zu den Sprödblättlern und zu dem weißen Stinker
So, um mich wieder aus meinem Boletenwahn herauszureißen, hab ich mir noch
ein paar andere angeschaut, alle im selben Gebiet bei Eichen, hier ein
paar abartig spermatisch stinkende Trichterlinge - C. dealbata würde mir
gefallen, bestimmt gibt es bessere Vorschläge:
Hallo Klaas, ich habe mir eins gegrinst, wie du dich über diesen Geruch beschwert hast. W. Pätzold sagt: der Mehlräsling riecht nach der Arbeitshose eines Bäckers: ein bisschen Mehl, ein bisschen Sperma... In den von dir gezeigten Pilzaspekt passt der Mehlräsling auf jeden Fall perfekt rein.
Ein Milchling, brennend scharf, da kann ich mich mangels Erfahrung nicht
entscheiden, tendiere aber wieder zu L. zonarius. Hat L. acerrimus schon
jung anastomisierende Lamellen?
L. zonarius sensu Heilmann-Clausen hat oft einen grubigen Stiel, L. acerrimus nicht. Ferner ist bei älteren Exemplaren der Hut bei L.zonarius regulär, d. h. scheibenförmig, während er bei L. acerrimus unregelmäßig verbogen ist, weshalb der Stielansatz auch meist nicht in der Hutmitte ist. Hast du nur junge Exemplare ohne Stielgruben, gibt es leider nur ein gutes (mikroskopisches)Unterscheidungsmerkmal: Die zonarius-Sporen haben eine inamyloide Plage, die acerrimus-Sporen eine vollamyloide Plage.
Noch ein paar milde Tauben, ich weiß nicht, warum ich es immer wieder
versuche...diesmal vielleicht wieder wegen der schönen Farbe...
Das könnte der Morgenrottäubling sein (R. velutipes). Unter einer 10X-Lupe ist an der Stielspitze eine netzige Struktur. Außerdem gibt es eine magentarote, starke SV-Reaktion auf der Stielrinde.
vielleicht gibts ja einen Tipp, worauf ich am WE besser achten müsste:
Bei Täublingen, insbesondere den rothütigen, geht ohne die Spp-Farbe schon mal nichts. D. h. du solltest die Täublinge, die dich interessieren, aussporen lassen. Aber viele Täublinge lassen sich danach allerhöchstens erraten, nicht bestimmen.