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Gesetzesänderung - wie?

Boris, (vor 9883 Tagen)

Hi!

Nachdem ich jetzt mit den Gesetzen und deren Handhabung in Deutschland, Frankreich, Österreich und der Pilzdiktatur Schweiz bekanntgemacht worden bin, würde es mich reizen in Erfahrung zu bringen, welche Stellen man anschreiben muss um eine konstruktive Gesetzesänderung zu forcieren.

Letztenendes weiss ja jeder dass die Gesetze völlig überzogen sind, Pilzsammeln dem Wildbestand im Gegensatz zu Biotopvernichtung kaum schadet und die momentane Handhabung der Gesetze vor allem in der Schweiz mehr der Bereicherung der Kantone als dem Artenschutz dient. Ich möchte gern irgenwannmal ein Schreiben aufsetzen in dem ich all die Argumente die keiner hören will aufliste und zum Ausdrucken, unterschreiben und Einschicken ins Internet legen will. Je mehr den Pilz-Steuereintreibern auf die Füße treten, umso mehr Spaß macht es!

Sind eigentlich e-mail Aktionen an die Behörden als Zeichen des Volksunwillens ein rechtwirksames Mittel?

Don´t panic, Boris

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Re: Gesetzesänderung - wie?

Birgit, (vor 9883 Tagen) @ Boris

Sind eigentlich e-mail Aktionen an die Behörden als Zeichen des Volksunwillens ein rechtwirksames Mittel?

Ein rechtswirksames Mittel wofür? Meinst du, daß die Behörden den Eingang bestätigen? Das glaube ich noch nicht. Werden ja gerade mal Faxe anerkannt.

Gegen jedes Bußgeld im Verkehrsbereich kann Widerspruch eingelegt werden, das müßte doch auch bei den Pilzsachen möglich sein. Dann gehts halt vor Gericht, da kann man seine Argumente aber auch darlegen, wenn man Zeit und Geld für einen langen Prozeßweg hat. Wie lange man Revision einlegen kann, ist aber wohl auch von der Höhe der Geldstrafe abhängig.

Bist du sicher, daß das Gesetze sind oder sind das Verordnungen, die die Behörden erlassen haben? Bei Verordnungen könnte ich mir vorstellen, daß man noch eine bessere Chance hat, gerichtlich gegen sie vorzugehen.

Grüße

Birgit

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Re: Gesetzesänderung - wie?

Bruno, (vor 9883 Tagen) @ Boris

Hallo Boris,
ich seh die Notwendigkeit nicht. Ich begrüße es, wenn Leuten ein Zentner Pilze abgenommen wird (siehe andere Meldung).Wer so viel Pilze klaut, frißt auch Nachtigallen!
Der von Pilzen leben will, soll sie züchten. Die Pilze enden ja doch nur als Glaskonserve zu 6Mark80 die 200 ml.

Das hat nichts mit der Problematik der Lebensraumzerstörung zu tun. Das denken nur die Gesetzesmacher und wir wissen es vielleicht besser.
Ich würde mich bedanken, wenn hier professionelle Sammler herumschwirren würden, alles abgrasen und ich könnte dann meine kleine Portion hinterher
zu "Marktpreisen" kaufen. Das die Regelungen und damit zusammenhängende Strafen vielleicht oft zu unverständlich und nicht nachvollziehbar sind, liegt am System.

Justiz hat dafür dazu zu wenig mit Ökologie zu tun.Hier zählt nur die Mechanik von Störung der Ordnung und Strafe dafür. Nach dem Muster der Straßenverkehrsordnung.

Beim Autofahren akzeptieren wir doch auch Tempolimits und fahren nicht extra schnell um gegen den Landschaftsverbrauch beim Strassenbau zu kämpfen.

Der SICHTBARE Pilzreichtum mancher Gegenden ist ein Phänomen, das es zu schützen gilt weil es das wert ist und wenn nur von einem naturästhetischen Standpunkt aus betrachtet.
Egal obs die Fruchtkörper sind, ich kann das Myzel nicht sehen.
Ich habe noch nie einen Konflikt gehabt mit irgendeiner Mengenbegrenzung.Und bin trotzdem satt geworden an Pilzen.

Bruno

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Re: Gesetzesänderung - warum?

Boris, (vor 9883 Tagen) @ Bruno

Hallo Boris,
ich seh die Notwendigkeit nicht. Ich begrüße es, wenn Leuten ein Zentner Pilze abgenommen wird (siehe andere Meldung).Wer so viel Pilze klaut, frißt auch Nachtigallen!
Der von Pilzen leben will, soll sie züchten. Die Pilze enden ja doch nur als Glaskonserve zu 6Mark80 die 200 ml.

Hi, Bruno
Sorry, viele Fehler in deiner Argumentation.
1) Niemand "klaut" Pilze, die Natur ist für alle da.
2) Nur eine Handvoll Arten läßt sich züchten. Keine großen Geschmackserlebnisse.
3) Pilze treten saisonal in Schwemmen auf, die Vorratshaltung und evtl. sogar der Verkauf von Überschuß in fetten Jahren ist also nur billig.

Das hat nichts mit der Problematik der Lebensraumzerstörung zu tun. Das denken nur die Gesetzesmacher und wir wissen es vielleicht besser.
Ich würde mich bedanken, wenn hier professionelle Sammler herumschwirren würden, alles abgrasen und ich könnte dann meine kleine Portion hinterher
zu "Marktpreisen" kaufen. Das die Regelungen und damit zusammenhängende Strafen vielleicht oft zu unverständlich und nicht nachvollziehbar sind, liegt am System.

4) Es ist immer einfacher Mißstände aufs "System" zu schieben anstatt aktiv dagegen anzugehen.
5) In den pilzreichen Gegenden in denen es sich lohnt Körbe zu kontrollieren, lohnt es sich auch immer noch für den Kleinsammler zu suchen.
6) In den pilzärmeren Gegenden werden kaum professionelle Sammler suchen, da es sich nicht lohnt.
7) "Übersammelte" Gebiete geraten rasch in Vergessenheit, letztlich verteilt sich alles mehr oder weniger gleichmäßig.
8) Soviel wie in den Bergwäldern der Schweiz wächst kann man gar nicht alles absammeln, vor allem wenn man mehr als zwei Arten sammelt.
9) Die "Pilzmengenbeschränkung" hat nichts mit dem Schutz seltenener Arten zu tun, ein Korb Rüblinge zählt dasselbe wie ein Korb Kaiserlinge.
10) Bürokratie schadet der Motivation die Natur zu schützen. Wenn jemand Nutzen aus etwas Ziehen kann und Spass dabei hat, setzt er sich vielleicht auch für die Erhaltung der Biotope ein (Siehe Jäger).

Justiz hat dafür dazu zu wenig mit Ökologie zu tun.Hier zählt nur die Mechanik von Störung der Ordnung und Strafe dafür. Nach dem Muster der Straßenverkehrsordnung.

11) Die Ordnung eines Friedhofs. Die StVO ist ein künstliches System und daher auch durch künstliche Gesetze zu regeln. Bürokratie im Naturschutz führt jedoch beinahe ständig zu Ungerechtigkeiten und krassen Widersprüchen.

Beim Autofahren akzeptieren wir doch auch Tempolimits und fahren nicht extra schnell um gegen den Landschaftsverbrauch beim Strassenbau zu kämpfen.

12) Der korrekte Weg führt über juristische und demonstrative Schritte gegen den Straßenbau. Alles andere ist persönliche Rache, die ich aber bei einigen der selbstgerechten Fatzken auf den Ämtern auch (zumindest menschlich) verstehen kann. Einmal hab ich ein Bild von einem gesehen, der mit abmontiertem Nummernschild und heruntergelassener Hose durch eine Radarsperre gebrettert ist. Bemerkenswerte artistische Leistung! :-) Wurde bis heute übrigens nicht gefaßt...

Der SICHTBARE Pilzreichtum mancher Gegenden ist ein Phänomen, das es zu schützen gilt weil es das wert ist und wenn nur von einem naturästhetischen Standpunkt aus betrachtet.

13) Ich sehe keinen Sinn Tonnen von Lebensmitteln nur den Maden zu überlassen.

Egal obs die Fruchtkörper sind, ich kann das Myzel nicht sehen.
Ich habe noch nie einen Konflikt gehabt mit irgendeiner Mengenbegrenzung.Und bin trotzdem satt geworden an Pilzen.

14) In so einem Jahr wie dieses muss man schon hart suchen um noch satt zu werden. Ich wuenschte ich haette jetzt einen Überschuss aus dem letzten Jahr.

Bruno

Gruß, euer hungriger Boris

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Re: Gesetzesänderung - warum?

Renato, (vor 9883 Tagen) @ Boris

Hallo Boris,

Bevor Gesetze in Kraft treten gibt es Vernehmlassungen, Diskussionen und
je nach Gesetz Abstimmungen (hier in der CH)! Auch nachher der Gesetzesbestimmung
kann diskutiert und lamentiert werden, denn es gibt je nach Standpunkt sinnvollere
und sinnlosere Gesetze. Nun zurück zu den Pilzen: Was das Pilzsammelverbot an einigen
Tagen in der Woche in der Schweiz betrifft, gehört es zur zweiten Kategorie. Soll auch in abseh-
barer Zeit wieder geändert werden.
Hingegen ist die Gewichtsbeschränkung insofern ein sehr begrüssenswertes und soziales
Gesetz, dass hier in gewissen Gegenden (in den anderen wird auch nicht kontrolliert)
nicht nur die Italiener und auch einige Schweizer gewerbemässig riesige Mengen sammeln
und abtransportieren, um sie (die Pilze) wenn möglich noch im Laden zu kaufen.
Gesetze sind nicht nur da, um bei Übertretung in erster Linie die Staatskasse zu füttern,
sondern sollten eben, wie bei der Gewichtsbeschränkung beim Pilze sammeln, einen Weg zu
einem gerechteren und friedlicherem Zusammenleben führen. Dass das nicht immer gelingt hängt
weniger mit dem Gesetz zusammen, als vielmehr mit den Leuten, welche die Gesetze kontrollieren
und weniger die Gerechtigkeit und den Frieden im Vordergrund sehen, sondern Macht und Arroganz.
Und gegen die ist zu kämpfen, nicht gegen die Gesetze....

Grüsse aus der CH

Renato

aber in diesem u

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Re: Gesetzesänderung - warum?

Boris, (vor 9883 Tagen) @ Renato

Gesetze sind nicht nur da, um bei Übertretung in erster Linie die Staatskasse zu füttern,
sondern sollten eben, wie bei der Gewichtsbeschränkung beim Pilze sammeln, einen Weg zu
einem gerechteren und friedlicherem Zusammenleben führen.

Irgendwie erscheint mir der Sinn immer noch nicht klar, ist wohl auch eine Frage des Standpunkts: Die Bergstaaten haben einen mengenmaessigen Pilzreichtum von dem ich als Bewohner der Mittelgebirge mit einer Hand voll Pfifferlinge nur traeumen kann. Und anstatt diesen Reichtum auszuschoepfen laesst man die Pilze lieber verrotten, bevor irgendjemand was davon haben koennte. Polen und die anderen Ostblockstaaten scheinen in ihren Waeldern diese Probleme offenbar nicht zu haben: Die meisten gewerblichen Importe von Pfifferlingen kommen von dort. Ich wuerde allerdings lieber etwas weniger strahlende Ware kaufen. Irgendwie erinnert mich die Sache an die EG Butterberge, im Zweifelsfall lieber alles wegschmeissen. Klingt mir nicht sehr sozial, gerecht und friedlich.

Ganz naiv gefragt: Wenn ich saubere Pfifferlinge aus den Berglaendern kaufen koennte, muesste ich weniger auf unsere kleinraeumigen Vorkommen in den Mittelgebirgen zurueckgreifen, ganz zu schweigen von Seltenheiten wie Kaiserling und Maerzschneckling die in einigen Regionen aber haeufig vorkommen. In diesem Fall waeren zu starke Import/Exportrestriktionen also fuer den Artenschutz sogar schaedlich!

Alles eine Frage des Standpunkts, Euer Boris

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Re: Gesetzesänderung - warum?

Bruno, (vor 9880 Tagen) @ Renato

Hallo Boris,
Bevor Gesetze in Kraft treten gibt es Vernehmlassungen, Diskussionen und
je nach Gesetz Abstimmungen (hier in der CH)! Auch nachher der Gesetzesbestimmung
kann diskutiert und lamentiert werden, denn es gibt je nach Standpunkt sinnvollere
und sinnlosere Gesetze. Nun zurück zu den Pilzen: Was das Pilzsammelverbot an einigen
Tagen in der Woche in der Schweiz betrifft, gehört es zur zweiten Kategorie. Soll auch in abseh-
barer Zeit wieder geändert werden.
Hingegen ist die Gewichtsbeschränkung insofern ein sehr begrüssenswertes und soziales
Gesetz, dass hier in gewissen Gegenden (in den anderen wird auch nicht kontrolliert)
nicht nur die Italiener und auch einige Schweizer gewerbemässig riesige Mengen sammeln
und abtransportieren, um sie (die Pilze) wenn möglich noch im Laden zu kaufen.
Gesetze sind nicht nur da, um bei Übertretung in erster Linie die Staatskasse zu füttern,
sondern sollten eben, wie bei der Gewichtsbeschränkung beim Pilze sammeln, einen Weg zu
einem gerechteren und friedlicherem Zusammenleben führen. Dass das nicht immer gelingt hängt
weniger mit dem Gesetz zusammen, als vielmehr mit den Leuten, welche die Gesetze kontrollieren
und weniger die Gerechtigkeit und den Frieden im Vordergrund sehen, sondern Macht und Arroganz.
Und gegen die ist zu kämpfen, nicht gegen die Gesetze....
Grüsse aus der CH
Renato
aber in diesem u

Hallo Renato,

als Nichtbetroffener, aber mit Streitender, freue ich mich über Deinen Beitrag.
Bruno

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Re: Gesetzesänderung - warum?

