Re: Schön von dir zu lesen
Hallo Ingo und alle anderen,
hier ein paar Erlebnisse der letzten Tage aus Brandenburg:
in meinem Stammgebiet südöstlich von Berlin, das ich in den letzen Jahren fast ausschließlich zum Pilze sammeln heimsuche, hatte die Ergiebigkeitskurve ihr diesjähriges Maximum am Montag (23.08.10) erreicht. Heute war ich noch mal draußen, aber da hatte es wider Erwarten schon wieder deutlich abgenommen.
Vorgestern konnte ich nach einem ca. dreistündigen Rundgang fast meinen ganzen Wintervorrat an Trockenpilzen mit Hilfe schweizerischer Dörrtechnik anlegen, zusätzlich gab es am nächsten Tag eine riesige Pfanne mit Pfifferlingen.
Ich habe vor allem folgendes gefunden: Rotkappen (vor allem Heiderotkappe, aber auch einige Espenrotkappen), Steinpilze, Edelreizker, Birkenpilze (meistens stehengelassen wegen der ungenügenden Konsistenz), Schirmpilze (die hatten als einziges heute zahlenmäßig noch zugelegt) und die schon erwähnten Pfifferlinge.
Direkt am Straßenrand unter hohen alten Eichen war ich auch sehr erstaunt über die ungewöhnlich große Anzahl an grünen Knollenblätterpilzen, die größtenteils ziemlich drall und von sehr schöner olivgrüner Farbe, z.T. etwas bereift, waren.
Zu erwähnen sei noch, dass ich hier in meiner gesamten Umgebung noch niemals Flockenstielige Hexenpilze gefunden habe, sondern höchstens (auch nur ganz selten) Netzstielige. Aber in den letzten drei Tagen fand ich zu meiner großen Freude erstmalig (und das will schon etwas heißen bei der vielen Zeit, die ich schon mit diesem Hobby verbracht habe) gleich an ganz unterschiedlichen Orten einige schöne Exemplare, u.a. inmitten unseres Wohngebietes.
In der vergangenen Woche fand ich zum zweitenmal in meinem Leben einen Kornblumenröhrling. Faszinierend, wenn man den in die Pfanne schnipselt. Ich glaube, kein normaler Mensch würde den danach noch essen, wenn er sieht, mit welcher affenartigen Geschwindikeit sich die Scheiben in der Pfanne tieftintenblau verfärben. Und unglaublich wie sie wenig später buttergelb werden und dann ganz harmlos aussehen.
Viele Grüße und noch viel Freude am Hobby
Pio
Hallo Felix,
boah, saufen die Beiträge hier heute schnell ab.
Wahnsinn ist vollkommen übertrieben - trotz der Wassermassen der vergangenen
Wochen. In den sandigen Kiefernwäldern geht es noch sehr zaghaft zu.
Ein paar überständige Maronenröhrlinge und wasserverweichte Perlpilze - das
war's dann auch. Vereinzelt Russula aeuruginea, vesca und paludosa.
An den Wegen etwas besser. Dort hauptsächlich kleine Inocyben und Hebel-Omas.
Und ein einziger winziger Russula sardonia.
Allerdings war ich zuletzt am vergangenen Montag dort. Vielleicht geht am
kommenden Wochenende mehr.
Besser schon die Gegend Richtung Morchelgefilde. Wahrscheinlich sind dort
die besseren Böden. Der kleine Buchenwald mit angrenzenden Fichten rockt
ein wenig.
Wir hatten leider einen klenen meteorologischen Nachteil, der gerne mal
übersehen wird - die anhaltende Wärme. Der saure Kiefernwald rockt erst
nach einem kleineren Kälteschock. So sollte es Nachts mal ein paar Stunden
unter 10° C gehen. Hatten wir bisher aber nicht.
Grüßlis gen NS - Ingo