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Re: Lactarius ??? - wer kann helfen?

Werner, (vor 9184 Tagen) 1.628 Beiträge @ Werner2

Hallo Namensvetter,
hier ein paar Tipps zu Deinem Lactarius: Entgültig bestimmen wird ihn von den
E-Mail-Sendern ohnehin keiner, denn niemand kann ihn kontrollieren,
mikroskopieren, daran riechen oder ihn schmecken.
Birke, Fichte, Buche Eiche usw. sind ja eine gute Mischung und ziemlich
häufig im Wald zu finden, also eine Baumzuordnung kann ebenfalls nicht
gelingen. Sehr wichtig ist aber der Hinweis auf den feuchten, moorigen
Boden !!

Die Baumverteilung war in etwa so: 80% Fichte, 10% Birke, der Rest diverse Baeume. Ich vermute mal Fichte als Mykhorrizapartner - ohne Gewaehr. Leider kann ich Baumstuempfe noch nicht bestimmen, deshalb kann ich es nicht sicher sagen.

L. badiosanguineus kenne ich etwas anders, mit mehr kräftigeren Farben. Diese
Art wächst sehr streng auf kalkhaltigem Boden und dort unter Fichte, sogar
eher unter Weisstanne. Also war der Fundort typischer Kalkboden? Wohl
kaum.

Nein, ich wuerde sagen, der Boden war eindeutig sauer - leicht moorig.

L. camphoratus hat für mich eine etwas andere Farbe und riecht doch irgendwie
auch deutlich nach Zichorie.

Nein, einen deutlichen Geruch hatte der Pilz eindeutig nicht. Ich habe auch mehrere Exemplare untersucht, auch im getrockneten Zustand. Kampfermilchlinge habe ich in Hornberg auch schon gerochen und die waren fuer mich geruchsmaessig doch eindeutig erkennbar intensiv.

L. rufus wäre möglich, hat fast immer einen kleinen, spitzen Buckel in der
Mitte und ist aber meist auch ziemlich scharf. Deine Bilder zeigen für
mich keinen typischen L. rufus.

Den moechte ich ausschliessen. Die in Hornberg 'probierten' Exemplare waren fuer mich alle sehr eindeutig scharf - hier kann man bestenfalls mit viel gutem Willen von 'schaerflich' sprechen, evtl. 'bitterlich'. Nichts eindeutiges.

Auf feuchtem, moorigem Boden kommt ziemlich häufig der
"Flatterreizker", L. tabidus, früher L. thejogalus, vor. Dies
ist im Prinzip eine erst mal milde Art, die dann nach einiger Zeit
ziemlich im Hals kratzt. Diese Art wäre sehr gut möglich; auch das Bild
passt nicht schlecht.

Nun, lt. Gerhard z.B. ist der doch sehr fragil. Das passt ueberhaupt nicht zu meinem Lactarius. Der Stiel ist auch im Alter festfleischig, Fleisch innen weiss und aussen rotbraun. Uebrigens, die Hutfarbe war wohl in meinen Fotos etwas zu 'orangelich' - in Wirklichkeit war der Pilz eher dunkelrotbraeunlich - farblich wie L. rufus oder camphoratus. Mein Lactarius war weder duennfleischig noch im Stiel hohl (im Alter).

Und zur Sporenornamentation: Die sieht man nur, wenn man die Sporen z.B. in
einer Jod/Jod-Kali-Lösung (Melzers Reagenz)färbt.

Das habe ich getan. Nur - die Grate waren bestenfalls hauchmaessig zu sehen und auch nicht sehr viele Grate. Ich wuerde eher fast isoliertwarzig sein, mit einzelnen schwachen Graten die nicht allzu lang waren.

Danke erst mal, vielleicht weiss ja noch jemand was. Hat noch jemand was zu Cheilozystiden oder dgl.? Meine Literatur reicht dazu leider nicht aus.

Werner

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