Boris, (vor 9880 Tagen) @ Bruno

als Nichtbetroffener, aber mit Streitender, freue ich mich über Deinen Beitrag.
Bruno

Ich nehme an, mein Beitrag zur Antwort freute dich genauso ;-)

Gruss, Boris

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Re: Gesetzesänderung - wie?

Markus H., (vor 9883 Tagen) @ Boris

Hi!
Nachdem ich jetzt mit den Gesetzen und deren Handhabung in Deutschland, Frankreich, Österreich und der Pilzdiktatur Schweiz bekanntgemacht worden bin, würde es mich reizen in Erfahrung zu bringen, welche Stellen man anschreiben muss um eine konstruktive Gesetzesänderung zu forcieren.
Letztenendes weiss ja jeder dass die Gesetze völlig überzogen sind, Pilzsammeln dem Wildbestand im Gegensatz zu Biotopvernichtung kaum schadet und die momentane Handhabung der Gesetze vor allem in der Schweiz mehr der Bereicherung der Kantone als dem Artenschutz dient. Ich möchte gern irgenwannmal ein Schreiben aufsetzen in dem ich all die Argumente die keiner hören will aufliste und zum Ausdrucken, unterschreiben und Einschicken ins Internet legen will. Je mehr den Pilz-Steuereintreibern auf die Füße treten, umso mehr Spaß macht es!
Sind eigentlich e-mail Aktionen an die Behörden als Zeichen des Volksunwillens ein rechtwirksames Mittel?
Don´t panic, Boris

Hallo Boris !

Nun, ich denke, die beste Möglichkeit eine Pilzschutzverordnung (od. -gesetz) abzuändern, ist die, wenn man sie bis zur letzten Behörde durchjudiziert.

So etwas passiert andauernd (zumindest in Österreich), daß eine Verordnung (od. Gesetz) wegen eines Verwaltungsgerichtshofentscheides abgeändert werden muß !

Gehen wir das mal durch:
Du sammelst in Tirol mehr als 1 kg Pilze (kannst ja Grubige Milchlinge nehmen, wenn sonst nix steht), läßt dich erwischen, und verweigerst die Bußgeldzahlung.
Der Pilzkontrolleur MUSS das bei der Behörde (Bezirkshauptmannschaft) anzeigen. Die wird dann einen Strafbescheid erlassen, den du mit Begründung beeinspruchst und gleichzeitig einen Vorlageantrag an die Oberbehörde stellst.
Die BH MUSS das dann die Oberbehörde (Land Tirol) leiten, und die MUSS dann auch wieder einen Bescheid ausstellen. Das dürfte dann voerst die letzte Behörde gewesen sein, manchmal gehts dann nochmal weiter in den unabhängigen Verwaltungssenat.
Gegen den Bescheid der Obersten Behörde gibt es kein ordentliches Rechtmittel mehr; jetzt brauchst du einen Rechtsanwalt, der eine Beschwerde an den Verwaltungsgerichtshof verfasst. Naja, und dort kann man sich dann austoben!!( Die zerpflügen dann meist die Gesetze, die kleine Landesbeamte erstellt haben)

Hoffe, das daß so stimmt, werde mich aber nochmal genauer erkundigen!

Bis dann
Markus H.

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Re: Gesetzesänderung - wie?

Boris, (vor 9883 Tagen) @ Markus H.

Hi!

Hallo Boris !
Nun, ich denke, die beste Möglichkeit eine Pilzschutzverordnung (od. -gesetz) abzuändern, ist die, wenn man sie bis zur letzten Behörde durchjudiziert.
So etwas passiert andauernd (zumindest in Österreich), daß eine Verordnung (od. Gesetz) wegen eines Verwaltungsgerichtshofentscheides abgeändert werden muß !

Hallo! Ich denke diese Methode ist recht erfolgversprechend fuer Vereinigungen a la Greenpeace die zum Teil unabhaengige Rechtshilfefonds unterhalten. Ich habe selbst schon in diese Fonds, die auf dem Papier nichts mit Greenpeace zu tun haben, gespendet. Bei ihren Gratwanderungen und Protestaktionen hart am Rand der Legalitaet benutzt Greenpeace diesen Fond um in Not geratene Aktivisten rauszuboxen. Leider ist die Kapazitaet von Greenpeace beschraenkt und sie interessieren sich leider mehr fuer Robben und Wale als fuer Pilze und Orchideen. Ich habe schon angefragt ob ich in diesem Bereich fuer sie arbeiten koennte aber leider ohne Erfolg :-( . Und streichelzahme Umweltgruppen wie BUND und NABU die zwar mit diesem Dingen zu tun haben, aber keine eigenen Rechtshilfefonds unterhalten und daher den offiziellen Kurs der Regierung in allen Punkten nachbeten muessen, kommen leider fuer einen Heretiker und Querdenker wie mich nicht in Frage.

Als Einzelperson ist das ganze noch schwieriger und u.U. sogar gefaehrlich. Natuerlich koennte man auch einen eigenen Fond gruenden aus dem bei Bedarf ein Anwalt finanziert werden kann, wuerde mich interessieren, ob irgendjemand im Forum dorthinein spenden wuerde ;-). Letzlich muss man sich im klaren sein, dass wenn man sich nicht absolut sicher ist das Recht auf der eigenen Seite zu haben wie in meinem Shiitake-Beispiel, der Schuss auch nach hinten losgehen kann.

Ich frage mich daher ob der Ansatz "von unten" nicht sicherer und erfolgversprechender ist wenn man keine starke Rueckendeckung einer Partei oder Vereinigung hat. Unterschriftensammlungen und Volksbegehren die dann zentral gesammelt und eingeschickt werden. Ausstellungen und Zeitungsartikel um das Volk auf die momentane Rechtslage aufmerksam zu machen. Fallbeispiele zu Versagen des amtlichen Naturschutzes sammeln und anprangern. Ebenso die Tatsache dass das momentane Rechtssystem nur gegen "kleine" Pilzsammler und Blumengaertner greift, ja sogar missbraucht wird um Bestrebungen in die richtige Richtung abzublocken, aber die "grossen" Landschaftszerstoerer ungeschoren davonkommen. Eventuell eine Initiative gegen Amtswillkuer gruenden mit allem noetigen Papierkram damit keiner einem was anhaben kann. Dazu erhoffe ich mir von allen Forumsteilnehmern Tips und ich halte das zwar fuer den langsameren aber sichereren Weg, in kleinen Schritten bis zum Gipfel.

Wie denkt ihr darueber? Boris

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Re: Shiitake - Problem

Markus H., (vor 9882 Tagen) @ Boris

Hallo Boris!

Was für ein Problem hattest du mit den Shiitake - Pilzen ?

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Kein Shiitake - Problem

Boris, (vor 9881 Tagen) @ Markus H.

Hallo Boris!
Was für ein Problem hattest du mit den Shiitake - Pilzen ?

Kein Problem, eher ein Loesungsvorschlag zum Umgehen der Pilzkontrollen. Siehe meinen Eintrag zum Thema Vogonenaergern in Archiv 6.

Don't panic! Boris

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Freies Sammeln für freie Bürger

Leonie, (vor 9883 Tagen) @ Boris

Boris - Du hast ja recht! Die Pilze vergammeln nur wenn sie nicht von Schnecken, Maden etc. gefressen werden! Aber wozu die Aufregung? In Deutschland haben wir doch gar nicht die idiotischen Gesetzte? Obwohl Deutschland ja ansonsten das Land der idiotischen Gesetze ist!

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Re: Freies Sammeln für freie Bürger

Boris, (vor 9882 Tagen) @ Leonie

Boris - Du hast ja recht! Die Pilze vergammeln nur wenn sie nicht von Schnecken, Maden etc. gefressen werden! Aber wozu die Aufregung? In Deutschland haben wir doch gar nicht die idiotischen Gesetzte? Obwohl Deutschland ja ansonsten das Land der idiotischen Gesetze ist!

Sei beruhigt, nach einem Fax von Markus S. weiss ich dass wir genau die selben idiotischen Gesetze haben, sie werden bei uns nur noch nicht so aggressiv durchgesetzt - noch!

Wenn ich mal an einem freien Wochenende Zeit habe, werde ich die Verordnung ins Internet legen...

Gruss, Boris

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Re: US Vogonen

MUFTI, (vor 9880 Tagen) @ Boris

Sei beruhigt, nach einem Fax von Markus S. weiss ich dass wir genau die selben idiotischen Gesetze haben, sie werden bei uns nur noch nicht so aggressiv durchgesetzt - noch!

Wenn ihr ideotische Gesetze sucht, dann solltet ihr
mal die Gesetzbuecher der Amis lesen.

Alte Gesetze werden da oefters vergessen und
bleiben gueltig. So hat letztes Jahr eine Frau
ihren Mann und deren Freundin wegen Ehebruchs
zivilrechtlich verklagt und bekam 1 Million Dollar
Schadensersatz zugesprochen.

Aber es gibt auch wirre neue Gesetze:

So regelt inzwischen ein Gesetz an vielen Straenden
das maximale Verhaeltnis zwischen der Flaeche des
Badeanzugs und der nackten Haut. Und es gibt
da wirklich Polizisten, die den Strand daraufhin
ueberpruefen.

So langsam glaube ich, dass der angebliche
Buerokratismus der Deutschen nur eine Nebelkerze
der Internationale der Vogonen ist 8-)
Vogonen gibt's wohl ueberall.

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Re: US Vogonen

Birgit, (vor 9880 Tagen) @ MUFTI

Alte Gesetze werden da oefters vergessen und
bleiben gueltig.

Nicht nur dort:

In der Ausbildungsordnung für Schreiner steht angeblich immer noch, daß die Ausbildung im Geiste des Nationalsozialismus zu erfolgen habe.

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Re: Gesetzesänderung - wie?//Lieber bestehendes Umsetzen

Holger, (vor 9880 Tagen) @ Boris

Hi!
Nachdem ich jetzt mit den Gesetzen und deren Handhabung in Deutschland, Frankreich, Österreich und der Pilzdiktatur Schweiz bekanntgemacht worden bin, würde es mich reizen in Erfahrung zu bringen, welche Stellen man anschreiben muss um eine konstruktive Gesetzesänderung zu forcieren.
Letztenendes weiss ja jeder dass die Gesetze völlig überzogen sind, Pilzsammeln dem Wildbestand im Gegensatz zu Biotopvernichtung kaum schadet und die momentane Handhabung der Gesetze vor allem in der Schweiz mehr der Bereicherung der Kantone als dem Artenschutz dient. Ich möchte gern irgenwannmal ein Schreiben aufsetzen in dem ich all die Argumente die keiner hören will aufliste und zum Ausdrucken, unterschreiben und Einschicken ins Internet legen will. Je mehr den Pilz-Steuereintreibern auf die Füße treten, umso mehr Spaß macht es!
Sind eigentlich e-mail Aktionen an die Behörden als Zeichen des Volksunwillens ein rechtwirksames Mittel?
Don´t panic, Boris

Ich muß dem Reanato zustimmen, daß die kommerzielle Sammlung ein Übel ist, dass m.E. unterbunden werden muß. Nicht weil hier der Wald abgeerntet wird und für mich weniger stehehbleibt -das Problem habe ich zum Glück bei mir nicht. Aber weil die kommerziellen Sammler oft ziemlich tücksuchtslos vorhgehen und noch den letzten Winzling von Pilz aus dem Boden reißen, was für das Myzel nicht besonders gut ist. Und weil der Druck auf die Population bei systematischem, flächendeckendem Sammeln eben doch größer ist als beim privaten Sammeln (wenn's so bleibt wie zur Zeit, und das Pilzesammeln nicht auf einmal Massensport wird).

Nach dem Buch Bon (oder war's doch Gerhardt)ist im Übrigen der Handel mit geschützten Arten in Deutschland verboten. Wenn ich mich recht erinnere waren hier auch Steinpilze und Pfifferlinge aufgeführt (kein Sammelverbot!). Wie sieht das eigentlich aus? Dürfen die eigentlich verkauft werden, auch Deutsche oder nur importierte - und wenn ja, ist die Schädigung durch kommerzielles Sammeln im Ausland geringer als bei uns?

