstanne. Also war der Fundort typischer Kalkboden? Wohl
kaum.

Nein, ich wuerde sagen, der Boden war eindeutig sauer - leicht moorig.

L. camphoratus hat für mich eine etwas andere Farbe und riecht doch irgendwie
auch deutlich nach Zichorie.

Nein, einen deutlichen Geruch hatte der Pilz eindeutig nicht. Ich habe auch mehrere Exemplare untersucht, auch im getrockneten Zustand. Kampfermilchlinge habe ich in Hornberg auch schon gerochen und die waren fuer mich geruchsmaessig doch eindeutig erkennbar intensiv.

L. rufus wäre möglich, hat fast immer einen kleinen, spitzen Buckel in der
Mitte und ist aber meist auch ziemlich scharf. Deine Bilder zeigen für
mich keinen typischen L. rufus.

Den moechte ich ausschliessen. Die in Hornberg 'probierten' Exemplare waren fuer mich alle sehr eindeutig scharf - hier kann man bestenfalls mit viel gutem Willen von 'schaerflich' sprechen, evtl. 'bitterlich'. Nichts eindeutiges.

Auf feuchtem, moorigem Boden kommt ziemlich häufig der
"Flatterreizker", L. tabidus, früher L. thejogalus, vor. Dies
ist im Prinzip eine erst mal milde Art, die dann nach einiger Zeit
ziemlich im Hals kratzt. Diese Art wäre sehr gut möglich; auch das Bild
passt nicht schlecht.

Nun, lt. Gerhard z.B. ist der doch sehr fragil. Das passt ueberhaupt nicht zu meinem Lactarius. Der Stiel ist auch im Alter festfleischig, Fleisch innen weiss und aussen rotbraun. Uebrigens, die Hutfarbe war wohl in meinen Fotos etwas zu 'orangelich' - in Wirklichkeit war der Pilz eher dunkelrotbraeunlich - farblich wie L. rufus oder camphoratus. Mein Lactarius war weder duennfleischig noch im Stiel hohl (im Alter).

Und zur Sporenornamentation: Die sieht man nur, wenn man die Sporen z.B. in
einer Jod/Jod-Kali-Lösung (Melzers Reagenz)färbt.

Das habe ich getan. Nur - die Grate waren bestenfalls hauchmaessig zu sehen und auch nicht sehr viele Grate. Ich wuerde eher fast isoliertwarzig sein, mit einzelnen schwachen Graten die nicht allzu lang waren.

Danke erst mal, vielleicht weiss ja noch jemand was. Hat noch jemand was zu Cheilozystiden oder dgl.? Meine Literatur reicht dazu leider nicht aus.

Werner

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Re: Lactarius ??? - wer kann helfen?

Wolfgang F., (vor 9177 Tagen) @ Werner

Nun, lt. Gerhard z.B. ist der doch sehr fragil. Das passt ueberhaupt nicht zu
meinem Lactarius. Der Stiel ist auch im Alter festfleischig, Fleisch innen
weiss und aussen rotbraun. Uebrigens, die Hutfarbe war wohl in meinen
Fotos etwas zu 'orangelich' - in Wirklichkeit war der Pilz eher
dunkelrotbraeunlich - farblich wie L. rufus oder camphoratus. Mein
Lactarius war weder duennfleischig noch im Stiel hohl (im Alter).
Danke erst mal, vielleicht weiss ja noch jemand was. Hat noch jemand was zu
Cheilozystiden oder dgl.? Meine Literatur reicht dazu leider nicht aus.

Hi Werner,

die passende Literatur wäre z.B. "The Genus Lactarius" von Jacob Heilmann-Clausen, Fungi of Northern Europe 2, Copenhagen 1998.

Außer L. tabidus käme vielleicht (nach Duchblättern des Buches, ohne eigene Kenntnis der Art) auch L. fulvissimus in Frage, die beide isoliert-warzige Sporen haben. Traue einfach Deinen Beobachtungen!

Die Unterscheidung wäre weniger anhand der Zystiden, die bei den meisten Arten gleich aussehen, sondern anhand der Huthaut. Das wird eine neue Herausforderung für Dich!! Eine oft brauchbare Präparation gelingt, wenn Du 2 Rasierklingen aneinnandergedrückt durch den Hut ziehst und ein schmaler Streifen dazwischen bleibt (das passiert nicht immer...). tabidus hat unter der obersten Lage von schlanken Zellen eine deutliche, mehrere Zellen dicke Schicht an rundlichen Zellen.

Suche die Zystiden 'mal in Sulfovanillin, da sollte der Inhalt nur dieser Zellen blaugrau sein. Dann nochmal in Kongorot, damit Du den äußereren Umriß siehst.

Wolfgang

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Re: Lactarius ??? - wer kann helfen?

Armin Groß, (vor 9177 Tagen) @ Werner

Hallo Werner

Also ich würde mich Werner 2 anschließen und tippe auf L.tabidus den Flattermilchling.

Deine Frage nach Pleurocystiden: er hat Pleurocystiden nach JHC 35-90µm
Mikrosk. ist er von Rufus durch die Huthautstruktur klar abzugrenzen, was aber nicht einfach ist.

Was ihn makroskopisch im Feld klar von rufus abgrenzt ist die schnell gilbende Milch. Teste es nächstes mal: Rand von Tempo Taschentuch ( oder Stück weißes Papier) in die Milch tupfen und 20 sec ( oder etas länger) warten > wenn Rand gelb wird ist die Wahrscheinlichkeit groß dass es sich um tabidus handelt. ( auf keinen Fall um rufus.
Wenn es nicht klappt hast du eben einen anderen der vielen rot-braunen Milchlingen.....
Gruß Armin

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Ich danke Euch erst mal ...

Werner, (vor 9177 Tagen) @ Werner

... und werde es weiter versuchen. Sulfovanillin habe ich momentan nicht. Bin aber ab 24. wieder in Hornberg und komme dann auch besser ausgeruestet wieder zurueck (Heilmann-Claussen, div. Chemikalien usw.). Ich sehe schon, mit meinen momentanen Mitteln kann ich bestenfalls raten.

Trotzdem, erst mal herzlichen Dank - Eure Ratschlaege werde ich Anfang Oktober noch mal nachlesen und dann hoffentlich mehr Chancen zur Bestimmung haben - auch Dank eines abgeschlossenen Kurses.

Vielen herzlichen Dank erst einmal.

Werner