Ich selbst kaufe jedenfalls keine Wildpilze mehr im Laden. Wenn ich keine finde (zur Zeit leider häufiger) - habe ich eben Pech gehabt.

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Re: Gesetzesänderung - wie?//Lieber bestehendes Umsetzen

Bruno, (vor 9880 Tagen) @ Holger

Hi!
Nachdem ich jetzt mit den Gesetzen und deren Handhabung in Deutschland, Frankreich, Österreich und der Pilzdiktatur Schweiz bekanntgemacht worden bin, würde es mich reizen in Erfahrung zu bringen, welche Stellen man anschreiben muss um eine konstruktive Gesetzesänderung zu forcieren.
Letztenendes weiss ja jeder dass die Gesetze völlig überzogen sind, Pilzsammeln dem Wildbestand im Gegensatz zu Biotopvernichtung kaum schadet und die momentane Handhabung der Gesetze vor allem in der Schweiz mehr der Bereicherung der Kantone als dem Artenschutz dient. Ich möchte gern irgenwannmal ein Schreiben aufsetzen in dem ich all die Argumente die keiner hören will aufliste und zum Ausdrucken, unterschreiben und Einschicken ins Internet legen will. Je mehr den Pilz-Steuereintreibern auf die Füße treten, umso mehr Spaß macht es!

Ich muß dem Reanato zustimmen, daß die kommerzielle Sammlung ein Übel ist, dass m.E. unterbunden werden muß. Nicht weil hier der Wald abgeerntet wird und für mich weniger stehehbleibt -das Problem habe ich zum Glück bei mir nicht. Aber weil die kommerziellen Sammler oft ziemlich tücksuchtslos vorhgehen und noch den letzten Winzling von Pilz aus dem Boden reißen, was für das Myzel nicht besonders gut ist. Und weil der Druck auf die Population bei systematischem, flächendeckendem Sammeln eben doch größer ist als beim privaten Sammeln (wenn's so bleibt wie zur Zeit, und das Pilzesammeln nicht auf einmal Massensport wird).
Nach dem Buch Bon (oder war's doch Gerhardt)ist im Übrigen der Handel mit geschützten Arten in Deutschland verboten. Wenn ich mich recht erinnere waren hier auch Steinpilze und Pfifferlinge aufgeführt (kein Sammelverbot!). Wie sieht das eigentlich aus? Dürfen die eigentlich verkauft werden, auch Deutsche oder nur importierte - und wenn ja, ist die Schädigung durch kommerzielles Sammeln im Ausland geringer als bei uns?
Ich selbst kaufe jedenfalls keine Wildpilze mehr im Laden. Wenn ich keine finde (zur Zeit leider häufiger) - habe ich eben Pech gehabt.

Richtig.
Bruno

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Re: Gesetzesänderung - wie?//Lieber bestehendes Umsetzen

Boris, (vor 9880 Tagen) @ Holger

Ich muß dem Reanato zustimmen, daß die kommerzielle Sammlung ein Übel ist, dass m.E. unterbunden werden muß. Nicht weil hier der Wald abgeerntet wird und für mich weniger stehehbleibt -das Problem habe ich zum Glück bei mir nicht. Aber weil die kommerziellen Sammler oft ziemlich tücksuchtslos vorhgehen und noch den letzten Winzling von Pilz aus dem Boden reißen, was für das Myzel nicht besonders gut ist. Und weil der Druck auf die Population bei systematischem, flächendeckendem Sammeln eben doch größer ist als beim privaten Sammeln (wenn's so bleibt wie zur Zeit, und das Pilzesammeln nicht auf einmal Massensport wird).

Das Entfernen von Fruchtkörpern, auch kleiner, hat noch nie dem Myzel geschadet. Einzige Ausnahme scheint der Pfifferling zu sein. Harry´s alternative Erklärung zum Aussterben des Pfifferlings fand ich recht bemerkenswert.

Was den Druck auf die Populationen angeht, dem kann ich die geradezu astronomische Vermehrungsrate der Pilze entgegenhalten. Ein einziger übersehener Fruchtkoerper liefert hunderttausende von Sporen. Diese können natürlich gar nichts ausrichten, wenn keine Biotope mehr da sind, da kann man die Fruchtkörper stehenlassen so lange man will.

Preisfrage: Wenn mitten in der zubetonierten Stadt ein Apfelbaum steht, der seine Früchte übers Pflaster rollen läßt, wie schützt man den dann? Indem man nur ein paar Äpfel isst, den Rest verroten und von den Kehrmaschinen beseitigen läßt. Oder indem man an einigen Stellen das Pflaster aufreisst und ein paar neue Apfelbäumchen setzt? In jedem Fall kann und sollte man sich die Äpfel schmecken lassen und wenn einer davon Marmelade kocht und verkauft, ist dagegen auch nichts einzuwenden.

Nach dem Buch Bon (oder war's doch Gerhardt)ist im Übrigen der Handel mit geschützten Arten in Deutschland verboten. Wenn ich mich recht erinnere waren hier auch Steinpilze und Pfifferlinge aufgeführt (kein Sammelverbot!). Wie sieht das eigentlich aus? Dürfen die eigentlich verkauft werden, auch Deutsche oder nur importierte - und wenn ja, ist die Schädigung durch kommerzielles Sammeln im Ausland geringer als bei uns?

Eine der zahlreichen Widersinnigkeiten, siehe Leonies Posting zu aussterbenden Pfifferlingen. Man wird gezwungen, verstrahlte Ware aus dem Ausland zu kaufen, während bei uns alles verrotten gelassen wird. Die Gesetze dienen lediglich dafür die Leute aus dem Wald rauszuhalten und noch mehr von der Natur zu entfremden. Ein Mountainbiker dem ich mal im Wald begegnete dachte allen Ernstes ich wollte ihn mit Walderdbeeren vergiften. Wer heute noch Liebe zur Natur hat, versucht von ihren Früchten zu leben und sich für ihren Erhalt einzusätzen wird als Verbrecher verfolgt, gegen das Rumrasen mit teuren Sportgeräten hingegen ist nichts einzuwenden. Gewollte kollektive Naturentfremdung.

Oh, schöne neue Welt, die solche Bürger hält!

Ich selbst kaufe jedenfalls keine Wildpilze mehr im Laden. Wenn ich keine finde (zur Zeit leider häufiger) - habe ich eben Pech gehabt.

Schön für dich, aber kein Grund, anderen das Recht abzusprechen. Nicht jeder hat einen vollen Wald vor der Tür, und wer das Glück hat sollte lernen mit anderen zu teilen. Wird Zeit, dass mal die schweigende Mehrheit aufsteht und auf ein paar Zehen tritt!

Guten Appetit, Boris

http://www.grin.net/~cturley/Boris/Nature/natureD.html

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Re: Gesetzesänderung - wie?//Lieber bestehendes Umsetzen

Holger, (vor 9880 Tagen) @ Boris

Ich muß dem Reanato zustimmen, daß die kommerzielle Sammlung ein Übel ist, dass m.E. unterbunden werden muß. Nicht weil hier der Wald abgeerntet wird und für mich weniger stehehbleibt -das Problem habe ich zum Glück bei mir nicht. Aber weil die kommerziellen Sammler oft ziemlich tücksuchtslos vorhgehen und noch den letzten Winzling von Pilz aus dem Boden reißen, was für das Myzel nicht besonders gut ist. Und weil der Druck auf die Population bei systematischem, flächendeckendem Sammeln eben doch größer ist als beim privaten Sammeln (wenn's so bleibt wie zur Zeit, und das Pilzesammeln nicht auf einmal Massensport wird).

Das Entfernen von Fruchtkörpern, auch kleiner, hat noch nie dem Myzel geschadet. Einzige Ausnahme scheint der Pfifferling zu sein. Harry´s alternative Erklärung zum Aussterben des Pfifferlings fand ich recht bemerkenswert.
Was den Druck auf die Populationen angeht, dem kann ich die geradezu astronomische Vermehrungsrate der Pilze entgegenhalten. Ein einziger übersehener Fruchtkoerper liefert hunderttausende von Sporen. Diese können natürlich gar nichts ausrichten, wenn keine Biotope mehr da sind, da kann man die Fruchtkörper stehenlassen so lange man will.
Preisfrage: Wenn mitten in der zubetonierten Stadt ein Apfelbaum steht, der seine Früchte übers Pflaster rollen läßt, wie schützt man den dann? Indem man nur ein paar Äpfel isst, den Rest verroten und von den Kehrmaschinen beseitigen läßt. Oder indem man an einigen Stellen das Pflaster aufreisst und ein paar neue Apfelbäumchen setzt? In jedem Fall kann und sollte man sich die Äpfel schmecken lassen und wenn einer davon Marmelade kocht und verkauft, ist dagegen auch nichts einzuwenden.

Nach dem Buch Bon (oder war's doch Gerhardt)ist im Übrigen der Handel mit geschützten Arten in Deutschland verboten. Wenn ich mich recht erinnere waren hier auch Steinpilze und Pfifferlinge aufgeführt (kein Sammelverbot!). Wie sieht das eigentlich aus? Dürfen die eigentlich verkauft werden, auch Deutsche oder nur importierte - und wenn ja, ist die Schädigung durch kommerzielles Sammeln im Ausland geringer als bei uns?

Eine der zahlreichen Widersinnigkeiten, siehe Leonies Posting zu aussterbenden Pfifferlingen. Man wird gezwungen, verstrahlte Ware aus dem Ausland zu kaufen, während bei uns alles verrotten gelassen wird. Die Gesetze dienen lediglich dafür die Leute aus dem Wald rauszuhalten und noch mehr von der Natur zu entfremden. Ein Mountainbiker dem ich mal im Wald begegnete dachte allen Ernstes ich wollte ihn mit Walderdbeeren vergiften. Wer heute noch Liebe zur Natur hat, versucht von ihren Früchten zu leben und sich für ihren Erhalt einzusätzen wird als Verbrecher verfolgt, gegen das Rumrasen mit teuren Sportgeräten hingegen ist nichts einzuwenden. Gewollte kollektive Naturentfremdung.
Oh, schöne neue Welt, die solche Bürger hält!

Ich selbst kaufe jedenfalls keine Wildpilze mehr im Laden. Wenn ich keine finde (zur Zeit leider häufiger) - habe ich eben Pech gehabt.

Schön für dich, aber kein Grund, anderen das Recht abzusprechen. Nicht jeder hat einen vollen Wald vor der Tür, und wer das Glück hat sollte lernen mit anderen zu teilen. Wird Zeit, dass mal die schweigende Mehrheit aufsteht und auf ein paar Zehen tritt!
Guten Appetit, Boris
http://www.grin.net/~cturley/Boris/Nature/natureD.html

So Du lesen kannst, hast Du sicher bemerkt, dass ich ausschließlich von mir geschrieben habe, als ich anmerkte keine Wildpilze mehr zu kaufen.

Ich habe mich außerdem nirgends gegen das private Sammeln ausgesprochen. Das kommerzielle Sammeln bringt m.E. allerdings den Menschen so nahe an die Natur wie ein "Naturfilm" im Fernsehen. Selbermachen ist hier angesagt und nicht das Konsumieren. Uns so ist ein gekaufter Pilz - besonders für mich - ein mehr oder weniger billiger Ersatz.

Das die privaten Naturnutzer aus dieser hinausgeschützt werden sollen emfinde ich als eine ebenso durchsichtige wie dreiste Strategie der zuständigen Behörden. Das gilt allerdings nicht nur für Pilzsucher sondern für alle, die sich gerne draußen bewegen.

Mit was z.T. abwegigen Begründungen hier Wanderer, Bergsteiger, Kletterer, Kanuten, Taucher und was weiß ich noch für Leute hier am Naturgenuß gehindert werden, geht so langsam auf keine Kuhhaut mehr. Vielleicht könnte man ja alle Gruppen zu einer "Initiative für Natur" gewinnen, die dem Einzelnen ein Betretungsrecht erstreiten soll.

Wenn's so weitergeht, reduziert sich sonst der Zugang zur Natur auf die Multimediastation daheim!

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Ein konstruktiver(?) Vorschlag!

Boris, (vor 9880 Tagen) @ Holger

So Du lesen kannst, hast Du sicher bemerkt, dass ich ausschließlich von mir geschrieben habe, als ich anmerkte keine Wildpilze mehr zu kaufen.
Ich habe mich außerdem nirgends gegen das private Sammeln ausgesprochen. Das kommerzielle Sammeln bringt m.E. allerdings den Menschen so nahe an die Natur wie ein "Naturfilm" im Fernsehen. Selbermachen ist hier angesagt und nicht das Konsumieren. Uns so ist ein gekaufter Pilz - besonders für mich - ein mehr oder weniger billiger Ersatz.

Konstruktiver Vorschlag:
Bei den Schwemmen in denen manchmal Pilze und Waldfrüchte auftauchen, liegt es nahe auch Vorräte anzulegen und ggf. Überschüsse in kleinem Rahmen zu verkaufen. Wie wäre es mit folgendem Vorschlag:

Es wird ein zu versteuerndes Umsatzlimit gemäß dem Existenzminimum errechnet, oberhalb dieser Menge steigen die Steuersätze exponentiell. Dies erlaubt es mit der Natur durchaus eine Existenz zu fristen, aber eine so bescheidene daß die Leute die aufs grosse Geld aus sind keinen Fuß fassen können.

Letztlich sieht man ja das Prinzip, bzw. dessen Mißbrauch an den regionalen Wochenmärkten. Diese sollen kleinen und mittelständischen Betrieben die Chance geben, die Früchte ihrer Arbeit zu verkaufen. In der Praxis tauchen allerdings immer mehr großbäuerliche Betriebe mit zig polnischen billigen Hilfsarbeitern auf und versauen den kleinen Selbstversorgern den Umsatz mit Dumping-Preisen. Manche von denen sind sogar so dreist, nur zu den umsatzstarken Feiertagen aufzutauchen. Dem müsste ein Riegel vorgeschoben werden, nicht dem Verkauf an sich, denn das geht ja doch wieder nur auf die kleinen! Was haltet ihr davon?

Gruß, Boris

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Re: Ein konstruktiver(?) Vorschlag!

Bruno, (vor 9880 Tagen) @ Boris

Hallo Boris,
Einen Kleingewerbeschein gibts auf jedem Rathaus. Das Finanzamt meldet sich dann schon.
Zumindest in Baden-Württemberg sollte man sich, wenn man Wild-Pilze (also mindestens aus öffentlich zugänglichen Bereichen) verkaufen möchte, bei der zuständigen Behörde (Forstamt, Landkreis, RegPräs?) eine Erlaubnis holen.Hier wird dann allerdings bestimmt eine gewisse Sachkenntnis vorzuweisen sein.
-Wie es beim Verkauf von Nahrungsmitteln steht um die hygienischen Belange, weiss ich aber nicht. Bestimmt muss man sich aber gut die Hände gewaschen haben.

Beachte:
schon außerhalb von Naturschutzgebieten kann Dich das erwarten nach Bußgeldkatalog:
Beim Pilzesammeln auf der Pferdewiese habe ich wohl gestern mindestens "Mundraub" begangen, wenn mich der Eigentümer des Grundstücks hätte belangen wollen.
für das Rumkicken von Pilzen im Wald (" ohne vernünftigen Grund") DM 150 bis 10 000.
Für das Sammeln für Handel und Gewerbe genausoviel.

Und dies gilt schon für die "nicht besonders geschützten Arten".

Übrigens Boris, Mountainbike im Wald fahren ist erst ab einer Wegbreite von 2 m erlaubt. Darunter kanns bis zu 150 Emmchen kosten. Und quer durchs Natschutzgeb bis zu 500. Das gilt auch für meinen alten Drahtesel und ist keine Diskriminierung der MBer.
Wie gut das alles so ordentlich geregelt ist...
Bruno
PS Nur was ausdrücklich erlaubt ist, ist nicht verboten.

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Literaturhinweis...

Boris, (vor 9880 Tagen) @ Bruno

Wie gut das alles so ordentlich geregelt ist...

Literaturhinweis für alle Kontrollfreaks, Rechtsradikalen, Biertischjuristen und Möchtegerninquisitoren:

"Bürokrauts - Wir kommen!" 99 Tips zum Ärgern der deutschen Beamtenseele. Da lacht das Herz und der grosse Bruder wundert sich...

Verlag Leseladen, Frankfurt

Kauf ich mir dieser Tage unbedingt!

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Re: Ein konstruktiver(?) Vorschlag!

MUFTI, (vor 9880 Tagen) @ Bruno

-Wie es beim Verkauf von Nahrungsmitteln steht um die hygienischen Belange, weiss ich aber nicht. Bestimmt muss man sich aber gut die Hände gewaschen

haben.

Wie es beim Kleingewerbe ist, weiss ich nicht.
Ansonsten wuerde ich darauf tippen, dass man
nachweisen muss, dass man eine TB-Untersuchung
hinter sich hat...

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freies Betretungsrecht?

Birgit, (vor 9880 Tagen) @ Holger

Das die privaten Naturnutzer aus dieser hinausgeschützt werden sollen emfinde ich als eine ebenso durchsichtige wie dreiste Strategie der zuständigen Behörden. Das gilt allerdings nicht nur für Pilzsucher sondern für alle, die sich gerne draußen bewegen.
Mit was z.T. abwegigen Begründungen hier Wanderer, Bergsteiger, Kletterer, Kanuten, Taucher und was weiß ich noch für Leute hier am Naturgenuß gehindert werden, geht so langsam auf keine Kuhhaut mehr. Vielleicht könnte man ja alle Gruppen zu einer "Initiative für Natur" gewinnen, die dem Einzelnen ein Betretungsrecht erstreiten soll.
Wenn's so weitergeht, reduziert sich sonst der Zugang zur Natur auf die Multimediastation daheim!

Zugegebenermaßen sind die Kletterverbote z.B. im Altmühltal extrem. Bei den Kletterern scheint es aber auch eine Menge vernünftiger Leute zu geben, die ihre Umwelt nicht durch Vandalismus zerstören. Da halte ich eine Lockerung der Kletterverbote in diesem Bereich auch für begrüßenswert.

Aber solange noch

-jede Tropfsteinhöhle, die frei zugänglich ist (nicht die mit offiziellen Führungen) innerhalb kürzester Zeit ihre Tropfsteine verliert

-das Betreten der Tuffsteinmoose am Schleierfall in der Ammerschlucht trotz Hinweis zur Zerstörung derselben mit nachfolgender Sperrung geführt hat

....

halte ich Betretungsverbote für durchaus gerechtfertigt. Der Mensch neigt leider zum Vandalismus und ist noch weit von dem verantwortungsvollen Naturfreund entfernt.

Gruß

Birgit

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Re: freies Betretungsrecht?

Boris, (vor 9880 Tagen) @ Birgit

Aber solange noch
-jede Tropfsteinhöhle, die frei zugänglich ist (nicht die mit offiziellen Führungen) innerhalb kürzester Zeit ihre Tropfsteine verliert
-das Betreten der Tuffsteinmoose am Schleierfall in der Ammerschlucht trotz Hinweis zur Zerstörung derselben mit nachfolgender Sperrung geführt hat
halte ich Betretungsverbote für durchaus gerechtfertigt. Der Mensch neigt leider zum Vandalismus und ist noch weit von dem verantwortungsvollen Naturfreund entfernt.

Nun, wenn man "Wiedersehen mit der schönen neuen Welt" und die Analyse des Hitlerreichs darin, gelesen hat mag man durchaus glauben, dass der Mensch nicht so vernunftbegabt ist, wie manche glauben.

Aber: Der Mensch ist aber auch nicht so dumm und bösartig, wie manche Leute es nur zu gerne glauben würden, allen voran die Politiker die in ihrer Arroganz gar nicht erkennen, dass sie selbst Paradebeispiele für diese Gattung sind!

Ein Beispiel: Auf der Reissinsel Mannheim, einem Vogelschutzgebiet, ist einmal durch menschliche Einwirkung ein Trampelpfad entstanden. Es wurde ein Schild aufgestellt, das etwa so lautete "Lieber Naturfreund. Dieser Pfad ist durch menschliche Einwirkung unbeabsichtigt entstanden. Auf der Reissinsel leben einige sehr seltene, zum Teil sehr störungsempfindliche Arten. Wir bitten sie daher im Interesse des Naturschutzes auf den Wegen zu bleiben." So oder so ähnlich, der Originaltext steht im Buch von Oskar Sommer, "Wanderungen durch blühende Naturschutzgebiete".

Und das Wunder fand auch tatsächlich statt! Der künstlich angelegte Pfad wuchs zu. Die meisten Leute sind durchaus lernfähig. Ein Bekannter von mir betreibt Falkenwacht im Dahner Felsenland. Er hat auch schon genug Freikletterer und Wanderer über die Vögel informiert. 98% der Leute sind verständig und schonen die Vögel. Viele davon haben die Horste durchs Fernglas betrachtet und waren hell begeistert.

Ich leugne nicht dass es auch die anderen 2% (die "Vogonen") gibt, die unbelehrbar und egoistisch sind. Aber wenn man solche Leute auf frischer Tat beim Vernichten seltenster Pflanzen und Tiere ertappt, sollte man sich drauf beschränken diese zu belangen und nicht die "guten" 98% mitbestrafen. Wenn "Vogonen" in der Exekutiven Bestrafungsmassnahmen mit einem persönlichen Kreuzzug verwechseln, wenn Naturschutzgebiete wie die Sandhausener Düne eingezäunt und abgesperrt werden anstatt dass man Bohlenwege und Schilder aufstellt, kurzum wenn einige Leute im Naturschutz persönlichen Glaubenskrieg mit sachlicher Argumentation verwechseln, brauchen sie sich nicht zu wundern, wenn in Nacht-und-Nebel Aktionen gezielte Verwuestungsaktionen gestartet werden. Ich ermutige oder verdamme solche Aktionen nicht, da die Entscheidung darüber mir nicht zusteht. Nur soviel: Recht ist ein Schwert mit zwei Klingen!

Ich werde niemals meine Entzückung vergessen, als ich im Raum KL meinen ersten Sonnentau auf einem 5x5 m grossen Stück Schwingrasen fotografiert hatte. Wie behutsam bin ich aufgetreten, um das kleinräumige Biotop nicht zu beschädigen. Am Eingang stand ein unauffälliges Schild, "Wir bitten im Interesse des Artenschutzes die Verlandungszone nicht zu betreten.". Nun, nachdem ich eine in der Pfalz fast erloschene Pflanze gesehen und liebevoll ihre Schönheit bewundert habe, werde ich dies wohl auch nicht mehr tun - freiwillig!

cu, Boris

"Wir sind zwei nette intelligente Jungs, die ihr mögen würdet, wenn ihr uns privat kennenlernen würdet!"
Douglas Adams, "Anhalter", Buch I

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Re: freies Betretungsrecht?

Birgit, (vor 9880 Tagen) @ Boris

Aber: Der Mensch ist aber auch nicht so dumm und bösartig, wie manche Leute es nur zu gerne glauben würden, allen voran die Politiker die in ihrer Arroganz gar nicht erkennen, dass sie selbst Paradebeispiele für diese Gattung sind!

Das mag schon sein, vielleicht haben wir in Bayern ja auch weniger Betretungsverbote. Nur für manche sehr sensiblen Naturschutzgebiete ist es dann schnell zu spät.

Deine Einschätzung von 2% Vogonen kann ich leider nicht teilen (und außer dem ich denke, du bist hier der Pessimist? ;-)) ). Ich sehe hier in meinem privaten Umfeld:

-einen Bürgermeister, der sich rühmt eine Straßenunterführung in einem Landschaftsschutzgebiet ohne Genehmigung gebaut zu haben.

-Bauern, die im Landschaftsschutzgebiet Löcher in den Wegen mit Bauschutt auffüllen

-die untere Naturschutzbehörde im Landratsamt Landsberg, die ein Gebiet mit geschützten Pflanzen zur Aufforstung freigibt, ohne eine Karte des Gebiets zu besitzen, geschweige denn es jemals angeschaut zu haben

-Erdarbeiten in einer Orchideenwiese. Der einzige positive Aspekt ist hier, daß dort auch offensichtlich die Besucher auf den Wegen bleiben. Vermutlich auch deswegen, weil der Standort nicht sehr bekannt ist. Ich treff da meistens nie jemanden.

-wilde Müllkippen im Wald noch und noch.

-jedes Jahr mehrere Müllsäcke voll mit Abfall auf unserem Grundstück, den die Leute auf der nahegelegnen Bundesstraße aus den Auotfenstern schmeißen

Kurz und gut, man hat den EIndruck, daß zumindestens hier in Bayern der Naturschutzgedanke noch nicht sehr ausgeprägt ist. Betretungsverbote kann ich da nicht als das Hauptproblem sehen.

Ein Bekannter von mir betreibt Falkenwacht im Dahner Felsenland. Er hat auch schon genug Freikletterer und Wanderer über die Vögel informiert. 98% der Leute sind verständig und schonen die Vögel. Viele davon haben die Horste durchs Fernglas betrachtet und waren hell begeistert.

Die Kletterer hatte ich oben auch schon ausgenommen. Nur, umsonst steht dein Bekannter schließlich auch nicht da, er wird wohl die Wanderer auch davon abhalten das nähere Gebiet um den Horst zu betreten. Und hier kommen wir doch zum Hauptproblem, wenn einmal am Tag ein Wanderer dort vorbeigeht, wird das die Vögel nicht sehr stören. Wenn in umittelbarer Nähe wahre Menschenmassen durchziehen, die sich noch so rücksichtsvoll verhalten können, bedeutet dies trotzdem eine erhebliche Störung.

Nicht umsonst entwickeln sich in menschenleeren Gebieten besonders seltene Tier- und Pflanzenarten, ich denke da an die ehemaligen Zonenrandgebiet oder lustigerweise an den Freiburger Flughafen, an dessen Landebahnkopf eine extrem seltene Heuschreckenart überlebt hat, wohl weil dort nie ein Mensch den Fuß hingesetzt hat.

Ich leugne nicht dass es auch die anderen 2% (die "Vogonen") gibt, die unbelehrbar und egoistisch sind. Aber wenn man solche Leute auf frischer Tat beim Vernichten seltenster Pflanzen und Tiere ertappt, sollte man sich drauf beschränken diese zu belangen und nicht die "guten" 98% mitbestrafen.

Wenn man sie denn erwischt, was ja wohl wirklich selten vorkomt...und eine Art Naturschutzstreife mit "Polizeifunktion" voraussetzt.

..., brauchen sie sich nicht zu wundern, wenn in Nacht-und-Nebel Aktionen gezielte Verwuestungsaktionen gestartet werden.
Was ich nicht anschauen kann, mach ich kaputt?

Gruß

Birgit

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Wir toeten was wir lieben???

Boris, (vor 9880 Tagen) @ Birgit

Was ich nicht anschauen kann, mach ich kaputt?

Noch eine wahre Geschichte von mir:
Als ich vor einigen Jahren mit einer Gruppe Ornithologen eine Exkursion unternahm und wir alle abmarschbereit mit Feldkleidung und Fernglas am Strassenrand standen, hielt unvermittelt ein Auto neben uns an. Der Fahrer kurbelte das Fenster herunter, steckte den Kopf heraus und schrie "SEID IHR AM SCHAUEN WAS IHR ALS NAECHSTES SPERREN KOENNT???", kurbelte die Scheibe wieder hoch und fuhr weiter.

Freunde, mir ist es an diesem Tag eiskalt den Ruecken heruntergelaufen...

Eiskalt, denn an diesem Tag habe ich gesehen, dass der momentane Naturschutz den Menschen ausschliesst anstatt ihm die Moeglichkeit zu geben wieder Teil der Natur zu werden. Und Leute wie meine spezielle Freundin Dr. S. aus KA die unter Naturschutz Umzauenen mit Stacheldraht verstehen, loyale Gaertner in die Illegalitaet treiben und sogar Arten bewusst sterben lassen wuerden fuer irgendwelche obskuren Prinzipien vervielfachen diesen Trend noch. Aber Naturschutz ohne Mithilfe und Integration des Volkes ist NICHT moeglich! Bevor ich den Preis fuer diese kollektive Naturendfremdung akzeptiere, akzeptiere ich lieber das Erloeschen einzelner besonders empfindlicher Arten, die in zoologischen und botanischen Gaerten weitergepflegt werden koennen, bis der Mensch selbst die innere Ruhe und Reife hat mit diesen Geschoepfen zusammenzuleben. Denn OHNE Mithilfe des Menschen ist jeder Naturschutzversuch zum Scheitern verurteilt.

Diesmal ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge, Euer Boris

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Re: Wir toeten was wir lieben???

Birgit, (vor 9880 Tagen) @ Boris

"SEID IHR AM SCHAUEN WAS IHR ALS NAECHSTES SPERREN KOENNT???", kurbelte die Scheibe wieder hoch und fuhr weiter.

Freunde, mir ist es an diesem Tag eiskalt den Ruecken heruntergelaufen...
Eiskalt, denn an diesem Tag habe ich gesehen, dass der momentane Naturschutz den Menschen ausschliesst anstatt ihm die Moeglichkeit zu geben wieder Teil der Natur zu werden.

Warum, verdammt nochmal, kann der Mensch nicht akzeptieren, daß es bestimmte Bereiche gibt, in denen er zu bestimmten Zeiten nichts zu suchen hat, es sind doch sowieso nur noch so wenige? Die Sucht, alles zu wissen, alles zu verstehen, alles zu sehen, muß doch auch mal ein Ende haben. Für mich ist das noch immer ein bißchen der Wahn, daß der Mensch die Krone der Schöpfung ist und sich die Erde untertan macht.

Und Leute wie meine spezielle Freundin Dr. S. aus KA die unter Naturschutz Umzauenen mit Stacheldraht verstehen, loyale Gaertner in die Illegalitaet treiben und sogar Arten bewusst sterben lassen wuerden fuer irgendwelche obskuren Prinzipien vervielfachen diesen Trend noch.

Du weißt, daß ich das genauso beschissen finde wie du. Wenn ich mir sicher wäre, daß der Standort und alle sonstigen Umstände stimmen und ich mich auf meine Sachkenntnis verlassen könnte, wüßte ich schon, was ich täte... Pfeif doch auf die Anerkennung und Unterstützung, was wirklich zählt, ist doch das Resultat.

Aber Naturschutz ohne Mithilfe und Integration des Volkes ist NICHT moeglich! Bevor ich den Preis fuer diese kollektive Naturendfremdung akzeptiere,

Von Naturentfremdung kann doch keine Rede sein. Es geht doch häufig um Superlative, das seltenste, außergewöhnlichste, einzigartigste zu sehen. Wer mit offenen Augen durch die Gegend läuft, findet auch abseits der Massentrampelpfade kostbare DInge. Aber das ist ja beschwerlich und oft unbequem, da die Dinge nicht auf dem Präsentierteller serviert werden. Ich kann hier am Lech stundenlang durch den Urwald auf schmalen Pfaden laufen, ohne jemandem zu begegnen, während die Leute vor dem Haus auf dem asphaltierten Radweg Massenvölkerwanderungen veranstalten.

akzeptiere ich lieber das Erloeschen einzelner besonders empfindlicher Arten, die in zoologischen und botanischen Gaerten weitergepflegt werden koennen, bis der Mensch selbst die innere Ruhe und Reife hat mit diesen Geschoepfen zusammenzuleben. Denn OHNE Mithilfe des Menschen ist jeder Naturschutzversuch zum Scheitern verurteilt.

S.oben: Es ist wirklich mal an der Zeit, daß der Mensch lernt seine Bedürfnisse etwas zurückzuschrauben.

Wir haben wohl die schizophrene Situation, daß einerseits die Bürokratie die anerkannten Naturschutzgebiete rigoros schützt, während wie Markus und ich ja schon bemerkt haben, unbekannte Standorte ebenso rigoros plattgemacht werden.

Gruß

Birgit

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Re: Wir toeten was wir lieben???

Boris, (vor 9879 Tagen) @ Birgit

Warum, verdammt nochmal, kann der Mensch nicht akzeptieren, daß es bestimmte Bereiche gibt, in denen er zu bestimmten Zeiten nichts zu suchen hat, es sind doch sowieso nur noch so wenige? Die Sucht, alles zu wissen, alles zu verstehen, alles zu sehen, muß doch auch mal ein Ende haben. Für mich ist das noch immer ein bißchen der Wahn, daß der Mensch die Krone der Schöpfung ist und sich die Erde untertan macht.

Wer hat das zu entscheiden? Der Wahn sich die Erde untertan zu machen äußert sich MEINER Meinung ganz anders als im Aufsuchen seltener Arten um ihre Schönheit zu bewundern. Es ist durchaus möglich, den Mensch in die Natur zu integrieren, Indianer z.B. haben die Fähigkeit sich so lautlos im Gelände zu bewegen daß sogar Tiere ihre Anwesenheit nicht bemerken. Ich weiß, daß der typische bierbäuchige Deutsche von diesem Idealbild noch weit entfernt ist, aber man sollte den Wunsch dazu nicht abwerten.

Mein Freund aus der Falkenwacht hat mir an einem Tag erzählt, dass sein Vater ihm wo er klein war dazu angehalten hat im Wald nicht zu reden. Als Junge hat er das nicht verstanden. Als Erwachsener der einige der seltensten und scheuesten Vogelarten gesehen hat, versteht er es plötzlich. Die Unart lautstark lärmend in großen Gruppen durch den Wald zu ziehen, hat in den letzten Jahren zugenommen, hier ist Erziehung nötig aber nicht durch Zwang sondern durch Liebe.

Und Leute wie meine spezielle Freundin Dr. S. aus KA die unter Naturschutz Umzauenen mit Stacheldraht verstehen, loyale Gaertner in die Illegalitaet treiben und sogar Arten bewusst sterben lassen wuerden fuer irgendwelche obskuren Prinzipien vervielfachen diesen Trend noch.

Du weißt, daß ich das genauso beschissen finde wie du. Wenn ich mir sicher wäre, daß der Standort und alle sonstigen Umstände stimmen und ich mich auf meine Sachkenntnis verlassen könnte, wüßte ich schon, was ich täte... Pfeif doch auf die Anerkennung und Unterstützung, was wirklich zählt, ist doch das Resultat.

Ich werde mich weiter für vernünftige Auslegung der Gesetze und den gesunden Menschenverstand einsetzen. Sobald es wieder legal ist Gutes zu tun, werde ich das tun. Solange es aber nur legal ist Böses zu tun, und die Rechtsverdreherei als Pseudowissenschaft perfektioniert wird, werde ich das auch weiterhin tun und alle Leute darauf aufmerksam machen. Nennt mich verrückt, aber es gibt Dinge die einfach mit meinem Moralempfinden nicht in Einklang zu bringen sind.

(Meine Mutter wollte mal daß ich Jura studiere, jetzt ist sie froh das ichs NICHT getan habe)

Von Naturentfremdung kann doch keine Rede sein. Es geht doch häufig um Superlative, das seltenste, außergewöhnlichste, einzigartigste zu sehen. Wer mit offenen Augen durch die Gegend läuft, findet auch abseits der Massentrampelpfade kostbare DInge. Aber das ist ja beschwerlich und oft unbequem, da die Dinge nicht auf dem Präsentierteller serviert werden. Ich kann hier am Lech stundenlang durch den Urwald auf schmalen Pfaden laufen, ohne jemandem zu begegnen, während die Leute vor dem Haus auf dem asphaltierten Radweg Massenvölkerwanderungen veranstalten.

Es gibt Naturschutzgebiete die alles absperren und Leute wenn überhaupt nur noch mit Führer reinläßt. Und es gibt Gebiete die sich öffnen, Orchideenlehrpfade anlegen und versuchen die Mengen in geregelte Bahnen zu lenken. In welchen Gebieten würde man nun eher die Orchideen zu Salat verarbeiten??? :-)

Ich werde nie die freudige Erregung vergessen als ich mein erstes Knabenkraut fand? Der Wunsch diese Arten zu hegen, zu vermehren und zu schützen entstand als unmittelbare Konsequenz daraus.

S.oben: Es ist wirklich mal an der Zeit, daß der Mensch lernt seine Bedürfnisse etwas zurückzuschrauben.
Wir haben wohl die schizophrene Situation, daß einerseits die Bürokratie die anerkannten Naturschutzgebiete rigoros schützt, während wie Markus und ich ja schon bemerkt haben, unbekannte Standorte ebenso rigoros plattgemacht werden.

Hier sollte man als erstes lernen, seine Bedürfnisse zurückzuschrauben. Um zu meinem Apfelbaumbeispiel zurückzukommen, wer hat von drei Personen die unmäßigsten Bedürfnisse. Person 1 die die Äpfel einsammelt und zu Marmelade verarbeitet, Person 2 die auf den Baum klettert und ein paar Blütenzweige für die Vase mitnimmt oder Person 3 der den Baum fällt und zu billigen Wegwerf-Zahnstochern verarbeitet?

Das entsprechende Rechtssystem sieht so aus:

Person 1 hat in einem geschützten Gebiet Früchte entnommen und Waren ohne amtliche Genehmigung verkauft. So jemand muß bestraft werden.

Person 2 hat Pflanzenteile abgebrochen und den Baum schwer geschädigt. Härteste Strafen sind hier angebracht.

Person 3 legt ein amtliches Gutachten vor dass der Baum an dieser Stelle a) krank war b) den Verkehr behindert c) nicht zum einheimischen Florenelement gehört. So jemand tut der Menschheit einen großen Dienst und verdient eigentlich sogar Subventionen aus Steuergeldern. Solche Leute braucht das Land!

"Wer die Natur nicht durch die Liebe kennenlernt, der wird sie nie kennenlernen."
Friedrich Schlegel

Siehe auch Terry Pratchett, "MacBest" zur Macht der Wörter...

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Re: Wir toeten was wir lieben???

Birgit, (vor 9879 Tagen) @ Boris

Wer hat das zu entscheiden? Der Wahn sich die Erde untertan zu machen äußert sich MEINER Meinung ganz anders als im Aufsuchen seltener Arten um ihre Schönheit zu bewundern.

Natürlich äußert sich dieser Wahn auch und hauptsächlich in anderen Dingen.

Es ist durchaus möglich, den Mensch in die Natur zu integrieren, Indianer z.B. haben die Fähigkeit sich so lautlos im Gelände zu bewegen, daß sogar Tiere ihre Anwesenheit nicht bemerken.

Ja, nur hatten die nie eine so hohe Bevölkerungsdichte wie wir.

:Die Unart lautstark lärmend in großen Gruppen durch den Wald zu ziehen, hat in den letzten Jahren zugenommen, hier ist Erziehung nötig aber nicht durch Zwang sondern durch Liebe.
Richtig.

Es gibt Naturschutzgebiete die alles absperren und Leute wenn überhaupt nur noch mit Führer reinläßt. Und es gibt Gebiete die sich öffnen, Orchideenlehrpfade anlegen und versuchen die Mengen in geregelte Bahnen zu lenken. In welchen Gebieten würde man nun eher die Orchideen zu Salat verarbeiten??? :-)
Ich werde nie die freudige Erregung vergessen als ich mein erstes Knabenkraut fand? Der Wunsch diese Arten zu hegen, zu vermehren und zu schützen entstand als unmittelbare Konsequenz daraus.

Also langsam glaube ich, du lebst in einem anderen Land. Selbst ich, die keinen großen Überblick hat, kann dir auf Anhieb 3 Stellen in meiner Nähe nennen, wo man eine Orchideenwiese vollkomen ohne Einschränkungen und Betretungsverbote beobachten darf. (Mit Hinweisschildern natürlich) Bei vielen Naturschutzgebieten ist das ebenso. Und das ist auch gut so und soll auch unbedingt weiter so beibehalten werden. Ich will beileibe nicht jedes geschützte Pflänzchen einzäunen. Belehr mich eines besseren, ich kenne in Bayern nur wenige Gebiete, die dem Zugang vollständig entzogen sind. Das meinte ich damit, daß man doch nur die Augen offen halten muß. Wir haben hier viele Naturschutzgebiete, die nicht so bekannt ist und bei denen der Zugang nicht reglementiert ist und auch hoffentlich nie reglementiert werden wird.

Betretungsverbote sind nur da unbedingt nötig und dann, glaube ich auch von den Leuten nachvollziehbar, wenn es nicht anders geht. Ich hatte ja schon von den Höhlen gesprochen, deren Schönheit nach Abbrechen der Tropfsteine leider unwiderruflich dahin ist. Trotzdem gibt es auch für den Allgemeinnutzer meist die Möglichkeit sich den Schlüssel vor Ort bei jemandem abzuholen, womit wenigstens eine geringe Kontrolle gewährleistet ist.
Anderes Beispiel: In einer Höhle überwintern Fledermäuse. Da habe ich als Mensch in dieser Zeit einfach nix zu suchen. Wer nicht akzeptieren kann, daß in dieser Zeit die Höhle abgesperrt und für niemanden zugänglich ist, dem kann man nicht mehr helfen.

Das entsprechende Rechtssystem sieht so aus:
Person 1 hat in einem geschützten Gebiet Früchte entnommen und Waren ohne amtliche Genehmigung verkauft. So jemand muß bestraft werden.
Person 2 hat Pflanzenteile abgebrochen und den Baum schwer geschädigt. Härteste Strafen sind hier angebracht.
Person 3 legt ein amtliches Gutachten vor dass der Baum an dieser Stelle a) krank war b) den Verkehr behindert c) nicht zum einheimischen Florenelement gehört. So jemand tut der Menschheit einen großen Dienst und verdient eigentlich sogar Subventionen aus Steuergeldern. Solche Leute braucht das Land!

Ja, ist doch nicht die Frage, ich stime dir da doch vollkommen zu. Ich bin doch auch dafür gegen sinnlose Betretungsverbote und Naturzerstörungen vorzugehen. Ich habe nur ganz entschieden etwas dgegen alles über einen Kamm zu scheren.

Gruß

Birgit

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Re: Wir toeten was wir lieben???

Holger, (vor 9879 Tagen) @ Birgit

Tja,

die Güterabwegung scheint hier mal wieder das Problem zu sein. Einerseits Schutz der Natur als natürlicher Grundlage, andererseits das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit. Und so, wie unser Staat funktioniert (wenn er mal funktioniert) wägen eben Politiker und Richter ab.

Da braucht jede Interessengruppe ihre Lobby. Und die Natürschüzter sind da zur Zeit eben besser organisiert als die Naturnutzer(am besten organisiert sind natürlich die Zerstörer). Deswegen wäre eben eine gemeinsame Inititiative von Nutzern die das Recht auf Betretung der Natur vertreten wichtig. Nur so können Ihre oft guten Argumente über deren eigene Stammtische und Vereinszeitschriften hinaus wirken!

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Re: Zäune und anderes Ungemach

Bruno, (vor 9879 Tagen) @ Birgit

....Indianer z.B. haben die Fähigkeit sich so lautlos im Gelände zu bewegen, daß sogar Tiere ihre Anwesenheit nicht bemerken.

Davon habe ich bei Karl May auch schon gelesen. Und wenn die Geld hätten für "Feuerwaffen", müßten sie nicht so schleichen zwecks Jagd etcpp.

Die Unart lautstark lärmend in großen Gruppen durch den Wald zu ziehen, hat in den letzten Jahren zugenommen, hier ist Erziehung nötig aber nicht durch Zwang sondern durch Liebe.
"Den Wald": das sind boch meist die Bretterhaine, über die Ihr Euch grad kürzlich so aufgeregt habt. Mir ist eine Horde Väter mit Bollerwagen auf einem Waldweg am Vatertag immer noch lieber als ähnliche Gestalten an der Trinkhalle jeden Morgen!
(dies sollte ein sehr überspitzes Beispiel sein)

Es gibt Naturschutzgebiete die alles absperren und Leute wenn überhaupt nur noch mit Führer reinläßt. Und es gibt Gebiete die sich öffnen, Orchideenlehrpfade anlegen und versuchen die Mengen in geregelte Bahnen zu lenken. In welchen Gebieten würde man nun eher die Orchideen zu Salat verarbeiten

Und beide sind nötig und berechtigt. HOFFENTLICH bleibt die SANDHÄUSER DÜNE auch weiterhin gesperrt. Das ist in diesem Ballungsraum Rhein-Neckar nun mal unbedingt erforderlich!

Ich werde nie die freudige Erregung vergessen als ich mein erstes Knabenkraut fand? Der Wunsch diese Arten zu hegen, zu vermehren und zu schützen entstand als unmittelbare Konsequenz daraus.

Fahr mal auf den Michaelsberg. Da hast Du ungestört von Zäunen Dein erotisches Erlebnis. Leider wird da immer mehr zertrampelt. Ein Zaun wär nicht schlecht.

Also langsam glaube ich, du lebst in einem anderen Land. Selbst ich, die keinen großen Überblick hat, kann dir auf Anhieb 3 Stellen in meiner Nähe nennen, wo man eine Orchideenwiese vollkomen ohne Einschränkungen und Betretungsverbote beobachten darf.

Hier in der Nähe ist eines mit Laubfröschen, die ich mindestens so interessant finde wie so einen Orchideenstengel. Allgemein zugänglich. Es funktioniert. Aber auch nur, weil außenrum Betreten erlaubt ist, auch für johlende Horden und die garnicht zum Tümpel durchs Unterholz schlüpfen wollen/müssen, denn sie haben genug Raum zum Austoben.

(Mit Hinweisschildern natürlich) Bei vielen Naturschutzgebieten ist das ebenso. Und das ist auch gut so und soll auch unbedingt weiter so beibehalten werden. Ich will beileibe nicht jedes geschützte Pflänzchen einzäunen. Belehr mich eines besseren, ich kenne in Bayern nur wenige Gebiete, die dem Zugang vollständig entzogen sind. Das meinte ich damit, daß man doch nur die Augen offen halten muß. Wir haben hier viele Naturschutzgebiete, die nicht so bekannt ist und bei denen der Zugang nicht reglementiert ist und auch hoffentlich nie reglementiert werden wird.

Summa : Zustimmung!

Betretungsverbote sind nur da unbedingt nötig und dann, glaube ich auch von den Leuten nachvollziehbar, wenn es nicht anders geht. Ich hatte ja schon von den Höhlen gesprochen, deren Schönheit nach Abbrechen der Tropfsteine leider unwiderruflich dahin ist. Trotzdem gibt es auch für den Allgemeinnutzer meist die Möglichkeit sich den Schlüssel vor Ort bei jemandem abzuholen, womit wenigstens eine geringe Kontrolle gewährleistet ist.

Ach ja. Die paar Stalagmiten und -titen die da geklaut werden können, was Boris? Muschelkalkgestein gibts doch wirklich genug im Süden wie im Norden und die dazugehörigen Höhlensysteme sind halt nur noch nicht erschlossen. Da wirken doch so ein paar abgebrochene Stein in deinen Augen wie die Fruchtkörper. Was hat das mit Bedrohung zu tun, hm? Ich bleib auch hier dabei : das phänomenologische ist da stark bedroht.
Nicht umsonst gibt es jetzt schon Geotope. Der Messeler Steinbruch , entstanden durch Abbau von Schiefer, berühmt wegen des Urpferdchens, so groß wie 5 Fußballplätze: wenn Du den nicht absperrst, siehts da aus wie an so manchem anderen Fundplatz für Fossilien oder Mineralien: kaputt und ausgebeutet.

Anderes Beispiel: In einer Höhle überwintern Fledermäuse. Da habe ich als Mensch in dieser Zeit einfach nix zu suchen. Wer nicht akzeptieren kann, daß in dieser Zeit die Höhle abgesperrt und für niemanden zugänglich ist, dem kann man nicht mehr helfen.

Genau.

Person 3:So jemand tut der Menschheit einen großen Dienst und verdient eigentlich sogar Subventionen aus Steuergeldern. Solche Leute braucht das Land!

Der hat sich aber wenigstens an die zumindest allgemein akzeptierten Grundregeln menschlichen Verhaltens und nun einmal bei 6 Millarden bzw 80 Millionen unerläßlich notwendiger gewisser sozialer Normen und gesellschaftlicher Regeln gehalten.

Ja, ist doch nicht die Frage, ich stime dir da doch vollkommen zu. Ich bin doch auch dafür gegen sinnlose Betretungsverbote und Naturzerstörungen vorzugehen. Ich habe nur ganz entschieden etwas dgegen alles über einen Kamm zu scheren.

Und vor allem gibts für nichts ein Patentrezept. Dazu wissen wir zu wenig. Aber wir können versuchen, das Beste daraus zu machen, mit den Mitteln die uns zur Verfügung stehen.

Bruno

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Re: Zäune und anderes Ungemach

Boris, (vor 9879 Tagen) @ Bruno

....Indianer z.B. haben die Fähigkeit sich so lautlos im Gelände zu bewegen, daß sogar Tiere ihre Anwesenheit nicht bemerken.

Davon habe ich bei Karl May auch schon gelesen. Und wenn die Geld hätten für "Feuerwaffen", müßten sie nicht so schleichen zwecks Jagd etcpp.

Ich habe sie nicht nur in Karl May (der seine Bücher aus der Wohnung geschrieben hat) gelesen, sondern auch gesehen. Und auch wenn die rote Rasse durch den aufgezwungenen Lebensstil auch zu verweichlichen droht (zur Zeit ist ihr bevorzugtes Jagdwild Touristen und LKW-Fahrer, die sie in ihren Casinos um ihre Dollars erleichtern), so gibt es dennoch noch genug andere mit einem Wissen das der weiße Mann schon längst verloren hat.

Und beide sind nötig und berechtigt. HOFFENTLICH bleibt die SANDHÄUSER DÜNE auch weiterhin gesperrt. Das ist in diesem Ballungsraum Rhein-Neckar nun mal unbedingt erforderlich!

Unsachlich und unbegründet. Die Viernheimer Düne liegt im gleichen Ballungsgebiet, ist völlig offen und obgleich kleiner, auch in keinem schlechteren Zustand. Zumindest fährt hier niemand Motocross-Rennen wie in einigen anderen Naturschutzgebieten!

Ich werde nie die freudige Erregung vergessen als ich mein erstes Knabenkraut fand? Der Wunsch diese Arten zu hegen, zu vermehren und zu schützen entstand als unmittelbare Konsequenz daraus.

Fahr mal auf den Michaelsberg. Da hast Du ungestört von Zäunen Dein erotisches Erlebnis. Leider wird da immer mehr zertrampelt. Ein Zaun wär nicht schlecht.

Komisch, ich habe ein Gebiet mit 8 seltenen Orchideenarten nahe Bad Dürkheim das ich regelmäßig zum Fotografieren aufsuche, und ich sehe keine Pflanzen zertrampelt. Es bilden sich Trampelpfade aus, an denen sich die Leute dann halten, das wars aber dann auch. Vielleicht sind ja am Michaelsberg mehr LKW-Fahrer unterwegs die mehr Platz brauchen als normale Leute, auch auf den Wegen?

Ach ja. Die paar Stalagmiten und -titen die da geklaut werden können, was Boris? Muschelkalkgestein gibts doch wirklich genug im Süden wie im Norden und die dazugehörigen Höhlensysteme sind halt nur noch nicht erschlossen. Da wirken doch so ein paar abgebrochene Stein in deinen Augen wie die Fruchtkörper. Was hat das mit Bedrohung zu tun, hm? Ich bleib auch hier dabei : das phänomenologische ist da stark bedroht.

Damals auf meinem Urlaub im Höhlenland Jugoslavien erklärte unser Führer uns recht gut, dass hinter jedem Zentimeter Stalaktit zwanzig Jahre Arbeit stehen und ich denke die Leute haben das verstanden. Es mag sein, daß in diesem Fall Absperrungen berechtigt sind, aber ich denke auch hier daß 98% der Leute verständig sind.

Was die Absperrungen betrifft: Es gibt noch wesentlich schönere Möglichkeiten als Zäune und Schlösser. In den Touristenhöhlen hatte man ja auch keine Skrupel Treppen einzubetonieren und Wege anzulegen, warum trennt man nicht die wertvollen Bereiche durch Gräben ab, die einem eher einen gebrochenen Hals als ein Urlaubssouvenir einbringen? Klappt auch wunderbar in Naturschutzgebieten! Man glaubt gar nicht wie Schlehenhecken, wassergefüllte Gräben, Brennesseldickichte, Sümpfe, Brombeerenhecken etc. die Motivation fast aller Naturfreunde senken, ein gewisses Gebiet unbedingt betreten zu wollen. Ich glaube ich hätte eine goldene Zukunft als sadistischer Landschaftsplaner... ;-)

Nicht umsonst gibt es jetzt schon Geotope. Der Messeler Steinbruch , entstanden durch Abbau von Schiefer, berühmt wegen des Urpferdchens, so groß wie 5 Fußballplätze: wenn Du den nicht absperrst, siehts da aus wie an so manchem anderen Fundplatz für Fossilien oder Mineralien: kaputt und ausgebeutet.

Ich kenne die Situation in Messel gut genug. Literaturhinweis: "Das Ölschieferskelett" von meinem Lieblingsautor Bernard Kegel. Was machbar ist wird auch gemacht. Das es auch anders geht, beweist die Grube Idar-Oberstein in der Privatleute noch heute Halbedelsteine abbauen dürfen.

Anderes Beispiel: In einer Höhle überwintern Fledermäuse. Da habe ich als Mensch in dieser Zeit einfach nix zu suchen. Wer nicht akzeptieren kann, daß in dieser Zeit die Höhle abgesperrt und für niemanden zugänglich ist, dem kann man nicht mehr helfen.

Genau.

Akzeptiert. Sollte dann aber auch die Forscher einschließen, ohne Ausnahmegenehmigungen, ohne Wenn und Aber.

Person 3:So jemand tut der Menschheit einen großen Dienst und verdient eigentlich sogar Subventionen aus Steuergeldern. Solche Leute braucht das Land!
Der hat sich aber wenigstens an die zumindest allgemein akzeptierten Grundregeln menschlichen Verhaltens und nun einmal bei 6 Millarden bzw 80 Millionen unerläßlich notwendiger gewisser sozialer Normen und gesellschaftlicher Regeln gehalten.

Klasse! Der gesunde Menschenverstand bleibt auf der Strecke, aber der blieb ja immer schon zu kurz...

Was hältst du eigentlich von der spanischen Inquisition, Bruno? Da haben sich die Leute ja auch nur an die "Regeln menschlichen Verhaltens" gehalten? Am tollsten fand ich dass die Familie noch die Rechnung dafür bezahlen musste ("Meinen Sie, wir foltern Sie hier zum Spaß, oder wie???)

Und vor allem gibts für nichts ein Patentrezept. Dazu wissen wir zu wenig. Aber wir können versuchen, das Beste daraus zu machen, mit den Mitteln die uns zur Verfügung stehen.

Oder bei Bedarf die Mittel ändern. Überorganisation und organisierte Rechtsverdrehung sind genauso schädlich wie völlige Ungeregeltheit. Wenn ein System zu lange gärt, kippt es manchmal in Form einer Revolution oder eines Bürgerkriegs um, danach steigt schon wieder neue Scheisse nach oben...

ALSO KRÄFTIG RÜHREN, LEUTE!!!

Gruß, Boris

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Re: Zäune und anderes Ungemach

Bruno, (vor 9879 Tagen) @ Boris

Ich habe sie nicht nur in Karl May (der seine Bücher aus der Wohnung geschrieben hat) gelesen, sondern auch gesehen. Und auch wenn die rote Rasse durch den aufgezwungenen Lebensstil auch zu verweichlichen droht (zur Zeit ist ihr bevorzugtes Jagdwild Touristen und LKW-Fahrer, die sie in ihren Casinos um ihre Dollars erleichtern), so gibt es dennoch noch genug andere mit einem Wissen das der weiße Mann schon längst verloren hat.

Das ist doch keine Verweichlichung. Sie haben gelernt, wie sie die Okkupanten ausnehmen können. Moktezumas Reaktion!

Und beide sind nötig und berechtigt. HOFFENTLICH bleibt die SANDHÄUSER DÜNE auch weiterhin gesperrt. Das ist in diesem Ballungsraum Rhein-Neckar nun mal unbedingt erforderlich!

Unsachlich und unbegründet. Die Viernheimer Düne liegt im gleichen Ballungsgebiet, ist völlig offen und obgleich kleiner, auch in keinem schlechteren Zustand. Zumindest fährt hier niemand Motocross-Rennen wie in einigen anderen Naturschutzgebieten!

nee, wahrscheinlich Politik. S. liegt in BW, V. in Hessen. Die kenne ich übrigens garnicht.

Komisch, ich habe ein Gebiet mit 8 seltenen Orchideenarten nahe Bad Dürkheim das ich regelmäßig zum Fotografieren aufsuche, und ich sehe keine Pflanzen zertrampelt. Es bilden sich Trampelpfade aus, an denen sich die Leute dann halten, das wars aber dann auch. Vielleicht sind ja am Michaelsberg mehr LKW-Fahrer unterwegs die mehr Platz brauchen als normale Leute, auch auf den Wegen?

Das mit den LKWs und deren Fahrern versteh ich jetzt wieder nicht.

Ach ja. Die paar Stalagmiten und -titen die da geklaut werden können, was Boris? Muschelkalkgestein gibts doch wirklich genug im Süden wie im Norden und die dazugehörigen Höhlensysteme sind halt nur noch nicht erschlossen. Da wirken doch so ein paar abgebrochene Stein in deinen Augen wie die Fruchtkörper. Was hat das mit Bedrohung zu tun, hm? Ich bleib auch hier dabei : das phänomenologische ist da stark bedroht.

Was die Absperrungen betrifft: Es gibt noch wesentlich schönere Möglichkeiten als Zäune und Schlösser. In den Touristenhöhlen hatte man ja auch keine Skrupel Treppen einzubetonieren und Wege anzulegen, warum trennt man nicht die wertvollen Bereiche durch Gräben ab, die einem eher einen gebrochenen Hals als ein Urlaubssouvenir einbringen? Klappt auch wunderbar in Naturschutzgebieten! Man glaubt gar nicht wie Schlehenhecken, wassergefüllte Gräben, Brennesseldickichte, Sümpfe, Brombeerenhecken etc. die Motivation fast aller Naturfreunde senken, ein gewisses Gebiet unbedingt betreten zu wollen. Ich glaube ich hätte eine goldene Zukunft als sadistischer Landschaftsplaner... ;-)

Sieht zwar schön aus, aber ob die Brombeeren wissen, dass sie draußen bleiben müssen?

Ich kenne die Situation in Messel gut genug. Literaturhinweis: "Das Ölschieferskelett" von meinem Lieblingsautor Bernard Kegel. Was machbar ist wird auch gemacht. Das es auch anders geht, beweist die Grube Idar-Oberstein in der Privatleute noch heute Halbedelsteine abbauen dürfen.

Aber die Drusen zerfallen nicht nach ner halben Stunde, nur weil sie total unsachgemäß behandelt werden. Aber egal.

Akzeptiert. Sollte dann aber auch die Forscher einschließen, ohne Ausnahmegenehmigungen, ohne Wenn und Aber.

Wieso denn? Wie willst Du denn sonst so viel fledermäuse auf einmal verwiegen,vermessen, begutachten etc. Das ist doch die Gelegenheit.

Person 3:So jemand tut der Menschheit einen großen Dienst und verdient eigentlich sogar Subventionen aus Steuergeldern. Solche Leute braucht das Land!
Der hat sich aber wenigstens an die zumindest allgemein akzeptierten Grundregeln menschlichen Verhaltens und nun einmal bei 6 Millarden bzw 80 Millionen unerläßlich notwendiger gewisser sozialer Normen und gesellschaftlicher Regeln gehalten.

Der 2. ist mir auch noch sympathisch. Vom ersten halte ich nicht viel. Einfach keinen geschmack, der Herr.

Klasse! Der gesunde Menschenverstand bleibt auf der Strecke, aber der blieb ja immer schon zu kurz...

das Aber ist falsch. Der Rest ist richtig. Dem "Gesunden Menschenverstand" traue ich nämlich nicht immer.

Was hältst du eigentlich von der spanischen Inquisition, Bruno? Da haben sich die Leute ja auch nur an die "Regeln menschlichen Verhaltens" gehalten? Nein, das ist ja gerade der Gag, dass dies kein Menschliches Verhalten war und Folter heutzutage ist.

Ich halte vor allem von John Cleese´et al. Interpretation derselben sehr viel.

Und vor allem gibts für nichts ein Patentrezept. Dazu wissen wir zu wenig. Aber wir können versuchen, das Beste daraus zu machen, mit den Mitteln die uns zur Verfügung stehen.

Oder bei Bedarf die Mittel ändern. Überorganisation und organisierte Rechtsverdrehung sind genauso schädlich wie völlige Ungeregeltheit. Wenn ein System zu lange gärt, kippt es manchmal in Form einer Revolution oder eines Bürgerkriegs um, danach steigt schon wieder neue Scheisse nach oben...
ALSO KRÄFTIG RÜHREN, LEUTE!!!

Kleiner Revoluzzer? Sturm und Drang?
Gruß Bruno

Gruß, Boris

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Re: Zäune und anderes Ungemach

Boris, (vor 9878 Tagen) @ Bruno

Die Viernheimer Düne liegt im gleichen Ballungsgebiet, ist völlig offen und obgleich kleiner, auch in keinem schlechteren Zustand. Zumindest fährt hier niemand Motocross-Rennen wie in einigen anderen Naturschutzgebieten!

nee, wahrscheinlich Politik. S. liegt in BW, V. in Hessen. Die kenne ich übrigens garnicht.

Nach den Worten eines befreundeten Gärtners ist die obere Landespflege H auch nicht weniger bissig als ihre Kollegen in BW. Wahrscheinlich hat die lokale untere Landespflege diese Entscheidung auf eigene Faust getroffen, und ich hoffe dass es auch so bleibt. Auf solchen Dünen wachsen z.B. Pilze die man normalerweise nie zu Gesicht bekommt, Zitzen-Stielboviste etc.

Zur Anfahrt: Wenn du mal wieder eine Fernfahrt Richtung Frankfurt-Karlsruhe machst und das Autobahnkreuz Viernheim überquerst, liegt die Düne in der Ecke des südöstlichen "Kleeblatts", genau gegenüber vom Rhein-Neckarzentrum. Ist ein bisschen schwer anzufahren, frag dich am besten in Viernheim nach dem Schützenhaus durch, park dort und lauf den Rest zu Fuß.

Komisch, ich habe ein Gebiet mit 8 seltenen Orchideenarten nahe Bad Dürkheim das ich regelmäßig zum Fotografieren aufsuche, und ich sehe keine Pflanzen zertrampelt. Es bilden sich Trampelpfade aus, an denen sich die Leute dann halten, das wars aber dann auch. Vielleicht sind ja am Michaelsberg mehr LKW-Fahrer unterwegs die mehr Platz brauchen als normale Leute, auch auf den Wegen?

Das mit den LKWs und deren Fahrern versteh ich jetzt wieder nicht.

Nur ne kleine persönliche Retourkutsche für die erotischen Gefühle. Vergiß es.

Sieht zwar schön aus, aber ob die Brombeeren wissen, dass sie draußen bleiben müssen?

Brombeeren wachsen eh in jedem Wald, Schlehenhecken in jedem Trockenrasen. Ohne den Eingriff von einigen Naturschützern mit Motorsensen würden sie sich sowieso überall verbreiten. Jetzt ist der besondere Trick nur sie an strategisch wichtigen Stellen stehen zu lassen.

Akzeptiert. Sollte dann aber auch die Forscher einschließen, ohne Ausnahmegenehmigungen, ohne Wenn und Aber.

Wieso denn? Wie willst Du denn sonst so viel fledermäuse auf einmal verwiegen,vermessen, begutachten etc. Das ist doch die Gelegenheit.

Ich bleibe dabei, keine Ausnahme oder freier kontrollierter Zugang. Sonst haben organisierte Forscher aus dem akademischen Bereich den nichtorganisierten Forschern gegenüber einen Vorteil. Und nur weil sie keinen Lehrstuhl haben, tragen die "Hobbyisten" zur Wissenschaft genausoviel, vielleicht sogar mehr bei. Orchideengärtner Werner Frosch aus Hessen z.B. hat mehrfach publiziert zum Thema Arterhaltung und Vermehrung von Cypripedium, Orchis und Ophrys Arten. Solche Leute verdienen es nicht von den akademischen Fachidioten wie Dreck behandelt zu werden und verdienen Unterstützung, keine Knüppel zwischen die Beine!

Der 2. ist mir auch noch sympathisch. Vom ersten halte ich nicht viel. Einfach keinen geschmack, der Herr.

1) wäre dir wahrscheinlich sympathischer mit einem Korb voll Steinpilze. Und zu 2) hätte ich noch eine nette Geschichte:

Mein Meistergärtner an der Uni hat mir mal erzählt wie er als er noch klein war, immer einen Muttertagsstrauß aus breitblättrigen Knabenkräutern für seine Mutter pflückte. Im Zeitalter der Wiesenentwässerung und -überdüngung ist dieser nette Brauch leider mitsamt den ausgedehnten Orchideenwiesen in Vergessenheit geraten - Aber es gibt sie noch! Im Dahner Land und im Voralpenland, auch wenn die Politiker es nicht wahrhaben wollen und ein großes Zweiblatt (selten wie Dreck) genauso verbissen mit Bürokratie schützen wie ein hochseltenes Affenknabenkraut.

Klasse! Der gesunde Menschenverstand bleibt auf der Strecke, aber der blieb ja immer schon zu kurz...

das Aber ist falsch. Der Rest ist richtig. Dem "Gesunden Menschenverstand" traue ich nämlich nicht immer.

Dem Formalismus und der Bürokratie traue ICH nicht immer. Dafür hab ich an der Uni schon zuviel von beidem gehabt.

Kleiner Revoluzzer? Sturm und Drang?

Nee, im Gegenteil. Ich vertrete eher eine Politik der Zivilcourage und dem "Wehret der Anfänge". Wenn jeder Bundesbürger die Augen offenhält und ein, zwei Vogonen absägt, können nie diese himmelschreienden Mißstände entstehen, die zu Kriegen, Revolten und anderen Unruhen führen. Denn wenn Otto Normalverbraucher sich erstmal erhebt und auf die Straße geht, muss schon viel zu viel passiert sein. Viel zu viel individuelles Leid...

Gruß, Boris

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Wer kennt dieses Lied?

Boris, (vor 9878 Tagen) @ Boris

Hi, kann mir jemand helfen?

Mir geht im Moment gerade ein Lied im Kopf rum zum Thema Naturschutz und Bürokratie. Kennt jemand den Sänger, will mirs schon seit Jahren als Kassette kaufen.

Titel "Feste, Jungs!"

Feste, Jungs! Macht nur weiter so! Ihr bekommt die Welt schon kaputt...

Schüttet alles Gift ins Meer, Dreck und Scheiße hinterher. Macht den Ozean zum Klo, Öl schwimmt da schon sowieso. Und gehn die Fische dabei drauf - was liegt denn uns daran???

Feste, Jungs...

Buckelt vor der Obrigkeit. Provoziert bloß keinen Streit. Die da oben richtens schon, denn die verstehen mehr davon.

Feste, Jungs...

usw.

Wer kennt dieses Lied? Könnte die neue Greenpeace Nationalhymne sein... :-)

Böse Menschen haben keine Lieder, Boris

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Re: Wer kennt dieses Lied?

Birgit, (vor 9878 Tagen) @ Boris

Hallo Boris,

das Lied ist meines Wissens schon recht alt. Ich habe es ca. 1982 auf einer LP von Robert Long (das ist ein holländischer Liedermacher) gefunden. Vielleicht gibts ja inzwischen eine Neuvertonung.
Ich schau heut abend nochmal auf der LP nach. Da sind noch ein paar nette Lieder drauf. Wenn du mir deine Privatadresse mailst, könnte ich es dir auch auf Kassete aufnehmen.

Böse Menschen haben keine Lieder?

Naja, ich denke nur mit Grausen an den Musikantenstadl und bayrische Bierzeltmusik

Gruß

Birgit

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Re: Wir toeten was wir lieben???

jeder ist die selbe Person oder wie???, (vor 9879 Tagen) @ Boris

Warum, verdammt nochmal, kann der Mensch nicht akzeptieren, daß es bestimmte Bereiche gibt, in denen er zu bestimmten Zeiten nichts zu suchen hat, es sind doch sowieso nur noch so wenige? Die Sucht, alles zu wissen, alles zu verstehen, alles zu sehen, muß doch auch mal ein Ende haben. Für mich ist das noch immer ein bißchen der Wahn, daß der Mensch die Krone der Schöpfung ist und sich die Erde untertan macht.

Wer hat das zu entscheiden? Der Wahn sich die Erde untertan zu machen äußert sich MEINER Meinung ganz anders als im Aufsuchen seltener Arten um ihre Schönheit zu bewundern. Es ist durchaus möglich, den Mensch in die Natur zu integrieren, Indianer z.B. haben die Fähigkeit sich so lautlos im Gelände zu bewegen daß sogar Tiere ihre Anwesenheit nicht bemerken. Ich weiß, daß der typische bierbäuchige Deutsche von diesem Idealbild noch weit entfernt ist, aber man sollte den Wunsch dazu nicht abwerten.
Mein Freund aus der Falkenwacht hat mir an einem Tag erzählt, dass sein Vater ihm wo er klein war dazu angehalten hat im Wald nicht zu reden. Als Junge hat er das nicht verstanden. Als Erwachsener der einige der seltensten und scheuesten Vogelarten gesehen hat, versteht er es plötzlich. Die Unart lautstark lärmend in großen Gruppen durch den Wald zu ziehen, hat in den letzten Jahren zugenommen, hier ist Erziehung nötig aber nicht durch Zwang sondern durch Liebe.

Und Leute wie meine spezielle Freundin Dr. S. aus KA die unter Naturschutz Umzauenen mit Stacheldraht verstehen, loyale Gaertner in die Illegalitaet treiben und sogar Arten bewusst sterben lassen wuerden fuer irgendwelche obskuren Prinzipien vervielfachen diesen Trend noch.

Du weißt, daß ich das genauso beschissen finde wie du. Wenn ich mir sicher wäre, daß der Standort und alle sonstigen Umstände stimmen und ich mich auf meine Sachkenntnis verlassen könnte, wüßte ich schon, was ich täte... Pfeif doch auf die Anerkennung und Unterstützung, was wirklich zählt, ist doch das Resultat.

Ich werde mich weiter für vernünftige Auslegung der Gesetze und den gesunden Menschenverstand einsetzen. Sobald es wieder legal ist Gutes zu tun, werde ich das tun. Solange es aber nur legal ist Böses zu tun, und die Rechtsverdreherei als Pseudowissenschaft perfektioniert wird, werde ich das auch weiterhin tun und alle Leute darauf aufmerksam machen. Nennt mich verrückt, aber es gibt Dinge die einfach mit meinem Moralempfinden nicht in Einklang zu bringen sind.
(Meine Mutter wollte mal daß ich Jura studiere, jetzt ist sie froh das ichs NICHT getan habe)

Von Naturentfremdung kann doch keine Rede sein. Es geht doch häufig um Superlative, das seltenste, außergewöhnlichste, einzigartigste zu sehen. Wer mit offenen Augen durch die Gegend läuft, findet auch abseits der Massentrampelpfade kostbare DInge. Aber das ist ja beschwerlich und oft unbequem, da die Dinge nicht auf dem Präsentierteller serviert werden. Ich kann hier am Lech stundenlang durch den Urwald auf schmalen Pfaden laufen, ohne jemandem zu begegnen, während die Leute vor dem Haus auf dem asphaltierten Radweg Massenvölkerwanderungen veranstalten.

Es gibt Naturschutzgebiete die alles absperren und Leute wenn überhaupt nur noch mit Führer reinläßt. Und es gibt Gebiete die sich öffnen, Orchideenlehrpfade anlegen und versuchen die Mengen in geregelte Bahnen zu lenken. In welchen Gebieten würde man nun eher die Orchideen zu Salat verarbeiten??? :-)
Ich werde nie die freudige Erregung vergessen als ich mein erstes Knabenkraut fand? Der Wunsch diese Arten zu hegen, zu vermehren und zu schützen entstand als unmittelbare Konsequenz daraus.

S.oben: Es ist wirklich mal an der Zeit, daß der Mensch lernt seine Bedürfnisse etwas zurückzuschrauben.
Wir haben wohl die schizophrene Situation, daß einerseits die Bürokratie die anerkannten Naturschutzgebiete rigoros schützt, während wie Markus und ich ja schon bemerkt haben, unbekannte Standorte ebenso rigoros plattgemacht werden.

Hier sollte man als erstes lernen, seine Bedürfnisse zurückzuschrauben. Um zu meinem Apfelbaumbeispiel zurückzukommen, wer hat von drei Personen die unmäßigsten Bedürfnisse. Person 1 die die Äpfel einsammelt und zu Marmelade verarbeitet, Person 2 die auf den Baum klettert und ein paar Blütenzweige für die Vase mitnimmt oder Person 3 der den Baum fällt und zu billigen Wegwerf-Zahnstochern verarbeitet?
Das entsprechende Rechtssystem sieht so aus:
Person 1 hat in einem geschützten Gebiet Früchte entnommen und Waren ohne amtliche Genehmigung verkauft. So jemand muß bestraft werden.
Person 2 hat Pflanzenteile abgebrochen und den Baum schwer geschädigt. Härteste Strafen sind hier angebracht.
Person 3 legt ein amtliches Gutachten vor dass der Baum an dieser Stelle a) krank war b) den Verkehr behindert c) nicht zum einheimischen Florenelement gehört. So jemand tut der Menschheit einen großen Dienst und verdient eigentlich sogar Subventionen aus Steuergeldern. Solche Leute braucht das Land!
"Wer die Natur nicht durch die Liebe kennenlernt, der wird sie nie kennenlernen."
Friedrich Schlegel
Siehe auch Terry Pratchett, "MacBest" zur Macht der Wörter...

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Re: Umweltschutz-Naturschutz

Markus H., (vor 9880 Tagen) @ Birgit

-einen Bürgermeister, der sich rühmt eine Straßenunterführung in einem Landschaftsschutzgebiet ohne Genehmigung gebaut zu haben.

Birgit, da kann ich nur lachen: Bei uns wurde mitten im Landschftsschutzgebiet eine Fläche von 50 Hektar gerodet, dort soll ein Gewerbepark entstehen - Initiatoren: 3 Gemeinden und das Land.
Weiters gibts im besagten "Landschaftsschutzgebiet drei genehmigt Mülldeponien (auf Schottergrund). Als eine Mülldeponie vor drei Jahren andauernd brannte wurden von einem privaten Institut Dioxinmessungen durchgeführt, die den hohen österr. Grenzwert um das 20 fache überschritten. Das darauffolgende Ermittlungsverfahren der Behörde ergab, daß das Dioxin nicht von der brennenden Mülldeponie kam, sondern von einem laufengelassenen Rasenmäher. (Kein Scherz).

-Bauern, die im Landschaftsschutzgebiet Löcher in den Wegen mit Bauschutt auffüllen

Das geht ja noch, bei uns erlaubt die Behörde, daß aufgelassene Kiesgruben in Landschaftsschutzgebieten mit Bauschutt aufgefüllt werden.

-die untere Naturschutzbehörde im Landratsamt Landsberg, die ein Gebiet mit geschützten Pflanzen zur Aufforstung freigibt, ohne eine Karte des Gebiets zu besitzen, geschweige denn es jemals angeschaut zu haben
-Erdarbeiten in einer Orchideenwiese. Der einzige positive Aspekt ist hier, daß dort auch offensichtlich die Besucher auf den Wegen bleiben. Vermutlich auch deswegen, weil der Standort nicht sehr bekannt ist. Ich treff da meistens nie jemanden.

Tja, wir hatten da in der Nachbargemeinde ein kleines Waldstück, wo 10 verschiedene Orchideenarten wuchsen (u.a. Frauenschuh, Waldvöglein, Fliegenragwurz, versch. Dactylorhiza-Arten,..).
Und genau dort war geplant eine Forstrasse durchzubauen. Mir gelang es, trotz einigen Widerstandes, die Naturschutzbehörde zu informieren und das Projekt vorerst einmal zu stoppen. Es kam dann auch im darauffolgenden Frühjahr ein Naturschutzsachverständiger, und gemeinsam fanden wir immerin 7 geschützt Arten.
Dann geschah lange Zeit nichts und im Herbst wurde die Forststrasse gebaut. Begründung der Naturschutzbehörde: der Standort sei nicht arttypisch gewesen.

Manchmal habe ich den Eindruck, daß die Paragraphenreiter eine andere Auffasung von Naturschutz haben:
Sie wollen uns vor der Natur schützen !!

Ciao Markus H.

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Wer schuetzt hier wen vor was?

Boris, (vor 9880 Tagen) @ Markus H.

Sie wollen uns vor der Natur schützen !!
Ciao Markus H.

Hi, Markus. Was haeltst du davon, eine Materialsammlung (Photos, amtliche Schreiben, alles dokumentiert..) mir zur Veroeffentlichung auf meiner Naturschutz-Seite zuzusenden?

Gruss, Boris

"Kinder beim Anblick einer Rose in Schreikraempfe zu versetzen, entsprang einer hoechst oekonomischen Voraussicht."

Aldous Huxley, "Schoene neue Welt"